Neue Öffi-Tarife in GrazDie Stundenkarte kostet bald 2,30 Euro

Die Tarife für Bus, Bahn und Tram steigen mit Juli um 1,6 Prozent. Im Vorjahr unangetastet, kostet die Stundenkarte bald 2,30 Euro. Die Jahreskarte soll um sechs Euro mehr als bisher (416 Euro) kosten. Kritik lässt nicht lange auf sich warten.

Tramway in der Herrengasse.
Tramway in der Herrengasse. © Fuchs
 

Die maßgeblichen Verkehrsunternehmer der Steiermark mussten nicht lange über die neuen Preise debattieren: Ab Juli 2017 werden die Tarife für Bus, Bim und Bahn im Verbund um durchschnittlich 1,6 Prozent steigen.

Die auffälligsten Änderungen: Blieben die Stunden-, die Tageskarte und der Zehnerblock 2016 von einer "Anpassung" verschont, wird heuer wieder am Rad gedreht – im Fall der 10-Zonen-Karte um 20 Cent, in den beiden anderen Kategorien um 10 Cent (gültig für eine Zone).

Nicht zu vergessen die "normale" Jahreskarte, die bald um sechs Euro mehr kosten wird - also 422 Euro. Die Details:

Neue Öffi-Tarife ab 1. Juli (Zone 1)
Stundenkarte2,30 Euro (derzeit 2,20)
24-Stunden-Karte5,10 Euro (5 Euro)
Wochenkarte14,30 Euro (14,20)
10er-Block20 Euro (19,80)
Monatskarte47,60 Euro (47,10)
Halbjahreskarte244 Euro (241)
Jahreskarte422 Euro (416)
Topticket106 Euro (104)

Argumentiert wird das alles mit höheren Personalkosten und den zuletzt wieder gestiegenen Treibstoffkosten.

Der Tarif für die so erfolgreiche "Jahreskarte Graz" (zum Sonderpreis von aktuell 241 Euro) muss von der Rathauspolitik erst beschlossen werden. Auszugehen ist von 244 Euro (Halbjahreskarte regulär). 

Reaktionen

Kritik kommt von der KPÖ: "Eine automatische Teuerung des Öffentlichen Verkehrs ist unzumutbar. Günstige Energiepreise müssen an die Bevölkerung weitergegeben werden", so KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler. Das Land müsss "endlich seinen Einfluss geltend machen und die automatische Teuerung zu Fall bringen".

Grünen-Klubobmann Lambert Schönleitner drängt die Landesregierung, "endlich ein günstiges Jahresticket in Angriff zu nehmen, um den Steirern das Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr zu erleichtern". Gefragt sei ein 365-Euro-Jahresticket.

Der Grazer SPÖ-Chef Michael Ehmann moniert: "Alle reden davon, den ÖV attraktiver machen zu müssen, um so die Menschen zum Umsteigen zu animieren: Wie das mit einem Preisanstieg bei den Tickets vereinbar sein soll, ist mir ein Rätsel."

Kommentare (40)

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Hans Gürtl
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Eine Preiserhöhung ist sicher notwendig

Was mich stört, ist die ÖBB-Vorteilscard für Senioren zum Nachweis des Alters. Dafür gibt es keine Gegenleistung der ÖBB, wenn ich nicht den Zug benütze. Es wäre daher gut, wenn die nun erregten Politiker endlich die ÖBBCard für die Zone 1 streichen. In Innsbruck wird dies gemacht.

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stadtkater
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Wichtige Information fehlt:

Vor Jahren haben die Politiker der Verbundlinie vertraglich genehmigt, dass die durchschnittlichen jährlichen Tariferhöhungen das 1,75-fache der Inflationsrate ausmachen dürfen. Somit ist der Anreiz für eine Kosteneffizienz natürlich recht gering und "erlaubt" weitere Millionen-Flops wie bei der Variobahn, den mobilen Anzeigetafeln, den regendurchlässigen Wartehäuschen und den Elektrobussen ohne Fahrgenehmigung.

Da die Inflationsraten in der Zukunft enorm zunehmen werden, werden auch die Fahrscheinpreise weiterhin noch stärker nach oben schießen.

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top8
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nur zur info

die tramfahrer unterliegen ja dem eisbahnergesetz und gehen mit 55 j. oder 38 versicherungsjahren in pension!!! Und die ist nicht gerade niedrig deshalb die tarifsteigerungen! In 4 jahren hab ich auch 38 j. muss dann aber noch 12 jahre arbeiten und meine pension wird nicht mal die hälfte von denen ausmachen!

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Koralmpartisan
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Sie haben keine Ahnung posten hier lauter Holler!

Die "Tramfahrer" unterliegen mitnichten dem Eisenbahnergesetz, es gibt nämlich in Österreich überhaupt keines! Die für Straßenbahnen zuständige Rechtsnorm heißt Straßenbahnverordnung und genauso wie im Eisenbahngesetz steht dort kein Wort über Besoldung bzw. Entlohnung!
Und das Verkehrsbedienstete früher in Pension gehen ist einerseits den Umständen geschuldet, die User Strassenbahnausbau bereits dargelegt hat. Darüber hinaus bezahlen Eisenbahner alt einen höheren Pensionsbeitrag und in der Pension noch einen Pensionssicherungsbeitrag. Eisenbahner neu sind sowieso im ASVG.
Und hätten Sie selbst etwas gelernt, dann würden Sie vielleicht auch eine höhere Pension kriegen. Ihrem Posting nach ist dem nicht so!

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stadtkater
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Die "Ruhestandsversetzung"

war im Bundesbahn-Pensionsgesetz geregelt. Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter im Betrachtungszeitraum 2008 bis 2013 lag bei den krankheitsbedingten Ruhestandsversetzungen bei 51,1 Jahren und jenes der altersbedingten Ruhestandsversetzungen bei 58,6 Jahren, wobei über 90 % der Ruhestandsversetzungen krankheitsbedingt erfolgten, schrieb der Rechnungshof 2015. Auch das Durchschnittsalter krankheitsbedingten Frühpensionierungen bei Beamten des Bundes und der Gemeinde Wien lag 2012 bei 53,3 Jahren.

Soviel ich weiß, müssen sich normale ASVGler ihre Dienstunfähigkeit für eine Frühpension von einem Arzt der Pensionsversicherung bestätigen lassen und bei Beamten genügt eine normale Arztbestätigung.

Es lebe der kleine Unterschied!

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Playthegame
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@stadtkater

Sie schreiben hier, dass bei Beamten für eine Ruhestandsversetzung eine "normale Arztbestätigung" reiche.
Das stimmt nicht!

Sollten Sie als Beamter tatsächlich in sg. "Frühpension" gehen müssen, wird erst einmal ein Gutachten erstellt. Fällt dieses so aus, dass Ihnen der Gutachter Arbeitsunfähigkeit bescheinigt, wird ein 2. Gutachten in Auftrag gegeben. Erst wenn Sie an keinem gleichwertigen Arbeitsplatz innerhalb Ihrer Organisation untergebracht werden können, kann eine Versetzung in den Ruhestand eintreten.

Also bitte erst informieren, keine Un- oder Halbwahrheiten bzw. Gerüchte in die Welt setzen, und dann erst auf die pöhsen Beamten losgehen!

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stadtkater
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Wollen Sie behaupten,

dass auch bei Beamten die dauerhafte Dienstunfähigkeit durch Ärzte der Pensionsversicherungsanstalt festgestellt wird? Oder reicht bei denen das Gutachten eines Amtsarztes?

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Playthegame
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@stadtkater

Kein Gutachten eines Amtsarztes, sondern ein Gutachten eines als Gutachter zugelassenen Facharztes.
Das behaupte ich nicht nur, das weiß ich aus Erfahrung innerhalb der eigenen Familie!

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stadtkater
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Na, sag' ich's doch!

ASVGler brauchen ein Gutachten eines Arztes der Pensionsversicherung, bei Beamten reicht ein Gutachten eines als Gutachter zugelassenen Facharztes. Damit auch Sie den qualitativen Unterschied verstehen: Der Arzt der Pensionsversicherung ist Dienstnehmer bei der Pensionsversicherung und die will wenig Frühpensionisten. Der Gutachter des Beamten ist Selbständiger und er braucht das nicht bezahlen, wenn es viele Frühpensionisten gibt.

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Strassenbahnausbau
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Dafür müssen Sie vermutlich nicht...

...regelmäßig um 4 Uhr früh ihren Dienst antreten und haben Verantwortung für zigtausende Menschen, die sie jeden Tag sicher durch den Verkehr führen müssen.

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housewive
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Argumentiert wird das alles mit ...den zuletzt wieder gestiegenen Treibstoffkosten

den zuletzt wieder gestiegenen Treibstoffkosten!
Ich kann mich nicht erinnern, dass die Ticketpreis gesunken sind, als der Treibstoff billiger wurde.
Erhöhungen weiterzugeben ist leicht; das machen alle so.

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aaa594
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Zum Vergleich:

Flixbus: Murpark - Matzleinsdorfer Platz (Wien) - 187 km - 14 EUR

GVB: Murpark - Jakominiplatz - 6,2 km - 2,30 EUR

Flixbus: 7,4 Cent pro Kilometer

GVB: 37 Cent pro Kilometer

Und da soll noch jemand sagen, dass bei den GVB das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

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extranjero
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genau

1 kg äpfel 2,5
1 kg birnen 2,7

fazit kaufe niemals birnen

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Strassenbahnausbau
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Jahreskarte 241 Euro

Das sind 66 Cent pro Tag. Wenn sie die Strecke vom Jakominiplatz zum Murpark einmal täglich hin und zurück fahren, dann sind das 5 Cent pro Kilometer.

Dennoch bin auch ich dagegen, dass Tarife erhöht und der Netzausbau gleichzeitig aufgeschoben wird.

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aaa594
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P.S.: Noch ein Vergleich:

ÖBB Graz Hbf - Wien Hbf - 211 km - 38,20 EUR

ÖBB: 18 Cent pro Kilometer

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Playthegame
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@aaa594

Flixbus benützt öffentliche Straßen.
Graz Linien (Straßenbahn) und ÖBB benötigen ein Schienennetz, wobei das der Graz Linien innerstädtisch ist - und so entsprechend teurer.

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MrSunshine
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was ich nicht verstehe...

Man bezahlt ja für eine bestimmte Leistung die einen am Fahrplan versprochen wird. Wenn dann auf der elektronischen Auskunftstafel die voraussichtliche Wartezeit z.b. 2 "GVB- Minuten" (eigene Zeitrechnung) angezeigt wird, kann es zu einer Verspätung von z.b. 10 Minuten kommen. Trotzdem muss ich den vollen Kartenpreis zahlen, versprochenes Produkt deckt sich nicht mit tatsächlichen Produkt. Ist ja bei der ÖBB auch schon so, wenn der Zug Verspätung hat das man eine Reduktion des Kaufpreises zurück bekommt. Meine ja nur weil es fast jedes Jahr teurer wird, dann muss man halt auch wieder einmal gegensteuern.

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Strassenbahnausbau
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Für die meisten Verspätungen

ist der Autoverkehr verantwortlich. Personen, die alleine in einem PKW sitzen und damit die Straßen verstopfen. Bei den ÖBB ist das anders, da hat de übrige Verkehr keinen Einfluss. Naütlich wäre in Graz die Verkehrspolitik gefordert, aber das ungeliebte Ressort wird ja lieber demjenigen zugeschoben, der am wenigsten Bock darauf hat und dem man eines auswischen will.

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tomtitan
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diese erhöhung wird sicher viele

zum umstieg auf die öffentlichen bewegen ;-)

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Lire70
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Gratuliere ...

Wenn man bedenkt das man von Gösting zum Murpark hin und retour eine "Reisezeit" von 3 Stunden berechnen kann und dafür noch €4,60 bezahlt darf sich keiner mehr wundern das viele das Auto verwenden.
In ca. 2 Stunden ist man in Wien !!!

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eadepföbehm
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Kraut und Rüben

Abgesehen davon, dass deine Angaben falsch sind vergleichst du einen innerstädtischen Verkehr mit Fernverkehr, ausserdem musst du auch noch die Zeit einberechnen, die du in Wien und in Graz zum Bahnhof oder zur Fernbushaltestelle brauchst.

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Buero
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Lire ...

Murpark hin und retour 3 Stunden (mit Shoppen?). Hin und retour? Und bei der Wienfahrt geben Sie nur noch eine Strecke an? Kleiner Schelm.. Graz-Wien hin und retour Minimum 4 Stunden!
Und tatsächlich fährt man von Gösting zum Murpark je nach Verbindung 34 Minuten x 2 bis maximal 44 Minuten x 2.
Also: 1 Stunde und 8 Minuten oder 1 Stunde und 24 Minuten.

Definitiv: Sie haben die Zeit fürs Schoppen dazugerechnet :)

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baldasar
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Top

So werden noch mehr Leute umsteigen und der unfähige verkehrslandesrat hat keine anderen Ideen als neue Strassen zu bauen und mehr dieselbusse einzusetzen...

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baldasar
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Top

So werden noch mehr Leute umsteigen und der unfähige verkehrslandesrat hat keine anderen Ideen als neue Strassen zu bauen und mehr dieselbusse einzusetzen...

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Playthegame
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@Lire70

Da frage ich mich, wo Sie in Gösting zusteigen, welche Strecke Sie nehmen und wann Sie da fahren.
Und: wenn Sie die Tarifbestimmungen kennen würden, wüssten Sie, dass das, was Sie da schreiben, absoluter Blödsinn ist:
"Dauert die Fahrt mit gültigem Fahrschein bei direkter und ununterbrochener Fahrt gemäß dem Fahrplan oder betrieblich bedingter Fahrplanänderungen länger als eine Stunde, darf die Fahrt auch nach Ablauf der Geltungsdauer bis zum Fahrziel fortgesetzt werden."
Das ist einfach nur eine Ausrede für die Bequemlichkeit mancher Leute!

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Playthegame
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PS:

Wobei ich natürlich feststellen möchte, dass ich eine Erhöhung der Gebühren erst dann gerechtfertigt finde, wenn es mit dem Ausbau der Öffis endlich weiter geht und das Angebot erweitert und der Takt verdichtet wird!

Hier aber Fahrzeiten, die unrealistisch sind, und angebliche Fahrpreis-Modalitäten anzugeben, ist sicher kontraproduktiv!

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