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Reaktionen aus der SteiermarkKurzarbeit: Nun beginnt in den Betrieben das Rechnen

Sowohl Gastronomie als auch Industrie sind mit den neuen Varianten der Kurzarbeit zufrieden. Erst der Blick in die Bücher zeigt, ob ein Unternehmen auch die großzügige Kurzarbeits-Variante in Anspruch nehmen kann.

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Symbolbild © Kleine Zeitung / Weichselbraun
 

Seit Einführung der Kurzarbeit haben in der Steiermark rund 170.000 Personen Unterstützung durch diese Maßnahme erhalten. Und auch im Juni sind weiterhin rund 38.000 Menschen in rund 5900 Betrieben zur Kurzarbeit angemeldet, wie die Zahlen des AMS Steiermark zeigen. Ob wirklich alle wirklich Kurzarbeit in Anspruch nehmen, zeigt sich aber erst nach der Abrechnung. 

Dass diese Maßnahme nun in zwei Formen verlängert wird, ist vor allem für die Gastronomen eine Erleichterung. Denn die Nachtgastronomie und die Stadthotellerie sind weiterhin stark von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. "Nun wird in den Betrieben das Rechnen beginnen, ob sie weiterhin in die großzügige Form der Corona-Kurzarbeit fallen", erklärt der steirische Gastronomie-Obmann in der Wirtschaftskammer, Klaus Friedl. Denn nur Unternehmen die im Sommer 2020 mehr als 50 Prozent weniger Umsatz hatten als im Sommer 2019, können die Mindestarbeitszeit auf bis zu null Prozent senken. Hier werde es sicher auch Grenzfälle geben, befürchtet Friedl.

Auch in der Industrie kann es immer wieder zu Corona-Bedingten ausfällen kommen. Die Ursache sind aber nicht die nationalen Maßnahmen, sondern vielmehr die internationale Verflechtung der Lieferketten, erklärt Gernot Pagger, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Steiermark. "Wenn beispielsweise wichtige Lieferanten ihre Werke in Indien schließen müssen, kann das zu Produktionsstillständen in der Steiermark führen, weil wichtige Materialien fehlen. Für Fälle wie diese ist die nun adaptierte Variante der Corona-Kurzarbeit bis zum Sommer 2022 sehr wichtig und im Sinne von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Gleichzeitig dürfen wir nicht übersehen, dass wir trotz relativ hoher Arbeitslosenzahlen einen Fachkräftemangel erleben. Qualifizierungsmaßnahmen sind der einzige Weg, um beide Probleme gleichzeitig und gemeinsam erfolgreich zu bekämpfen."

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