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Corona-KriseFür Airlines werden nächsten Monate zur Überlebensfrage

War das Ende der britischen Regionalfluglinie Flybe erst der Anfang. Die Luftfahrt wird von der vom Coronavirus hervorgerufenen Krise besonders stark getroffen. Die Airlines schicken Beschäftigte in Kurzarbeit, in den Urlaub - oder kündigen sie überhaupt.

FRANCE NORWAY AVIATION BUSINESS
Norwegian hat bereits einen großen Teil der Belegschaft gekündigt. © APA
 

Die weltweit um sich greifende Corona-Epidemie bringt die Luftfahrt in gefährliche Turbulente. Airlines in Europa strichen am Dienstag noch mehr Italien-Flüge, nachdem die Regierung in Rom landesweite Reisebeschränkungen für das am stärksten betroffene Land in Europa verhängt hatte. Für schwache Fluggesellschaften entwickelt sich der Markteinbruch zur existenziellen Gefahr.

"Wenn die Situation länger andauert, könnten wir einen Punkt erreichen, an dem wir das Überleben des Unternehmens nicht garantieren können", warnte der Präsident von Korean Air Lines, Woo Kee-hong, in einer Mitarbeiterinformation. Die größte Airline Südkoreas hat mehr als 80 Prozent ihrer internationalen Kapazität gestrichen. Fast zwei Drittel der 145 Maschinen großen Flotte stehen am Boden.

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AUA fährt Programm zurück

Die AUA hält sich bereit, auf den von der Regierung verhängten Einreisestopp aus ganz Italien zu reagieren. Sobald man die verbindliche behördliche Notifikation erhalte, "würden wir sie natürlich unmittelbar umsetzen", sagte AUA-Sprecher Peter Thier am Dienstagnachmittag zur APA. Den Flugverkehr zwischen Wien und Norditalien hat die AUA bereits bis zum 28. März ausgesetzt.

Auch die Ryanair-Tochter Laudamotion, British Airlines und Easyjet strichen viele Italien-Flüge. Die Billigflieger Norwegian Air Shuttle und die ungarische Wizz Air stellten sämtliche Verbindungen nach Italien bis April ein.

Am Montag hatte auch die größte europäische Billigfluggesellschaft Ryanair Inlandsflüge in Italien abgesagt und den Flugplan nach Norditalien von außerhalb weiter ausgedünnt. Das bedeute drei Millionen weniger Passagiere im noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr 2020, erklärte Ryanair. Jetzt sei mit 151 Millionen Kunden zu rechnen, noch immer sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

An der Börse Milliarden verloren

Wegen der massiven Ausfälle im Luftverkehr kündigte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen in Brüssel an, die Regeln zu Start- und Landerechten vorübergehend auszusetzen. Sie schreiben vor, dass Airlines ihre Slots dauerhaft zu 80 Prozent nutzen müssen, um sie nicht zu verlieren. Es gelte, die Fluggesellschaften zu erleichtern und klimaschädliche "Geisterflüge" zu verhindern, die nur zum Sichern der Slots abheben würden, sagte von der Leyen.

Seit Jahresbeginn fielen Aktien der europäischen Airlines um 38 Prozent. Bei den 20 größten Anbietern weltweit lösten sich zusammen 70 Milliarden US-Dollar (61,1 Milliarden Euro) oder fast ein Drittel des Börsenwertes in Luft auf.

Norwegian am seidenen Faden

Alle größeren Gesellschaften in Europa sollten den Sturm überstehen, erklärte Daniel Röska, Analyst von Bernstein Research. Mit drastischen Flugstreichungen und Einsparungen bei den Personalkosten hätten sie genug Liquidität, um einen Buchungsrückgang von mehr als 50 Prozent für zwei bis drei Monate lang auszuhalten. Nur Norwegian hänge am seidenen Faden. Die Airline teilte in Oslo mit, von Mitte März bis Mitte Juni fielen voraussichtlich rund 3.000 Flüge aus. Ein "beachtlicher Teil" der Belegschaft verliere vorübergehend den Job. In der vergangenen Woche musste schon die angeschlagene britische Airline Flybe aufgeben.

Die Flugzeugbauer werden ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen. So erklärte die australische Gesellschaft Quantas, sie werde die Bestellung von einem Dutzend neuer Airbus A350 verschieben. Sie fahre die Kapazität über die kommenden sechs Monate um fast ein Viertel zurück. Eine erste Schätzung, wonach Corona das Unternehmen bis zu 150 Millionen Australische Dollar (86,6 Millionen Euro) kosten könnte, warf Qantas über Bord und wagte keine Prognose mehr.

Gehaltsverzicht

Für den Rest des bis Ende Juni laufenden Geschäftsjahrs will Airline-Chef Alan Joyce auf sein Gehalt verzichten. Die Manager erhalten keine Boni, Beschäftigte sollen unbezahlten Urlaub nehmen. "Das ist kein Wirtschaftsereignis", sagte der Chef der US-Airline Delta, Ed Bastian auf einer Konferenz. Es sei ein "Angstereignis" ähnlich wie die Folgen der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA.

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