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Neuer IsolationsreportCorona-Auswirkungen: Wie Österreicher die Isolation erleben

Isolation ist nicht gleich Isolation: Wie Wohnraumgröße und Nachwuchs das Erleben während der Ausgangssperre beeinflussen untersuchte das Meinungsforschungsinstitut Marketagent.

Auswirkungen der Isolation © (c) M.Dörr & M.Frommherz - stock.adobe.com (Miriam Doerr & Martin Frommherz)
 

Innerhalb Österreichs lassen sich in Bezug auf die Wahrnehmung der Isolations-Maßnahmen individuelle Unterschiede feststellen. Entscheidende Faktoren dafür, wie diese erlebt werden, sind einerseits die Größe des Wohnraumes, andererseits die Familienverhältnisse, wie das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent aus den Ergebnissen seines Isolationsreportes schließt.

Eine kleinere Wohnfläche führt tendenziell dazu, dass die Zeit in der Isolation schwieriger auszuhalten ist. Auch Kinder im Haushalt stellen die Eltern in Corona-Zeiten vor einige Herausforderungen. Wie sich dies im Detail gestaltet, zeigen die Ergebnisse.

Wohn- und Familienverhältnisse

Ob eine Ein-Zimmer-Wohnung oder ein Einfamilienhaus zur Verfügung steht, ob Säugling, Kleinkind oder Teenie im Haushalt lebt, all dies schafft sehr unterschiedliche Situationen, in denen der Alltag nun gemeistert wird. Gerade jene Personen, die auf kleinerem Raum leben, haben im Vorfeld der Isolation vermehrt ihren Wohnraum umgestaltet und tendenziell häufiger in neue Freizeit-Produkte investiert.

Maßnahmen bzgl. der aktuellen Krisensituation Foto © marketagent.com

Dies trifft laut Isolationsreport jeweils auf gut jeden Fünften mit maximal 50 m2 Wohnfläche zu, im allgemeinen Sample nur auf 14 bzw. 17 Prozent der Befragten. Trotz dieser Maßnahmen scheint das kleinere Heim weniger Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten. So haben Personen auf wenig Raum häufiger mit Langeweile zu kämpfen. Zieht man in Betracht, dass in kleinen Wohnungen tendenziell mehr alleinstehende Personen leben, mag die aufkeimende Langeweile aber insbesondere auf das Fehlen eines Partners zurückzuführen sein und nicht notwendigerweise auf die Wohnfläche per se.

Kompensation

Es müssen somit andere Mittel und Wege gefunden werden, um fehlende soziale Kontakte zu kompensieren. Als äußerst wichtig stellen sich für Personen, die auf maximal 50 m2 wohnen, dabei die Spielkonsole sowie ein funktionierendes Internet heraus. Sich auf Dinge zu konzentrieren, zu denen man sonst nicht kommt, scheint bei geringem Wohnraum aber eher weniger an der neuen Tagesordnung zu stehen. Im Gegensatz dazu nutzen all jene, die auf einer größeren Wohnfläche leben, die zusätzliche Zeit in der Isolation sehr gerne zu diesem Zweck. Denn: Je mehr Platz, desto höher auch der Aufwand, den Wohnraum instand zu halten.

Balkendiagramm: die Gesamtauswahl links, Alter 15-18 Mitte und rechts die Umfrageteilnehmer, die älter als 18 sind Foto © marketagent.com

Isolation kein Kinderspiel

Insgesamt fehlen besonders mit Kindern im Kindergartenalter die sozialen Kontakte signifikant stärker. Während dies laut Isolationsreport  nur knapp jeden Dritten betrifft, empfindet knapp jeder zweite Elternteil mit Kindern zwischen 3 und 5 Jahren so.

Vor allem Familien mit Kindern bis zum Volksschulalter und jünger haben öfter Hamsterkäufe gemacht und Produkte auf Vorrat gekauft. Ebenso wurde der Wohnraum angenehmer gestaltet. Um den Nachwuchs zu beschäftigen, wird nun gerne auch zu elektronischen und digitalen Hilfsmitteln gegriffen. Mit Kindern im Volksschulalter ist die Spielekonsole ein recht wichtiges Utensil gegen Langeweile-Frust. Auf Streaming-Dienste will man ebenfalls möglichst nicht verzichten, wenn Kinder bis 14 Jahre im Haushalt sind.

Eigener Partner unverzichtbar

Unverzichtbar wird für Personen mit Kindern laut Isolationsreport aber vor allem der eigene Partner bzw. die Partnerin. Während im gesamten Sample nur gut 44 Prozent die Isolation nicht ohne ihre bessere Hälfte verbringen wollen, betrifft dies unter den Eltern von 0 bis 2-jährigen Kleinkindern knapp doppelt so viele. Auch mit Kindergarten- und Volksschulkindern im Haushalt wollen mehr als 6 von 10 nicht ohne ihren Partner.

Etwas einfacher werde es für die Eltern erst, wenn die Sprösslinge älter werden, heißt es. Beispielsweise wird die Möglichkeit, sich auf Dinge konzentrieren, zu denen man sonst nicht kommt, erst zu einem richtig positiven Aspekt in der Krise, wenn die Kinder im Haushalt mindestens 15 Jahre alt sind. Erst ab diesem Alter kommt auch etwas mehr Ruhe und Entspannung dazu.

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Danke für Ihr Verständnis.

Kristianjarnig
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Lesenswert?

Meine Meinung zu diesem Artikel - da hat jemand das heiße Wasser neu erfunden...

Klar -jemand der auf kleinstem Raum Leben muß, zudem vielleicht noch allein, bei dem wird es schwierig. Es gibt auch nichts(bzw. nicht viel) zu renovieren, ist ja nicht viel was da.

Was die Familien angeht, mein Umfeld. Ich bin in Italien stationiert und "interniert"(Ausgangssperre), wenigstens steht uns aber ein Reihenhaus mit mehr als genug Platz und Arbeit zur Verfügung. Dazu 2 Kinder, beide in "Fernschulung", virusbedingt, die Ehefrau darf Aushilfslehrer spielen was sie auch mit Bravour schafft.

Freizeitgestaltung ist vielfältig: Jeder macht seine Einheit Sport, ist auch notwendig wenn man eingesperrt ist. Dazu dann diverse Arbeiten die man im normalen Arbeitsalltag eben nie erledigen konnte weil die Zeit fehlte - ich habe endlich meine Garage entrümpelt und auf Vordermann gebracht, dazu die seit langem eingelagerte Carrera Rennbahn wieder aufgebaut, die Kinder sind begeistert.
Dazu ein wenig Fernsehen, Zeitungsschmöckern, Dinge erledigen für die man sonst nie Zeit hatte.

Ganz klar ist - jemand mit Haus und Garten(idealerweise am Land in der Nähe eines Waldes) ist ganz klar im Vorteil gegenüber jemanden in einer Kleinstwohnung in der Stadt - zumindest in Corona Zeiten(für mich eigentlich immer aber das ist Geschmackssache).

Das man für 14 Tage Vorräte haben sollte empfinde ich nicht als "hamstern"(außer man startet am Beginn der Krise damit) sondern als vorausschauend.

Auch jetzt gehen wir maximal 1mal/Woche in den Supermarkt. Mehr ist nicht notwendig.