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DurchsuchungsbefehlTödlicher Unfall: Rätseln über Autopilot schickt Tesla-Aktie auf Talfahrt

28. Unfall mit einem Tesla-Wagen. US-Behörde forderte Daten an. Tesla-Chef Musk zu Selbstfahrmodus: "War nicht aktiviert." Feuerwehr konnte brennende Batterien nicht löschen.

Tesla-Unfall aus dem Jahr 2018 (Symbolfoto) © AP
 

Nach einem tödlichen Unfall mit einem Tesla in der Nähe der US-Millionenmetropole Houston ist noch unklar, ob das Auto im Selbstfahrmodus unterwegs war. Am Dienstag werde ein Durchsuchungsbefehl an Tesla zugestellt, um Daten zum Autopilot des Fahrzeugtyps Model S zu sichern, das in Texas verunglückte, erklärte die Polizeibehörde. Auslöser der Durchsuchung ist ein - mittlerweile offenbar gelöschter - Tweet von Firmenchef Elon Musk.

"Auto verfügte nicht über Funktion"

"Die bisher sichergestellten Datenprotokolle zeigen, dass der Autopilot nicht aktiviert war", schrieb der Elektroauto-Pionier. Das Auto habe gar nicht über die Funktion verfügt. Diese könne nur bei Straßen mit Seitenmarkierung aktiviert werden, die habe es an der Strecke aber nicht gegeben.

Zwei Männer waren am Wochenende in einem Tesla gegen einen Baum gefahren und im Wrack verbrannt. Die Polizei erklärte, auch mit Verweis auf Zeugenaussagen, es sei niemand am Steuer gesessen. Laut Polizei war das Tesla-Model S, Baujahr 2019, mit hoher Geschwindigkeit unterwegs, als es aus der Kurve flog. Die beiden Todesopfer seien auf dem Beifahrersitz und auf dem Rücksitz gefunden worden. Zeugen erklärten demnach, es habe sich um eine Testfahrt gehandelt, um vorzuführen, wie das Auto ohne Mensch am Steuer fahren kann.

Das Auto brannte aus, nachdem die Feuerwehr vier Stunden lang versuchte, die Batterien zu löschen.

Tesla-Aktie auf Talfahrt

Die Tesla-Aktie verlor im am Montag nach dem Unfall und den Berichten über Ermittlungen 3,4 Prozent. Im frühen vorbörslichen Handel am Dienstag ging die Talfahrt mit einem Minus von rund 1,2 Prozent weiter.

Teslas Assistenzsystem für automatisiertes Fahren ermöglicht, zeitweise die Hände vom Steuer zu lassen. Der Hersteller weist aber darauf hin, dass ein Fahrer stets die Kontrolle behalten muss und es sich nicht um ein völlig autonom fahrendes Auto handelt.

"Full Self-Driving" nicht installiert

Die Funktion "Full Self-Driving" sei in dem Unglücksfahrzeug nicht installiert gewesen, twitterte Musk. Der Autobauer sammelt in regelmäßigen Abständen über seine Server Betriebs- und Überwachungsdaten aller verkauften Fahrzeuge. Es war vorerst unklar, ob die Unfallermittler Daten in dem fast völlig verbrannten Wrack bergen können. Wenige Stunden vor dem Crash hatte Musk noch über Twitter geworben: "Tesla mit Autopilot nähert sich einer zehnfach niedrigeren Unfallwahrscheinlichkeit als ein durchschnittliches Fahrzeug."

Es ist der 28. Unfall mit Tesla-Wagen, den die US-Verkehrssicherheitsbehörden mit Blick auf die Rolle der Autopilot-Funktion untersuchen. In den vergangenen fünf Jahren gab es drei Tesla-Unfälle mit Todesopfern in Zusammenhang mit automatisiertem Fahren. Für die Autoindustrie ist das ein kritisches Thema. Denn sie steckt Milliarden in die Entwicklung des autonomen Fahrens, das sich aber nur bei großem Vertrauen der Konsumenten in eine absolute Sicherheit verkaufen lässt.

Auch Brandgefahr wird untersucht

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde untersucht jetzt in Texas außerdem die Brandgefahr des Elektroautos. Denn die Feuerwehr brauchte wegen der Lithium-Ionen-Batterie vier Stunden, um das Feuer zu löschen.

Vorwürfe über angebliche Sicherheitsprobleme bei Tesla sorgten unterdessen auf der Automesse in Shanghai für Aufsehen. Eine Frau war am Montag auf ein Ausstellungsauto am Messestand gesprungen und hatte gerufen, die Bremsen bei Tesla-Autos funktionierten nicht. Videos von dem Vorfall zogen weite Kreise in sozialen Medien. Tesla erklärte, mit der Frau ergebnislos über eine Rückgabe ihres Wagens verhandelt zu haben, nachdem diese Anfang des Jahres einen Unfall mit zu hoher Geschwindigkeit gebaut habe. Die protestierende Tesla-Kundin wird wegen Störung der öffentlichen Ordnung fünf Tage lang ins Gefängnis gesteckt, wie die Polizei in Shanghai bekannt gab.

Viel zu optimistische Prognose

Musk will die Autos mit der Zeit für vollwertiges autonomes Fahren fit machen. Schon vor Jahren stellte er in Aussicht, dass Teslas als Robotaxis Geld verdienen könnten, wenn der Besitzer sie nicht brauche. Seine Prognose, es könne bereits 2020 soweit sein, erwies sich aber als viel zu optimistisch.

Musk zeigt sich überzeugt, Teslas allein mithilfe von Kameras und Radarsensoren autonom machen zu können. Die meisten Entwickler selbstfahrender Autos setzen dagegen zusätzlich auf teurere Laserradare, die das Umfeld des Fahrzeugs erfassen.

Kommentare (15)
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anonymus21
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Unnötig wie ein Kropf

Diese Akku Dinger. Würd ich mir nie kaufen. Gehyptes Strohfeuer, Hauptprofiteur ist dieser fragwürdige gierige Milliardär, ähm "Visionär" Musk... *Hüstel

Windstille
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Vier Stunden löschen ...

Alles Wahnsinn - und nicht auszudenken, wenn so ein Fahrzeug erst wo reinfährt, wo richtig was brennen kann. Solange nur die Produkte des Herrn Musk abbrennen, ist´s ja egal.
Von der "Umweltverträglichlichkeit" der Batterienproduktion und Entsorgung ganz zu schweigen. Aber wer zu viel Geld hat, soll sich sein Spielzeug kaufen. Ich könnte gar nicht so viel Geld haben, um dieses in ein E-Auto zu investieren - und auch nicht in einen anderen Nobelschlitten.

wischi_waschi
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Tesla

Ich, würde mir niemals einen Tesla kaufen.
Fahrzeug kann man nicht so leicht abschleppen.
Mein Händler würde auch keinen Tesla eintauschen.
Also hat es sich für mich erledigt.

schadstoffarm
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das fehlende Kleingeld

hast vergessen zu erwähnen.

scionescio
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"Wenige Stunden vor dem Crash hatte Musk noch über Twitter geworben: "Tesla mit Autopilot nähert sich einer zehnfach niedrigeren Unfallwahrscheinlichkeit als ein durchschnittliches Fahrzeug."

Die übliche Verarschung des Herrn Musk, die ähnlich wie die furzenden Blinkerhebel auf das besondere Niveau seiner naiven Fanboys abzielt.

Da werden wie bei Tesla so oft Orangen mit Zitronen verglichen: auf der einen Seite die vielen Kilometer mit Autopilot auf dem schnurrgeraden Highways, wo auch ein Auto ohne Autopilot aber funktionierendem Geradeauslauf keine Probleme hat und auf der anderen Seite die realen Situationen im echten Leben mit vielen (Abbiege)spuren, Baustellen, Stadtverkehr, Kreisverkehr, Bergstraßen mit Serpentinen, etc. ohne eingeschalteten Autopilot aber eben logischerweise mehr Unfällen pro gefahrenen Kilometern.

Was für eine Überraschung, dass unter idealen Bedingungen auf der Autobahn mit dem Autopiloten weniger Unfälle passieren, als in den schwierigen und per se unfallträchtigeren Situationen im echten Verkehrsleben, wo der Autopilot nicht einmal eingeschaltet werden kann!

Aber die naiven Angeber und Fanboys schlucken es mit Freude, zahlen alleine dafür viele Tausend Euros und prahlen damit noch beim Stammtisch ... und so ziemlich alle Spurhalteassistenten in Verbindung mit einem Abstandsradar der anderen Hersteller können es viel besser und auch viel billiger (aber die sprechen eben von Assistenten und nicht von Autopiloten und Full Self Driving!).

Ich würde eher behaupten, wenn man einen ganzen Tag einmal nur mit permanent eingeschaltetem Autopilot im echten Verkehr fahren würde, ist es nahezu unmöglich, keinen Unfall zu haben!

Stratusin
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Tesla Model 3

war das meisteverkaufteste Auto Österreichs im März. Und das obwohl sie täglich in Konkurs gehen! :)

Carlo62
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@stratusin

1.) „meisverkaufteste“, was soll das grammatikalisch sein, der „Hyperlativ“?
2.) Tesla liegt im März 2021 auf Platz 20, knapp vor Dacia (Statistik Deutschland)

scionescio
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@ohneSinn: und das bedeutet jetzt deiner Meinung nach was - außer das der Markt an naiven und ahnungslosen Angebern noch nicht gesättigt ist?

Nur weil mehr Burger als Steaks verkauft werden, sind jetzt Burger besser und gesünder als Steals ... vermutlich nur in den Augen von Burger-Fanbubis ;-)

schadstoffarm
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die pferdelose Kutsche

wird sich nie durchsetzen.

scionescio
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@armerSchadstoff: bist du dir sicher, dass du den Unterschied zwischen Pferd, Kutsche und vor allem Kutscher wirklich verstanden hast ...

... ich habe da bei dir wie so oft berechtigte Zweifel;-)

schadstoffarm
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muss ich nicht

ich bin nur in aller Deutlichkeit dagegen, wie du.

scionescio
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Der Ford Chef Jim Farley hat zu einem Video, das Tests der autonomen Fahrfunktionen eigener Ford-Modelle unter echten Bedingungen zeigt, folgendes getwittert: " "BlueCruise! Wir haben es in der realen Welt getestet, damit unsere Kunden das nicht tun müssen."

"Um eine Stichelei in dem Tweet des Ford-Chefs erkennen zu können, ist ein Rückblick auf Oktober 2020 nötig: Zu diesem Zeitpunkt brachte Tesla eine Beta-Version seines Premium-Fahrassistenzsystems heraus - eine unvollendete Version, die Tesla als "Full Self-Driving" (FSD) vermarktete. Kunden konnten den Zugang zu dieser Beta-Version des FSD erwerben und die neuesten Funktionen selbst ausprobieren. Der E-Autobauer teilte anschließend mit, das Paket an 2.000 Fahrer ausgerollt zu haben. Allerdings wurde einigen der Zugang wieder genommen, da sie angeblich nicht ausreichend auf die Fahrsituation geachtet hätten, berichtet der US-Sender CNBC.

Anfang April soll Elon Musk auf Twitter erst wieder eine Neuigkeit zu dem Thema geteilt haben: "Fast fertig mit FSD Beta V9.0. Schrittweise Verbesserung ist riesig, besonders für ungewöhnliche Kurven und schlechtes Wetter. Reine Sicht, kein Radar." Inzwischen ist der Tweet nicht mehr zu finden, CNBC berichtete von der Kurznachricht. "

Musk hat mit seinen Kameras statt Radar und Lidar einfach aus Kostengründen aufs falsche Pferd gesetzt und kann jetzt nicht mehr zurück, weil er ja versprochen hat, dass alle Teslas ohne Hardwaretausch nur per Software autonom fahren werden können - bei Regen, Nebel, Schnee, Gegenlicht, etc. wird das aber nie funktionieren, auch wenn das Herr Musk nicht eingesteht und deswegen laufend naive Menschen sterben, die auf seine Marketingschmähs reinfallen!

hfg
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3 Tote in 5 Jahren

Sind zwar 3 Tote zuviel-aber diese Zahl schreckt mich nicht, da ich mich ohnehin niemals auf die Rücksitzbank oder den Beifahrersitz ohne Fahrer setzen würde. Auch wenn diese Assistenten hervorragend funktionieren. Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser, im Auto gilt das 100 %ig.

scionescio
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@hfg: dabei handelt es sich nur um die offiziell betätigten und abgeschlossenen Fälle ...

... es gibt natürlich viel mehr Tote, aber da sind die Verfahren selbst nach Jahren noch nicht abgeschlossen oder es wurde gar nicht auf die Rolle des Autopiloten eingegangen - dazu kommen noch die Toten bei anderen Verkehrsteilnehmern, für die aber ebenfalls ein Tesla mit Autopilot ursächlich war.

In Europa wäre bei schon einem ursächlichen Toten wegen fehlerhaftem/unausgereiftem Autopiloten ein behördlich angeordneter Fahrzeugrückruf unausweichlich gewesen - aber für Tesla gelten ja eigene Regeln: da wird auf den Datenschutz gepfiffen und innen und außerhalb gefilmt und aufgezeichnet, wesentliche Komponenten wie Motor, Bremsen, etc. werden nach der Typisierung geändert und ohne neuerliche Abnahme ausgeliefert ... wenn man eine starke Lobby hat, ist eben vieles möglich.

schadstoffarm
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auch der Ford Chef

weiß dass man einer Pointe ruhig die Wahrheit opfern kann. Ohne Vernetzung und nachlernen wird auch Ford dereinst keinen Selbstfahrer auswildern. Duch kopieren wird man schlau.