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WifoTourismus: Corona lässt Nächtigungen um 56 Millionen einbrechen

Dass 2020 ein schlechtes Jahr für den Tourismus war, ist bekannt. Nun legt das Wifo Zahlen vor. Die Nächtigungen sind um 37 Prozent einbebrochen.

Symbolbild
Symbolbild © APA/BARBARA GINDL
 

Der Tourismus hat heuer wie kaum eine andere Branche unter der Coronakrise gelitten. Für heuer erwartet das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) ein Minus bei den Nächtigungen von 56,1 Millionen bzw. 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unsicher ist zudem, wie sich die Wintersaison 2020/21 entwickeln wird, da diese vom Infektionsgeschehen im In- wie auch im Ausland abhängig ist.

"Vor allem ein Ausbleiben der wichtigen deutschen Gäste zu Beginn des Jahres 2021 infolge einer weiterhin aufrechten Reisewarnung für Österreich hätte für die Bilanz des gesamten Winters 2020/21 erhebliche negative Auswirkungen", schreibt der Wifo-Ökonom Oliver Fritz.

Reisewarnung noch 2021

Für die Saison wäre ein Nächtigungsrückgang von bis zu 70 Prozent im Vergleich zur Vorjahressaison 2019/20, die zum Ende hin auch bereits von der Coronakrise beeinflusst war, denkbar. "Diesem Wert liegen ein Rückgang der von inländischen Gästen getätigten Nächtigungen von 44 Prozent sowie der ausländisch nachgefragten Nächtigungen von rund 78 Prozent zugrunde."

Fritz nimmt dabei an, dass bestehende Reisewarnungen für Österreich auch im Jänner und im Februar bestehenbleiben und die Auslandsnachfrage damit erst in der Nachsaison wieder beginnt Fahrt aufzunehmen. Auch für die Inlandsnachfrage geht er nur von einem zögerlichen Anlaufen der Saison nach der Wiedereröffnung der Hotellerie in der zweiten Jännerwoche aus.

Trüber Ausblick

Für die aktuelle Wintersaison 2020/21 ist der Ausblick also eher trüb. Der Rückblick auf das abgelaufene Sommerhalbjahr fällt ebenfalls schwach aus. Österreichweit gingen die touristischen Nächtigungen im Zeitraum von Mai bis Oktober gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um rund ein Drittel (31,8 Prozent) zurück, die nominellen Einnahmen fielen um 30,5 Prozent auf 10,10 Milliarden Euro. Regional betrachtet traf es laut Wifo "durch die hohe Abhängigkeit von internationalen Märkten und den Einschränkungen im Flugverkehrs" Wien besonders hart. In der Bundeshauptstadt gingen die Nächtigungen um 80,9 Prozent zurück.

Auch Niederösterreich litt mit einem Nächtigungsminus von 36,1 Prozent spürbar. Bundesländer mit Seen oder Aktivsportangeboten sowie einem dominierenden Anteil Binnenreisender - darunter fallen Kärnten (minus 11 Prozent), Burgenland (minus 12,6 Prozent) und Steiermark (minus 13,3 Prozent) - verbuchten dagegen deutlich geringere Verluste.

Die Coronakrise habe in der Sommersaison überdies das Reiseverhalten der Menschen verändert, schreibt das Wifo weiters. So hätten Orts- und Unterkunftswechsel während einer Reise klar abgenommen. Die Aufenthaltsdauer in heimischen Beherbergungsbetrieben lag im Durchschnitt bei 3,66 Nächten, das waren um 18,6 Prozent mehr als 2019. Mit ein Grund für diese Entwicklung sei gewesen, dass nur kurz im Land bleibende Fernreisende ausgeblieben seien, heißt es in der Analyse.

 

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