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SwarovskiGrößter Gesellschafter Gernot Langes-Swarovski gestorben

Insgesamt 35 Jahre, also fast ein halbes Leben lang, stand Gernot Langes-Swarovski als geschäftsführender Gesellschafter an der Spitze des Swarovski-Konzerns.

GERNOT LANGES SWAROVSKI
© APA/ROBERT PARIGGER
 

Eine große Unternehmerpersönlichkeit ist am gestrigen Donnerstag nach langer und mit großer Geduld ertragener Krankheit im 77. Lebensjahr im Beisein der engsten Familie verstorben: Als größter Swarovski-Gesellschafter und Multi-Unternehmer hat Langes-Swarovski den Industrie- und Wirtschaftsstandort nachhaltig mitgeprägt. Zahlreiche Auszeichnungen würdigen das Lebenswerk des Tiroler Managers von internationalem Format.

Sein Leben stand im Zeichen der Kristalle: Insgesamt 35 Jahre, also fast ein halbes Leben lang, stand Gernot Langes-Swarovski als geschäftsführender Gesellschafter an der Spitze des Swarovski-Konzerns. Bereits mit 24 Jahren trat der am 13. Oktober 1943 in Wattens geborene Urenkel von Unternehmensgründer Daniel Swarovski in die Geschäftsführung ein und bereitete den Aufstieg zur international gefragten und einzigartigen Marke.

London und Kristallwelten

In seine Zeit fiel die Weiterentwicklung des Kerngeschäftes mit der weltweiten Vermarktung von kristallinen Geschenk- und Schmuckartikeln: Mit einer anlässlich der ersten Olympischen Winterspiele in Innsbruck kreierten Kristallmaus wurden neue Kundenschichten und Märkte geöffnet. Anfang der 1980er Jahre folgte der erste Swarovski Shop in London, 1995 die gemeinsam mit André Heller kreierten Swarovski Kristallwelten in Wattens. Heute zählt Swarovski zu den erfolgreichsten Schmuckkonzernen und ist auf der ganzen Welt präsent.

Unbändiger Geist

Gernot Langes-Swarovski war charismatischer Unternehmer aus Leidenschaft und hat darüber hinaus viele weitere Impulse gesetzt. Seine Weggefährten bezeichnen Gernot Langes-Swarovski als "mit unbändigem, unternehmerischen Geist beseelt": Die Gründung der Tyrolean Airways geht ebenso auf sein Engagement zurück wie die internationalen Erfolge des FC Swarovski Tirol in den frühen 90er-Jahren. Unter dem Dach der GLS-Gruppe sind heute die zahlreichen, privaten Beteiligungen zusammengefasst - vom renommierten Weingut Bodega Norton in Argentinien bis zu innovativen Unternehmen der Start-up-Branche.

Rückzug aus Öffentlichkeit

Mit dem Ausscheiden aus der Swarovski-Geschäftsführung 2002 und aus dem Swarovski-Beirat 2010 zog sich Gernot Langes-Swarovski auch weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurück, lediglich bei den Heimspielen "seiner" WSG Wattens war er bis zuletzt treuer und stolzer Stammgast. Der Träger des Goldenen Verdienstkreuzes der Republik Österreich und Ehrenringträger des Landes hinterlässt drei Kinder. Die Beisetzung findet in den nächsten Tagen im engsten Familienkreis statt.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter und Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (beide ÖVP) sprachen den Hinterbliebenen von Langes-Swarovski ihr Beileid aus. "Ein ganz großer Tiroler ist nicht mehr - Sein Handeln und Wirken für das Familienunternehmen Swarovski, das er zur international angesehen Marke ausgebaut hat, sowie für den Standort Wattens und das Bundesland Tirol waren stets ungebrochen und bleiben unvergessen. Das gilt auch für sein Engagement für das Sportland Tirol", würdigte Platter den Verstorbenen. Zoller-Frischauf bezeichnete ihn als "Paradeunternehmer", der für den Wirtschaftsstandort Tirol "Großes geleistet" habe, "das noch bis weit in die Zukunft nachwirken wird". Betroffen zeigte sich auch Tirols Wirtschaftsbundobmann Abg. Franz Hörl. "Er war der Inbegriff, das Sinnbild des Unternehmens, dessen erfolgreiche Entwicklung als globaler Player er bis 2002 markant und in unnachahmlicher Weise lenkte", so Hörl.

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