Rohrmoos, NepalIm zweiten Anlauf aufs Matterhorn Nepals

Zwei Rohrmooser und ein Kärntner bestiegen den 6814 Meter hohen Ama Dablam, auch bekannt als das Matterhorn Nepals.

Der erlösende Moment des Gipfelsieges für die heimischen Alpinisten © KK
 

Gut Ding braucht Weile: Bereits vor vier Jahren stand Medardus Schweiger (25) kurz vor dem Gipfel des „Ama Dablam“, musste aber umdrehen, weil das Fixseil ausgegangen war. Dieses Mal hat es funktioniert. Gemeinsam mit seinem guten Freund Toni Pilz (22) und dem Kärntner Marco Hauer (24) bestieg er 2017 als Erster das „Matterhorn Nepals“, wie der Berg aufgrund seiner charakteristischen Form genannt wird. „Nach uns hat es nur noch ein Tscheche geschafft“, berichtet Schweiger stolz. Mit der Ende Mai beginnenden Monsunzeit ist nun eine solche Tour bis zum Herbst unmöglich. „Dann gehen da aber Kolonnen hinauf“, erzählt der passionierte Kletterer schaudernd.

Die drei Männer haben sich mit ihrer Expedition im Frühling ganz bewusst gegen den Bergsteigertourismus á la Mount Everest entschieden: „Der Everest ist vom Ama Dablam nur einen Tagesmarsch entfernt, dadurch sind wir auch einen Teil auf der berühmten Coca-Cola-Route gegangen. Da kommt es schon mal vor, dass du hundert Leute auf einmal vorbeilassen musst. Aber sobald du abbiegst, bist du allein.“ Im Basislager hätten sich so in den gesamten zwei Wochen „vielleicht 30 Personen“ aufgehalten.

Zwei Wochen dauerte es, bis das Trio auf dem Gipfel stand, dazwischen wurden viele Meter zwischen Basislager, Lager 1 und Lager 2 abgespult. Unterstützt in der Vorbereitung und vor Ort wurden sie von den beiden Nepalesen Kaji und Nawang Sherpa, die seit vielen Jahren im Winter auf der Hochwurzenhütte von Gottlieb Stocker arbeiten und in Nepal eine Trekking- und Expeditionsagentur führen. Auch im Basislager hatten die österreichischen Alpinisten Hilfe von Sherpas, den Weg bis auf 6814 Meter nahmen sie unter der Führung von Schweiger aber alleine.

Das war auch einer der Gründe, warum der gelernte Dreher den Moment am höchsten Punkt des Ama Dablam nicht ganz genießen konnte: „Ich hab’ mir eigentlich eher Sorgen gemacht, ob wir wieder heil hinunterkommen. Das ist ja immer nur der halbe Weg.“ Für ihn war aber der Weg selbst das Ziel: „Nepal ist als Land so faszinierend. Die Berge sind unvergleichlich schön, die Dimensionen sind ganz andere. Ein Gewitter schaut zum Beispiel auf 5000 Höhenmetern ganz anders als bei uns. Da sieht man die Blitze vom Boden in die Atmosphäre zurückschießen“, erzählt Schweiger mit leuchtenden Augen.

Hat er nach seinem großen Gipfelerfolg schon wieder neue Pläne? Der 25-Jährige zuckt die Schultern und lacht: „Ich sage immer Nein und dann fliege ich erst wieder.“

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