8 Zoll, 5,25 Zoll, 3,5 ZollVom Band zur Scheibe: Die Diskette wird 50 Jahre alt

Die ersten Computer in den 1950ern und 1960ern verwendeten noch große Magnetbänder als Speicher. Die Erfindung der Diskette vor 50 Jahren war ein entscheidender Meilenstein für die Entwicklung der Computer.

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Die 3,5 Zoll Floppy Disk war in den 1980er- und 1990er-Jahren am weitesten verbreitet
Die 3,5 Zoll Floppy Disk war in den 1980er- und 1990er-Jahren am weitesten verbreitet © Claudio Divizia - Fotolia
 

Vor 50 Jahren drehte sich die erste Floppy-Disk in einem Computer von IBM. Die Plastikscheiben prägten die PC-Kinderjahre und waren in den 80er-Jahren allgegenwärtig. Moderne Technik übertrifft die Floppy gleich milliardenfach.

Die ersten Disketten waren mit 8-Zoll fast so groß wie ein A4-Blatt und speicherten 242.944 Bytes beziehungsweise Buchstaben. Dennoch waren sie eine Revolution, weil sie die Datenmenge von 3.000 der damals üblichen Lochkarten speichern konnten. Erstmals wurden so Daten einfach transportierbar.

Die Größe der Disketten schrumpfte allerdings schnell, wobei sie gleichzeitig immer mehr Daten speichern konnten. Die 5-Zoll-Variante speicherte bereits fünfmal mehr Daten als ihr Vorgänger. Am verbreitetsten war in den 80er-Jahren die 3,5-Zoll Floppy. Sie fasste immerhin 1,44 Millionen Bytes (1,44 MB). Ein komplettes Office-Paket von Microsoft brauchte aber dennoch einen Stapel von 32 Disketten.

CD-Rom als Nachfolger

Die nächste Speicherrevolution brachte die CD. Diese konnte bereits 650 MB Daten speichern, ab 1992 ließen sich CD-R am PC selber brennen. So konnten Private einfach ihre Daten sichern. Nebenbei ließen sich auf CD-R auch einfach Musik-CDs kopieren.

Die nächste Revolution brachten USB-Speichersticks im Jahr 2000. Diese verzichten vollkommen auf bewegliche Teile und verwenden stattdessen Flash-Speicher. Die Grundlagen der Flash-Technik werden heute auch in Festplatten (SSD) und Speicherkärtchen (MicroSD) verwendet. Die kleinen MicroSD-Speicher werden in Handys, Kameras und Notebooks verwendet.

Vergleicht man die alten Disketten mit den neuesten MicroSD-Kärtchen, staunt man in 10er-Potenzen. Auf der Größe eines Daumennagels wird bei der MicroSD ein Terabyte gespeichert. Das sind 1.099.511.627.776 Bytes, und diese Menge entspricht über 4,5 Millionen uralten 8-Zoll-Disketten. Auf gleicher Fläche speichern wir heute also eine Milliarde Mal mehr Daten als vor 50 Jahren. Die Daten werden dabei rund 50.000 Mal schneller geschrieben als bei den ersten Floppy-Disketten.

Robuster Speicher

Speichermedien sind während ihrer Entwicklung immer robuster geworden. Die magnetischen Folien der Floppy-Disketten mussten staubfrei und sorgfältig gelagert werden. Bei häufiger Nutzung wurden sie durch den Lese-/Schreibkopf regelrecht zerschlissen. Magnete waren für sie tödlich.

Die MicroSD-Kärtchen überleben dagegen notfalls auch eine 60-Grad-Wäsche. Dafür können elektrostatische Entladungen MicroSD-Speicher zerstören.

Für die Ewigkeit speichert kein heutiger Datenträger. In MicroSD-Kärtchen und USB-Sticks gibt es zwar keine mechanischen Teile, die verschleißen können. Dennoch rechnet man damit, dass sich die Daten darauf in wenigen Jahrzehnten "verflüchtigen".

Kaum noch Laufwerke

Die Geschichte der Floppy-Disk zeigt, dass digitale Speicher auch nutzlos werden können, weil schlicht niemand mehr ein Gerät besitzt, um das Gespeicherte wieder zu lesen. Wer also seine in den 80 Jahren auf Floppys getippten Memoiren der Nachwelt erhalten will, muss sie schleunigst auf ein jeweils aktuelles Medium umkopieren. Alle archivierten Daten müssen fortwährend mit der technischen Entwicklung Schritt halten.

Da hatte es die analoge Welt doch einiges einfacher: Das älteste Buch der Welt, die Diamant Sutra, ist über 1.300 Jahre alt - und lässt sich noch heute lesen. Dank Digitalisierung sogar an jedem PC: (https://www.bl.uk/virtual-books)

 

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