Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Synagoge GrazVerdächtigem werden sieben Tathandlungen zugeordnet

Nach den drei Attacken auf die Synagoge in Graz - zuletzt wurde noch Präsident Elie Rosen tätlich angegriffen - hielt Samstagnacht eine Gruppe von Grazerinnen und Grazern eine symbolische Nachtwache. Eine Ermittlungsgruppe wurde gegründet.

Demonstration vor der Synagoge in Graz © Alexander Danner
 

In der Nacht auf Donnerstag hatten Unbekannte die Außenmauer der Synagoge in Graz mit propalästinensischen Parolen beschmiert. Auch das Gemeindehaus war zum Ziel geworden. In der Nacht auf Samstag warf ein unbekannter Täter mehrere Betonstücke gegen die Fenster an der Nordseite. Eine Scheibe ging dabei zu Bruch, mehrere Fenster wurden beschädigt. Am Samstagnachmittag ging dann noch ein Mann auf den Präsidenten der Gemeinde los, als dieser ihn mit Steinen am Gelände erwischte. Drei Mal wurde die Synagoge in Graz binnen drei Tagen angegriffen.

Täter wütete auch an anderen Orten

Weitere Details gab es im Rahmen einer Pressekonferenz in der Grazer Burg, wo Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer mit Vize Anton Lang, Bürgermeister Siegfried Nagl und Vize Mario Eustacchio einen Schulterschluss von Land und Stadt quer über alle Parteigrenzen hinaus präsentierten. Tenor: "So etwas hat in unserer Gesellschaft keinen Platz." Der steirische Polizeichef Gerald Ortner gemeinsam mit Rupert Meixner, Chef des Landesamtes Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT), gaben in diesem Rahmen bekannt, dass dem Täter insgesamt sogar sieben Taten zugeordnet werden: Neben den drei bekannten Attacken gegen die Synagoge dürfte derselbe Unbekannte auch beim Vereinslokal der RosaLila PantherInnen die Fensterscheiben eingeschlagen haben. Zudem wurden auch am Hauptbahnhof und in der Annenstraße ähnliche propalästinensische Parolen angebracht, und ein Rotlichtlokal in der Grenadiergasse wurde ebenfalls angegriffen.

Chronologie der Ereignisse

18. August: Gegen 22.45 Uhr werden Steine auf die jüdische Synagoge in Graz geworfen sowie propalästinensische Schriftzüge auf die Mauern des Gebetshauses gesprüht. Vermutlich noch in der selben Nacht wurden ebenfalls propalästinensische Parolen auch in der Annenstraße angebracht.

19. August: Die gleichen Parolen werden auch beim Hauptbahnhof in Graz entdeckt. In der Nacht auf Donnerstag werden die Schaufenster des schwul-lesbischen Vereins Rosalila PantherInnen in der Annenstraße eingeschlagen - möglicherweise mit einer Holzlatte. Zeugen können einen Täter beobachten.

21. August: In der Nacht auf Samstag werden Betonstücke auf die Glasfassade der Synagoge geworfen. Und in der Grenadiergasse, die zwischen der Annenstraße und der Synagoge zu finden ist, wurden Steine auf ein Etablissement aus dem Rotlichtmilieu geworfen. Außerdem hat sich der Täter da offenbar auch abfällig gegenüber den Prostituierten geäußert.

22. August: Elie Rosen, Präsident der jüdischen Gemeinde Graz, wird am Abend vor dem Gemeindehaus von einem Unbekannten mit einem Holzprügel, offenbar ein Baseballschläger, attackiert worden. Rosen blieb unverletzt, da er sich in sein Auto zurückzog. Der Täter flüchtete.

23. August: Die Landespolizeidirektion Steiermark und das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) gründen die Ermittlungsgruppe "Achava", um den Verdächtigen auszuforschen. Fahndungsfotos des mutmaßlichen Täters werden veröffentlicht.

Die Ermittlungsgruppe Achava (der hebräische Namen für Brüderlichkeit) wurde eingerichtet. Elie Rosen hat nach dem dritten Vorfall Personenschutz erhalten, auch die Synagoge wird nun rund um die Uhr bewacht - wie im Übrigen auch der Jüdische Friedhof in Graz.

Warum wurde die Synagoge nicht gleich bewacht?

Spätestens nach Angriff Nummer drei wurde die Frage laut, warum die Synagoge nicht von der Polizei geschützt wurde. "Dass es zu einem tätlichen Angriff am Samstagnachmittag kommt, konnte nach den ersten Taten niemand ahnen", so Polizei-Pressesprecher Fritz Grundnig. Da bis zum Samstagnachmittag die Taten immer nachts passierten, hatte man für die Nacht auf Sonntag bereits eine Bewachung des Gebäudes geplant. Und da man dem Täter mehrere Handlungen an verschiedenen Orten zuordnet, sei ein lückenloser Objektschutz für alle betroffenen Gebäude unrealistisch gewesen, man entschied sich stattdessen für verstärkte Polizeistreifen im betroffenen Gebiet. Grundnig betont aber, dass die Polizei sehr wohl vor Ort war, wenn auch unsichtbar: "Nach dem zweiten Angriff haben wir Planungen für eine Bewachung eingeleitet, auch waren laufend Zivilstreifen vor Ort."

Grazerinnen und Grazer beschützten die Synagoge

Als die Nachricht vom tätlichen Angriff am Samstagabend die Runde machte, versammelten sich Samstagabend trotz strömenden Regens und Gewittern rund 20 Personen vor dem Gebäude, um es zu beschützen - wie der Bezirksvorsteher von Graz-Gries, Tristan Ammerer, auf Twitter vermeldete, hatten sich der "Nachtwache" Personen aus allen politischen Richtungen versammelt, Couleursstudenten, Konservative, Linke und auch die muslimische Jugend Österreich.

Mit der Nachtwache, die bis rund 1.30 Uhr andauerte, wollte man auch auf die drängende Frage hinweisen, warum das Gebäude nach den ersten Angriffen noch immer nicht von der Polizei geschützt wurde. In Deutschland werden viele jüdische Gebetshäuser 24 Stunden am Tag bewacht, seit der Antisemitismus immer stärker zu spüren ist.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

heinz31
0
3
Lesenswert?

Fahndungserfolg?

Wenns stimmt, werden wir bald wisssen, welchen Hintergrund der Trollvottel hat.

Franziskaz
2
11
Lesenswert?

Du

kleines, feiges, unwichtiges Würstchen du!

tomtitan
2
12
Lesenswert?

Hoffentlich wird der Täter bald gefasst

und bekommt die Höchststrafe!

Henry44
3
28
Lesenswert?

Schaut alles nach einem islamischen Hintergrund aus.

Hoffentlich kein Täter, der es zur österreichischen Staatsbürgerschaft gebracht hat. Sonst könnte man ihn nicht einmal nach Strafverbüßung außer Landes bringen und er würde auch noch Mindestsicherung bekommen.

erstdenkendannsprechen
0
10
Lesenswert?

dh er müsste eigentlich

bald gefasst werden.

tannenbaum
2
16
Lesenswert?

Warum

kann der nicht gefunden werden? Der muß ja ein tolles Versteck haben oder gute Freunde, die ihn schützen! Auf alle Fälle trägt er sicher keinen Bart mehr!

Katschy
0
92
Lesenswert?

Haft oder Abschiebung

Für solche Idioten kann es nur eine hohe Strafe geben,
Haft und/oder für Nichtösterreicher Abschiebung und Aufenthaltsverbot!

gm72
23
35
Lesenswert?

Präventiv wird leider nicht mehr gehandelt

Schon seit längerem muss immer etwas passieren, damit was passiert. Aber dass mehrmals was passieren muss und trotzdem nicht wirkungsvoll gehandelt wird, ist neu. Tja, kommt halt kein Geld rein, beim Verbrecher suchen, aber Verkehrspolizisten mit Laserpistolen für das schnelle Körberlgeld sieht man haufenweise.

Plantago
48
36
Lesenswert?

Wahrscheinlich ein Tiroler, die tragen öfters Bart.

Und auf dem linken Arm ist sicher ein Edelweiß tätowiert. Aber die Polizei tappt noch im Dunkeln. Da hilft man doch gerne.

Plantago
18
33
Lesenswert?

Ich nehme meine rassistische Äußerung gegenüber den Tirolern

mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück.

Isidor9
11
106
Lesenswert?

Zuerst Synagogen, dann Kirchen

Islamisten hassen Juden und Christen. Immer wieder rufen radikale Islamisten ihre Anhänger auf jüdische Bürger in der ganzen Welt zu ermorden. Wer glaubt, dass das mit dem Nahostkonflikt zu tun hat, hat gar nichts verstanden.

justinjohnson
18
3
Lesenswert?

Abwarten

Vielleicht war es ein verkleideter
Österreicher. Der Bart sieht etwas unecht aus.

Landbomeranze
3
14
Lesenswert?

nicht nur verkleidet, sondern

der ist auch die letzten 5 Monate in der Sonne gelegen und hatte keinen Rasierer. Offen ist, woher kommt das Bike?

Isidor9
11
53
Lesenswert?

Heimische Hintermänner /Frauen

Graz als internationales Islamistennest hat auch heimische Symphatisanten dieser Juden(Israel)hasserszene. Die gehören vor den Vorhang.

Amadeus005
6
46
Lesenswert?

Wieso ist da keine Bewachung

War damals zur Zeit der Eröffnung dort und hab mich über die aufgerüstete Polizei Vorort noch gewundert später nicht mehr. Hab nicht mehr soviel darauf geachtet, aber da stand ja jahrelang immer Polizei Vorort. Jetzt nicht mehr? Wieso?

Lodengrün
40
11
Lesenswert?

Die fahren

über ihre Siedlungen mit dem Panzer drüber. Das ist aber eine Angelegenheit die nur politisch und nicht von so einem Irren gelöst werden kann. Die Tragik ist aber das eine Partei durch ihre Lobby zu viel Gewicht in die Verhandlungen bringt.

Amadeus005
28
1
Lesenswert?

Die Österreicher lassen Millionen in Mittelmeer u. auf der Balkanroute verrecken

Und trotzdem möchte ich nicht, dass die Handlung der Politiker es gerechtfertigt, wenn mich als Österreicher jemand mit einem Stein erschlägt.

Balrog206
5
6
Lesenswert?

Es

Gibt viele schöne Länder für dich ! Wie viele hast du schon gerettet versorgt usw ?

UHBP
62
36
Lesenswert?

@ama...

Die Polizei ist jetzt für Corona abkommandiert. Der Innenminister braucht die alle zum herumtelefonieren, wer wann mit wem vielleicht Kontakt hatte.

smithers
12
50
Lesenswert?

Ein Polizist ist dort 24/7 gerechtfertigt.

Auch 200m dahinter am Griesplatz sollte rund um die Uhr Polizei stehen.

tupper10
6
42
Lesenswert?

"wollte man auch auf die brennende Frage hinweisen"

"Brennend" ist im Zusammenhang mit Angriffen auf eine Synagoge keine besonders geglückte Formulierung...

KleineZeitung
5
36
Lesenswert?

Danke für den Hinweis

Lieber Leser,
ganz herzlichen Dank für den wichtigen Hinweis. Wir haben das direkt korrigiert. Die Formulierung ist in dem Kontext absolut ungeschickt gewesen.
Mit besten Grüßen aus der Redaktion

SoundofThunder
96
18
Lesenswert?

🤔

Für die FPÖ‘ler ist der Täter sicher ein Heimatliebender Patriot. Ich würde bei den Identitären kontrollieren. Wer weiß wie weit die noch gehen.

Landbomeranze
1
11
Lesenswert?

@Sound: Leider fehlt ihr Hinweis

auf Satire.

Vem03
1
12
Lesenswert?

Das

Fahndungsfoto schon mal genau angeschaut+

smithers
2
54
Lesenswert?

Einmal abwarten

Aus welchem Land der Täter überhaupt kommt. Nicht vergessen, gerade in diesem Stadtviertel leben sehr viele Menschen auch aus anderen Nationen und Kulturen.
Ich hoffe der Täter wird schnell gefasst.

 
Kommentare 1-26 von 39