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Casinos-Aufsichtsrat hat getagt Fix: Casinos-Chefin Glatz-Kremsner verlängert Vertrag nicht

Jetzt ist es fix: Casinos-Generaldirektorin Bettina Glatz-Kremsner teilte dem Aufsichtsrat mit, dass sie ihren Vertrag, er läuft im April 2022 aus, nicht verlängern wird. Auch ein vorzeitiger Abschied scheint nicht ausgeschlossen.

Bettina Glatz-Kremsner
Bettina Glatz-Kremsner © (c) APA/HANS PUNZ (HANS PUNZ)
 

Die Generaldirektorin der teilstaatlichen Casinos Austria, Bettina Glatz-Kremsner (58), wird ihren bis April 2022 laufenden Vorstandsvertrag nicht verlängern. Sie habe heute den Aufsichtsrat informiert, dass sie "aus persönlichen Gründen" für eine Verlängerung im kommenden Jahr nicht zur Verfügung stehe, teilten die Casinos Dienstagnachmittag in einer Aussendung mit. Durch die frühzeitige Information bleibe dem Aufsichtsrat ein volles Jahr Zeit für die Nachfolgeregelung.

Aufsichtsratspräsident Wolfgang Hesoun sieht einen "schmerzlichen Verlust" für das Unternehmen. Mit Glatz-Kremsner verliere es "die Galionsfigur der letzten Jahre und Jahrzehnte". Auch ÖBAG-Vorstand Thomas Schmid dankt der Spitzenmanagerin für "unermüdliches Engagement, große Sachkenntnis und viel Leidenschaft für die Sache". "Im Namen der Sazka Group als Mehrheitsaktionär des Unternehmens möchte ich Bettina für ihren langjährigen Beitrag und insbesondere für ihre Rolle im Top-Management in manchmal herausfordernden Zeiten danken", so Robert Chvatal, CEO der tschechischen Sazka Gruppe und Vizepräsident des Casinos-Aufsichtsrats. Bereits gestern hatte der "Kurier" berichtet, dass Glatz-Kremsner ihren Vertrag nicht mehr verlängern werde.

Unternehmen in Zahlen

Wirtschaftlich hat die Coronakrise die Casinos Austria heftig getroffen. Glatz-Kremsner verordnete einen strikten Sparkurs, reduzierte Kosten und baute 500 Arbeitsplätze ab.

Das Glücksspielunternehmen war von Lockdowns betroffen: 2020 mussten alle 12 heimischen Casinos und 21 WINWIN Standorte Corona-bedingt insgesamt 135 Tage geschlossen bleiben.

Auch die 26 internationalen Betriebe hatten zahlreiche Schließtage zu verzeichnen. Trotzdem wurde ein konsolidierter Bruttospielertrag (Konzern-Umsatz) von 1,134 Milliarden Euro (2019: 1,359 Milliarden Euro) erzielt. Das Konzernergebnis brach auf 0,95 Millionen Euro ein, nach 112 Millionen Euro im Jahr 2019.

Restrukturierungskosten von rund 55 Millionen  Euro im Zuge des Restrukturierungsprogramms ReFIT und Wertminderungen in der Höhe von rund 21 Millionen Euro belasten.

Die schwarze Null auf Konzernebene wurde laut Unternehmen durch Einmal-Effekte gerettet. Zum einen gab es bei den Lotterien ein erhöhtes Mehrfachjackpot-Aufkommen bei Lotto "6 aus 45". Zum anderen seien Casinogäste zum digitalen Angebot der Online-Spieleseite win2day.at gewechselt.

Mit 594 Millionen Euro Steuern und Beiträgen in Österreich bleibe die Unternehmensgruppe einer der größten Steuerzahler des Landes, wenngleich sich die rückläufigen Umsätze des vergangenen Jahres natürlich auch hier widerspiegeln (2019: 643 Millionen Euro).

"Das abgelaufene Geschäftsjahr war das herausforderndste in der gesamten Unternehmensgeschichte", resümiert Generaldirektorin Glatz-Kremsner. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen habe man mit einem groß angelegten Restrukturierungsprogramm die Grundlage für eine positive Zukunft der Gruppe gelegt, alle hätten an einem Strang gezogen. "Dafür bedanke ich mich sehr herzlich und bin sehr stolz, dass uns das gemeinsam gelungen ist."

Seit 30 Jahren bei den Casinos

Glatz-Kremsner ist seit 30 Jahren bei den Casinos tätig, seit 2010 im Vorstand. Von Juli 2017 bis Ende April 2019 war sie Vizeparteichefin der ÖVP. Am 1. Mai 2019 trat sie ihr Amt als Casinos-Vorstandschefin an. Beim Wechsel von der Finanzvorständin zur Vorstandschefin erhielt sie rund 1,7 Millionen Euro Abfertigung. Ihr CEO-Vertrag läuft noch bis April 2022.

Wirtschaftlich hat die Coronakrise die Casinos Austria heftig getroffen. Glatz-Kremsner verordnete einen strikten Sparkurs, reduzierte Kosten und baute 500 Arbeitsplätze ab. Wer ihr nachfolgen könnte, ist noch offen. Das Nominierungsrecht hat die Staatsholding ÖBAG. 2020 übernahm die tschechische Sazka-Gruppe die Mehrheit an dem teilstaatlichen Glücksspielunternehmen. Für Sazka sitzt der aus Tschechien stammende frühere Erste-Banker Martin Škopek im Casinos-Vorstand.

Seit nicht ganz zwei Jahren steht Glatz Kremsner als Generaldirektorin an der Spitze der Casinos. Der Umbau der Chefetage im März 2019 machte sie zur neuen Chefin und Peter Sidlo zum Finanzvorstand. Der frühere FPÖ-Politiker Sidlo war nach nur sieben Monaten wieder abberufen worden - wegen des Verdachts auf Postenschacher und Gesetzeskauf. Auch an Glatz-Kremsner geht die Affäre nicht spurlos vorüber.

Kommt auch in Chatprotokollen vor

Glatz-Kremsner kommt etwa in den Chatprotokollen um ÖBAG-Chef Thomas Schmid vor. Schmid schrieb ihr. "Du wirst dort CEO!" und setzte nach: "Das MUSS klappen". Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) wiederum bedankte sich bei ihr für die Unterstützung Sidlos. Unter anderem deshalb war Glatz-Kremsner auch in den Ibiza-U-Auschuss geladen.

Die WKSta ermittelt gegen sie wegen des Verdacht der Falschaussage. Glatz-Kremsner weist die Vorwürfe zurück.

Kommentare (3)
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edug16
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4
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Sidlo, ich komme

Winkt da so eine Abfertigung wie bei Herrn Hoscher ( SPÖ )
oder darf´` ´s sogar ein bisserl mehr sein?

klaxmond
2
11
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Hat schon

genug abgesahnt, reicht für die Pense.

Shiba1
2
9
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Sie wird wohl

weich fallen....