Kärntner des TagesStephan Weiss begleitet Mars-Mission der NASA

Der 36-jährige Kärntner Stephan Weiss arbeitet mit der amerikanischen Weltraumbehörde NASA daran, dass „sein“ Helikopter mit zum Roten Planeten fliegt.

Das Fluggerät mit Know-how von Stephan Weiss kann vom Mars Bilder liefern, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat
Das Fluggerät mit Know-how von Stephan Weiss kann vom Mars Bilder liefern, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat © KLZ/Weichselbraun
 

Geboren in Caracas, gereift in der Schweiz, geforscht in den USA, gelandet in Klagenfurt – und jetzt ist der Mars das nächste Ziel von Stephan Weiss: „Als ich gefragt wurde, ob unser Helikopter auch am Mars fliegen kann, habe ich kurz an einen Scherz gedacht“, erzählt der 36-jährige Professor am Institut für Intelligente Systemtechnologien an der Universität Klagenfurt.

Doch inzwischen ist es ernst geworden mit der Mars-Mission. Im Jahr 2020 will die Raumfahrtbehörde NASA einen Rover zum Roten Planeten schicken. Auf dem Vehikel könnte ein kleiner Helikopter mit Know-how aus Klagenfurt montiert sein.

Das Fluggerät ist eine Art Drohne. Der Helikopter nützt kein GPS, sondern ist kamerabasiert: Er orientiert sich beim Fliegen an dem, was seine Kamera ihm von der Umgebung zeigt. Am Mars könnten das Bilder sein, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Doch warum wird die Geschichte dieses Science-Fiction-Abenteuers ausgerechnet in Klagenfurt erzählt? Dank gebührt unter anderem den nicht allzu gesunden Lebensmitteln in amerikanischen Supermärkten. „In den USA ist die Lebensqualität doch eine andere als in Europa. Es wird kritisch gesehen, wenn Kinder alleine im Garten spielen. Beim Einkaufen muss man darauf achten, dass man wohl Bioprodukte kauft“, erzählt Weiss.

Europa muss sich nicht verstecken

Nach Kalifornien war der Schweizer nach seiner Promotion an der ETH Zürich gegangen. Er arbeitete am prestigeträchtigen Jet Propulsion Labratory (JPL) der NASA. „Diese geballte Wissen an einem Ort ist schon spannend. Aber Europa muss sich da nicht verstecken, auch Klagenfurt nicht“, sagt Weiss.

Nach drei Jahren zog es den Vater einer kleinen Tochter dann wieder zurück auf den alten Kontinent. „Klagenfurt gefällt mir sehr gut. Vor allem diese ehrliche Mentalität der Zusammenarbeit an der Uni. Die Leute gehen aufeinander zu, wollen etwas zusammen erreichen und bewegen. An anderen Institutionen arbeiten oft sehr ehrgeizige Leute, mit denen die Zusammenarbeit manchmal nicht so konstruktiv ist“, sagt Weiss.

Der Draht in die USA riss auch in Klagenfurt nicht ab. Durch die Kontakte von Weiss landete ein Stück des Mars-Projektes am Ende an der Universität Klagenfurt. Ob der Mini-Helikopter mit Know-how von Weiss und seinem Team tatsächlich mit zum Mars fliegen wird, entscheidet sich wahrscheinlich erst im Frühjahr.

Dann wird Weiss selbst wohl auch wieder abheben. Der Universitäts-Professor ist nämlich leidenschaftlicher Gleitschirmflieger: „In Kärnten gibt es da tolle Stellen. Ich bin oft auf der Gerlitzen oder am Radsberg.“

Woanders landen will der international erfahrene Forscher nicht mehr so schnell. Seiner Familie und ihm gefällt es in Kärnten. „Wir haben uns gut eingelebt. Meine Tochter wird jetzt halt Kärntner Dialekt statt Schweizerdeutsch sprechen“, sagt Weiss und lacht.

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