Verschärfungen zu SilvesterGastro-Vertreter fassungslos: "Mückstein soll Ministeramt zurückgeben"

Erst in der Vorwoche wurde die Gastro-Sperrstunde für Silvester aufgehoben. Jetzt erfolgt die Kehrtwende: Lokale müssen um spätestens 22 Uhr schließen. Wirtschaftskammer-Gastro-Vertreter Pulker fürchtet massive Umsatzeinbußen, Hoteliers warnen vor einer Stornewelle. Gesundheitsminster Mückstein verteidigt die Verschärfungen: "Können nicht sehenden Auges in die Welle hineingehen".

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++ THEMENBILD ++ CORONA: GASTRONOMIE / GASTRO / RESTAURANT / CAFE / LOCKDOWN
Gastronomie-Obmann Klaus Friedl © APA/HELMUT FOHRINGER
 

"Über die Weihnachtsfeiertage und zu Silvester fällt der Lockdown auch für Ungeimpfte, zudem wird die Covid-19-Sperrstunde in der Gastronomie aufgehoben" – das wurde erst Ende der Vorwoche seitens der Regierung verkündet. Nur wenige Tage später  wurde nun der Retourgang eingelegt: Nach den Weihnachtsfeiertagen (ab 27. Dezember) wird die Gastronomie-Sperrstunde auf 22 Uhr vorverlegt, das gilt auch zu Silvester.

Die Nachricht sorgt in der Gastronomie für Verärgerung. Wirtschaftskammer-Gastrovertreter Mario Pulker befürchtet massive Umsatzeinbußen, wie er im Ö1 Morgenjournal am Donnerstag betont: "Wir sind fassungslos", so Pulker. Das Vorgehen des Gesundheitsministeriums sei vollkommen hilflos, sagt er Richtung Minister Mückstein. Dieser solle sich überlegen, "ob er nicht zu seinem angestammten Amt zurückkehrt und das Ministeramt sein lässt und es jemandem anderen übergibt, der das sicher besser machen könnte". Die Leute treibe man jedenfalls auf diese Art nur in das unkontrollierbare Private, das sei kontraproduktiv.

Hotelier-Präsidentin: "Rückkehr zu alter Regelung"

Ähnlich sieht das etwa auch Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger: "Epidemiologisch hat das keinen Sinn, überhaupt keinen Sinn", sagt sie. Man dränge die Leute de facto in den "ungeschützten Bereich rein, wo viel zu viele nicht geimpft" seien. Mit solchen Regelungen verliere die Regierung das Verständnis der Menschen.

Hotelier-Vizepräsident Walter Veit sieht zudem eine Stornowelle anrollen, weil mehrere wichtige Urlauber-Herkunftsländer zu Omikron-Risikogebieten erklärt wurden. Beide Branchen fordern von der Regierung eine Aufstockung der finanziellen Hilfe. Von "realitätsfremden Regelungen" spricht Hoteliers-Chefin Michaela Reitterer in Bezug auf die verschobene Silvester-Sperrstunde. Sie fordert nun eine "Rückkehr" zur "alten Regelung". 

Wolfgang Mückstein verteidigt die Verschärfungen

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein verteidigt indes die Verschärfungen. Auch wenn er die Frustration verstehe, so der Minister, könne man "nicht sehenden Auges in die Welle hineingehen". 

Verhindern lasse sich die Ausbreitung der neuen Virusvariante nicht, durch die neuen Maßnahmen gewinne man aber zumindest mehr Zeit. So könnten sich mehr Menschen impfen lassen und die Intensivstationen würden eine Verschnaufpause bekommen, so der Minister im Ö1-Journal.

Kommentare (99+)
melahide
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Hm

Macht er was, bringt er die Wirtschaft um. Macht er nichts, ist er fahrlässig und inkompetent. Wer sich das antut …

Hildegard11
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Inkompetente und korrupte...

...Individuen ( Schmid und Familie...) tragen das Ihre bei, dass man diesen Verordnungsirrsinn nur noch ungern mitträgt umd noch weniger versteht.

rouge
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Die Gastronomie

wirbt mit hohen Sicherheitsstandards.
Aber nicht alle halten sich daran. 2G wird oft nicht oder sehr widerwillig (kurzer Blick aufs Impfzertifikat) kontrolliert.

aposch
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Entgegengesetzt

Warum wohl ist die Ablehnung der Regierung so enorm.
Wer ehrlich ist, der kennt auch die Lösung.
Zum Einen ist die Regierung verpflichtet, für die Gesundheit der Menschen zu sorgen und dazu ruft sie die Bevölkerung auf, sich impfen zu lassen. Dass Viele davon Impfverweigerer und boshafte Egoisten sind, ist leider auch bekannt.
Andererseits wird dem Handel und der Gastronomie durch nicht nachvollziehbares Auf- und Zusperren die Planbarkeit ihrer Öffnungszeiten maßlos erschwert. Dass diese Gegensätzlichkeiten beidseitig immensen Frust und dadurch Ablehnung erzeugen, ist wohl verständlich.
So wäre es wohl nobelpreiswürdig, da den entsprechenden Ausweg zu finden.

Harry70
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Leicht gemacht

Nicht die Regierung mit ihren sonderbaren Regeln und Maßnahmen ist Schuld. Nein, die Menschen, welche sich nicht impfen lassen sind an allem schuld .. wer sonst? Österreich bitte wach endlich wieder auf

crawler
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Die Gastronomie ist

verständlich verärgert weil sie ihre Betten und Tische füllen will. Der Gesundheitsminister muß im Gegenteil dafür sorgen, dass er (Spitals-) Betten leeren kann. Dazu braucht es halt auch oft unpopuläre Maßnahmen. Es kann leider niemand vorhersehen, wie schnell sich die Virus Situation wirklich ändern kann, zumal sich ja immer wieder andere Mutationen auftun. So braucht es eben auch für den Gesundheitsminister Verständnis.

Leberknoedel
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Wenn ich Omikron milder Verlauf google

Bekomme ich Infos über Studien aus SA und GB, alle sehr neu und alle sagen das Gleiche aus. Milder Verlauf.

Warum also diese Panikmache? Wir werden schön langsam lernen müssen mit dem Virus zu leben, die Südafrikanerin Dr. Angelique Coetzee, die Omikron als erste nachgewiesen hat, sieht es sogar als Chance an.

Mir geht es nicht um die Sperrstunde, obgleich mir nicht klar ist, warum das Virus anscheinend bis 22:00 Uhr harmloser ist als danach. Mir geht es um ein normales Leben wieder.

Also, lasst euch impfen und dann aufgesperrt der Laden

checker43
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Das

Virus ist nicht nach 22 Uhr gefährlicher. Aber es gibt weniger Kontakte bei früherer Sperrstunde. Und Coetzee sagte nichts über die Gefährichkeit des Virus bei älteren Personen. Sie sagte, dass ihre jungen Patienten (bisher) leichte Verläufe hatten. Eingeliefert wurden in Südafrika aber dennoch Patienten in die Krankenhäuser.

Wenn der Verlauf tatsächlich milder ausfällt, kann man mehr Infektionen zulassen und die Maßnahmen lockern. Aber das ist kein Argument, es ohne Widerstand durchlaufen lassen zu können, weil dann dennoch eine Überlastung der Krankenhäuser aufgrund der höheren Ansteckbarkeit droht.

Reipsi
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Was wollt ihr eigentlich

wollt ihr das wir vom Virus überschwemmt werden, ohne Rücksicht auf Verluste, anders kann ich mir die Reaktion nicht vorstellen, marschiert ihr auch bei dem Verweigeren und Gstörten mit , bitte klar sagen wie ihr es machen würdet, dann werma sehn ob die Mehrheit dafür ist .

serge41
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Schwedens Politik

1. Jedem einen freiwilligen Schutz anbieten (Impfung, Med.)
2. Die Durchimmunisierung ermöglichen.
3. Keinen Lockdown
4. Die Impfpflicht aufheben oder Alkoholverbot und Rauchverbot, den die ökosozalien Schäden sowie die Belegungen der Spittäler mit JÄHRLICH Zehntausenden Patienten durch schwerste Folgeerkrankungen belasten unser Gesundheits und Wirtschaftssystem. Wie ist es vereinbar das ein Nichtraucher, Antialkoholiker oder schlanker Sozialabgabenzahler auf seine Gesundheitsversorgung warten muss! Wie kann es sein, dass ein Alkoholiker Arbeitslosengeld beziehen darf, er hat es selbst verschuldet. (zum Nachdenken für liebe Mitmenschen welche Ungeimpften die Versorgung im KH. streichen wollen)
Die Leute rauchen und saufen gegen jede Vernunft, es wird Ihnen sogar auf die Schachtel geprintet. Rauchen ist SCHÄDLICH. ....
Seit friedlich, jeder lebt von und mit dem ANDEREN.
Auch wenn die Regierung fundamentalste Psychologie negiert, sollten wir aus der Geschichte gelernt haben.
Wer eine Minderheit radikalisiert, radikalisiert auch die Merheit.
Vielen Dank und schöne Festtage!

Harry70
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@serge41

Danke, danke, danke. Endlich ein ernstzunehmendes Kommentar. Ich wünsche Ihnen auch frohe Festtage.

checker43
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Ungeimpfte sollen

nicht in Lokale. (Auch Schweden)

Mein Graz
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@serge41

Um den "schwedischen Weg" ohne Tausende "Kollateralschäden" einschlagen zu können müssten ALLE Österreicher die schwedische Mentalität mitbringen, zusätzlich noch ihren Egoismus aufgeben und diszipliniert sein.
Und weil dem nicht so ist, kann das bei uns nicht funktionieren.

1. wird angeboten
2. Durchimmunisierung wird abgelehnt, sonst ließen sich die Leute ja impfen.
3. Ohne Lockdown geht's nicht, weil sich viele nicht an notwendige Vorschriften halten, von Empfehlungen red ich gar nicht.
4. Impfpflicht ist wohl notwendig, siehe Pkt 2

Den Rest zu kommentieren schenk ich mir, da sind so viele Verallgemeinerungen und Gemeinplätze drin, die einfach so nicht passen.

serge41
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Impfrate Schweden!

1. Völliger Zynismus deinen Mitbürgern gegenüber, beide Länder haben an die 70% geimpft.
2. Durchimmunisierung mit und ohne MRNA
3. Schweden hat kaum Maskenpflicht, deine Mitbürger (Österreicher) halten sich aber vorbildlich an die Maskenpflicht.
4. Denk an meinen Gedankenanstoss, es kann in Zukunft auch dich treffen. Alles ist nun denkbar, die Büchse der Pandora ist geöffnet!
(eingeschränkter Internetzugang, absolutes Rauchverbot, Alkoholverbot, Auto fahrverbote. etc. )

Denkst du die jetzige Minderheit wird nicht zurückschlagen? Sie werden die Regierung mit Forderungen der oben angeführten Verbote vor sich her treiben und so wird viele Jahre kein Frieden sein. Wir haben friedlich miteinader gelebt, denn es wurde jedem erlaubt seine Freiheit zu leben.
Die korrupteste Regierung ever (es gilt die Unschuldsvermutung), will besorgten Bürgern die Zügel anziehen, das ist nur mehr süffisant.

Leberknoedel
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Ja, ich will

Ich hab alles getan was die Regierung für notwendig hält, bin geboostert, mein Kind ist geimpft, alles gemacht.

Und jetzt soll wieder ein normales Leben einsetzen, es hatten alle genug Zeit sich zu schützen. Wer nicht will, der soll schauen wo er bleibt.

Stubaital
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Corona

Herr Pulker bitte übernehmen Sie das Ministerium.

jg4186
16
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besser machen?

Der Gesundheitsminister tut, was er tun muss.
Gesundheit ist das Wichtigste, sagen viele - und für die Gesundheit muss er, müssen wir alle was tun. Das Virus bestimmt derzeit den Lauf der Dinge - die Regierung kann nur reagieren, nach bestem Wissen und Gewissen.
Wenn schon schimpfen und jammern: gegen das Virus (wird nicht viel helfen) und gegen alle, die sich immer noch nicht haben impfen lassen.

rontin
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Aber schön langsam muss ich auch mal was sagen….

…. Ich verstehe die Gastronomen schon, man kann die nicht immer von einer Woche auf die andere zu und aufdrehen… und das mit dem, dass es epidemologisch auch nicht ganz so viel Sinn macht verstehe ich: in der Gastronomie muss man zumindest 2G haben… daheim trifft sich jeder, warum haben die für Silvester nich 2G plus gemacht, dafür offen lassen… verstehe ich echt nicht…

rontin
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Aber schön langsam muss ich auch mal was sagen….

…. Ich verstehe die Gastronomen schon, man kann die nicht immer von einer Woche auf die andere zu und aufdrehen… und das mit dem, dass es epidemologisch auch nicht ganz so viel Sinn macht verstehe ich: in der Gastronomie muss man zumindest 2G haben… daheim trifft sich jeder, warum haben die für Silvester nich 2G plus gemacht, dafür offen lassen… verstehe ich echt nicht…

rontin
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Aber schön langsam muss ich auch mal was sagen….

…. Ich verstehe die Gastronomen schon, man kann die nicht immer von einer Woche auf die andere zu und aufdrehen… und das mit dem, dass es epidemologisch auch nicht ganz so viel Sinn macht verstehe ich: in der Gastronomie muss man zumindest 2G haben… daheim trifft sich jeder, warum haben die für Silvester nich 2G plus gemacht, dafür offen lassen… verstehe ich echt nicht…

wischi_waschi
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Wirte

Ich, kann nur appellieren steht alle auf,
Lasst es euch das nicht gefallen.......
Natürlich müsst Ihr an 1.Stelle die Wirtschaftskammer mit nassen Fetzen davon jagen........
Aber leider werdet Ihr das nicht tun .........
Deshalb tut Ihr mir auch nicht leid.....
Die paar Wirte die das schon machen , öffnen für alle , zolle Ich meinen vollsten Respekt!

HansWurst
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MIMIMI

Bald ist der 1.2.2022!

kritik53
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Gastro

Die Gastronomen würden auch gerne offen halten, wenn jeden Tag ein Verstorbener aus dem Lokal zu tragen wäre. Gesundheit sollte immer noch mehr zählen als der Profit der - unbestritten - nicht leichten Branche. Das haben aber viele noch nicht kapiert.

blackpanther
18
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Tut mir leid

aber beim Einhalten der Spielregeln sind unsere Gastronomen im Vergleich zu Frankreich und Italien gaaaaanz schlecht. Ich wurde seit Einführung des grünen Passes kein einziges Mal bei sicher mehr als 30 Gasthausbesuchen (in verschiedenen Städten und Gasthäusern) kein einziges Mal mit dem green check geprüft geschweige dass um einen Ausweis gefragt wurde. Ich hätte den Nachweis von irgendeinem Bekannten vorlegen können. Am originellsten die Frage einer Wirtin an einem See: „seids eh gsund, wenn net, trinkst a Bier…“. So läuft Kontrolle in Österreich! Und dann sagt Herr Friedl: „wir haben alles menschenmögliche getan…“. Offenbar hat der gute Herr nie selbst ein Gasthaus besucht, sonst hätte er diesen Schlendrian, der jetzt der Gastronomie auf den Kopf fällt, gesehen!

Leberknoedel
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Wo lebst du bzw. verkehrst du?

In Graz bin ich jedes Mal kontrolliert worden, in einem Lokal sogar jedes Mal wenn ich dort bin, obwohl mich dort die Kellner schon kennen.

Immerkritisch
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Genau so

ist es, LEIDER!
Und dass es laut Statistik in der Gastronomie keine Ansteckungen gibt, liegt daran, dass es beim Contact Tracing kaum jemand erwähnt - man will ja seinem Stammlokal nicht schaden - leider der falsche Weg.

 
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