Sicherheitstipps für PoolsDamit der Badespaß nicht zum tödlichen Ernst wird

Kleinkinder können in weniger als 10 cm Wassertiefe ertrinken. Wie der sichere Badespaß im Pool zuhause gelingt und was im Notfall zu tun ist.

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Pools, Biotope oder Plantschbecken haben bei diesen Temperaturen eine enorme Anziehungskraft, auch für Kinder, die noch nicht schwimmen können oder noch nicht so sehr darin geübt sind.

In Österreich kommt es jährlich zu mehr als 20 Ertrinkungsunfällen bei Kindern. Zwei bis drei Kinder sterben in Plantschbecken, Pool, Biotop oder Schwimmteich. Bei Kleinkindern bis 5 Jahren ist Ertrinken die häufigste tödliche Unfallursache. Auf jeden tödlichen Ertrinkungsunfall kommt ein weiteres Kind, das in der Folge mit schweren geistigen Behinderungen leben muss.

Deshalb ist gerade bei diesem Thema, die ungeteilte Aufmerksamkeit von Erwachsenen besonders wichtig. Denn im Ernstfall entscheiden nur 4 Minuten über Leben und Tod. 90 Prozent der Ertrinkungsunfälle von Kindern passieren, wenn Kinder unter Aufsicht und die Erwachsenen nur 10 Meter entfernt sind. Der Verein "Große schützt Kleine" hat Tipps, wie die ganze Familie den Badespaß gesund und sicher genießen kann.

Sichere Umgebung

  • Sichern Sie Pools/Biotope/Schwimmteiche mit einem 1,5 m hohen Zaun mit einer selbstschließenden Tür. Dadurch wird der direkte Zugang zum Wasser verhindert.
  • Installieren Sie ein elektronisches Sicherheitssystem im Pool, das Alarm schlägt, wenn ein Kind unbeobachtet ins Wasser geht oder zu ertrinken droht. GROSSE SCHÜTZEN KLEINE empfiehlt hier das an der ETH Zürich entwickelte System Blue Fox Poolsicherheit.
  • Entfernen Sie Spielzeug aus der unmittelbaren Nähe des Pools.
  • Entleeren Sie Wasser aus Bottichen oder anderen Gefäßen im Garten, zu denen Kleinkinder Zugang haben. Kleinkinder können bereits in weniger als 10 cm Wassertiefe ertrinken.
  • Legen Sie Biotope nur an gut einsehbaren Stellen an und achten Sie darauf, dass der Untergrund an den Randbereichen nicht rutschig ist. Auch hier empfehlen wir eine Umzäunung.

Sichere Ausrüstung

  • Legen Sie ihren Kindern in Booten, an Seen, im Meer und bei Wassersportaktivitäten geprüfte Schwimmwesten an. Die Schwimmweste muss fest und kompakt sitzen, und über einen Schrittgurt verfügen. So kann sie nicht über Kinn oder Ohren schlüpfen.
  • Verwenden Sie Schwimmhilfen wie Schwimmflügel/Schwimmreifen und Schwimmwürste  nur unter Aufsicht. Sie sind kein ausreichender Schutz vor dem Ertrinken und ersetzen nicht die Aufsichtspflicht.
  • Legen Sie den Erste Hilfe-Koffer, ein Telefon und die Notrufnummern griffbereit in die Nähe eines Pools oder Biotops.
  • Betrachten Sie Schwimmtiere und Luftmatratzen als Spielzeuge. Sie bieten keinen Schutz vor dem Ertrinken und sollten nur unter Aufsicht verwendet werden. Bei Schwimmreifen besteht die Gefahr des Durchrutschens.

Erziehung zur Sicherheit

  • Besuchen Sie mit Kindern ab dem 5. Lebensjahr aufeinander aufbauende Schwimmkurse mit einem geprüften Schwimmlehrer.
  • Absolvieren Sie einen Kindernotfallkurs zur Ersten Hilfe, um im Notfall richtig reagieren zu können.
  • Lehren Sie ihren Kindern die Wassersicherheitsregeln.

Auch Erwachsene sind nicht gefeit

„Jährlich ertrinken durchschnittlich 40 bis 50 Menschen in Österreich. Besonders betroffen sind Kinder. Sie können bis zu einem Alter von ca. drei Jahren sogar bei geringer Wassertiefe lautlos ertrinken. Um Badeunfälle zu verhindern, müssen ein paar Sicherheitsregeln beachtet werden“, sagt Erik Teumann, Vorsitzender der Samariterbund-Wasserrettung.

Jeder fünfte Unfall im Wasser endet mit bleibenden Beeinträchtigungen. Kinder müssen im Wasser von Erwachsenen immer beaufsichtigt werden, solange sie nicht selbst gut schwimmen können. Sie sollten so früh wie möglich ans Wasser gewöhnt werden und ab dem vierten Lebensjahr im Rahmen eines Kurses schwimmen lernen. Nach langen Sonnenbädern und üppigem Essen kann ein Sprung ins Wasser aber auch für geübte Schwimmerinnen und Schwimmer gefährlich sein. Daher sollte man sich vorher immer langsam abkühlen. „Der Samariterbund zeigt Jugendlichen und Erwachsenen im Rahmen eines professionellen Rettungsschwimmkurses die richtige Hilfeleistung bei Unfällen im Wasser“, sagt Teumann.

Der Ertrinkungstod geht sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen leise vonstatten. Dadurch wird das Umfeld nicht aufmerksam. Jede Person, die in Wassernot war, muss ärztlich untersucht werden, da die Gefahr des sogenannten „sekundären Ertrinkens“ besteht. Der beste Schutz gegen Wasserunfälle ist es, immer gemeinsam mit zumindest einer zweiten Person im Wasser zu sein, auch im Schwimmbad. Keine Beckenaufsicht ist in der Lage, alle Personen in einem Pool permanent zu beobachten.

 

 

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