Sie ist das größte Bauprojekt in der Geschichte der Stadt Kapfenberg: die frühere Eishalle und künftige Stadthalle. Projektiert mit Kosten von 16 Millionen Euro, ist sie dabei auch ein stiller und zugleich bedeutsamer Zeitzeuge. Der Spatenstich erfolgte im März 2021, als die Pandemie noch merklich spürbar war, die Fertigstellung des ersten Abschnitts im heurigen September fiel mit einer Phase zusammen, als die Kosten in vorher ungeahnte Höhen galoppierten. "Jetzt stehen wir aber in einer Halle, die zu sieben Achteln fertig ist und zu den modernsten Hallen Österreichs gehört", sagt Bürgermeister Fritz Kratzer am Donnerstag im Zuge eines Rundgangs.

Seit dem Spatenstich im März 2021 hat sich allerhand getan, wobei Neues und Altbewährtes eine Einheit bilden. "Es war uns ja ein großes Anliegen, das Skelett zu erhalten", sagt Kratzer. Entsprechend vertraut ist die Atmosphäre, weiß auch Sportstätten-Chef René Ranner: "Der Beton ist erhalten geblieben, das sorgt für ein vertrautes Flair." Getrennt werden Neubau und Altbestand durch den Kabinengang. Der Großteil der Kabinen wurde neu errichtet, nur zwei finden - ebenso wie ein Raum zum Aufwärmen - Platz unter der alten Stehplatztribüne, die Eishockeyfans seit Jahrzehnten bestens vertraut ist. Apropos Platz: In jede Kabine passen zumindest 22 Spieler. "Es waren aber auch schon Teams mit 35 Spielern herinnen, das geht sich aus", sagt Ranner. Künftig können sich dort auch die Para-Eishockeyspieler umziehen, mehrere Kabinen wurden eigens barrierefrei gestaltet.

Be- und Entlüftung spielen eine große Rolle

Weil Eishockey ein intensiver Sport ist und die Kleidung entsprechend beansprucht wird, kommt der Be- und Entlüftung eine besondere Rolle zu. Ohnehin, so Ranner, spielt die Technik für Lüftung und Temperatur eine wesentliche Rolle, muss die neue Stadthalle doch auch für Veranstaltungen abseits der Eissaison entsprechend beheizt werden. Entsprechend eindrucksvoll kommen die einzelnen Steuerelemente daher, zumal auch die energieeffiziente Eisherstellung mittels Ammoniak strikt überwacht werden muss.

Um die Geruchsentwicklung in den Kabinen möglichst stark einzudämmen - ganz vermeiden lässt sie sich aber schon zwei Monate nach der Eröffnung nicht mehr -, wurden zusätzlich belüftete Trockenräume errichtet. Die entsprechenden Misstöne über die Benutzung der Kabine, so hofft man seitens der Stadt, wurden mittlerweile beiseitegelegt.

Fritz Kratzer und René Ranner im neuen Kabinentrakt
Fritz Kratzer und René Ranner im neuen Kabinentrakt
© Marco Mitterböck

An den Kabinen ändern ließe sich jetzt ohnehin kaum etwas, sind sie doch ebenso fertig wie ein beachtlicher Teil der Halle. Dazu gehören etwa auch die Sitzplätze im nördlichen Teil, ihre Anzahl wurde von 173 auf 500 fast verdreifacht. "Die Tribüne ist steiler und höher", sagt Ranner. Unterhalb der Sitzplatztribüne findet sich künftig ein Foyer samt 75 Zoll großem TV, zumindest in diesem Teil der Halle wird sich bis zur Fertigstellung aber noch einiges tun.

Wo aktuell noch provisorische Lösungen zum Einsatz kommen, dazu gehört etwa die Inneneinrichtung der diversen Büroräumlichkeiten für Schiedsrichter oder Eismeister, wird es im Februar oder März ernst. "Für den normalen Besucher ist jetzt nur noch wenig davon zu sehen, dass die Halle eben noch nicht ganz fertig ist. Vieles passiert im Hintergrund, die Tischlerarbeiten erfolgen etwa ganz zum Schluss", sagt Kratzer. Die Saison für Eishockeyspieler und Publikumseisläufer wird davon nicht beeinträchtigt, am 15. und 16. Dezember ist zudem das österreichische Eishockey-Nationalteam für zwei freundschaftliche Länderspiele gegen Ungarn zu Gast.