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Formel 1Ferrari-Spielchen ärgert Gegner und Fans

Einerseits steht bei Ferrari der Haussegen schief, seit dem Grand Prix von Sotschi noch schlimmer. Zum anderen ärgern die "Absprachen" immer mehr Fans. Und auch die Gegner. Der Boxenfunk im Wortlaut.

FORMULA 1 - Russian GP
Ferrari gegen Ferrari © (c) GEPA pictures (GEPA pictures/ XPB Images)
 

Schon vor dem Großen Preis von Russland in Sotschi kriselt es im Team von Ferrari. Gerade in einer Zeit, als die Roten endlich Anschluss an Mercedes gefunden zu haben scheinen, mit drei Siegen en suite nach der Sommerpause. Aber wenn man zwei Könner ihres Fachs im Team hat, zwei Alpha-Tiere, die es in der Formel 1 nun einmal braucht, dann sind Problemzonen und Reibflächen vorprogrammiert.

Und in weitere Folge hat Ferrari das große Talent, in manchen entscheidenden Momenten das Falsche zu tun. In Russland hat Sebastian Vettel gleich beim Start Charles Leclerc überholt. Der Monegasse hat sich freilich um die nachfolgende Strategie erkundigt. Am Boxenfunk wurde hin und her diskutiert. Man habe das alles so ausgemacht, alles wie geplant. Vettel soll einmal Leclerc von Lewis Hamilton wegziehen, dann wird sich schon alles wieder ergeben.

Nun, Vettel hat aber doch das bessere Setup gefunden, war eindeutig schneller. Und wollte von einem Überholenlassen nichts mehr wissen. So taktierte die Ferrari-Box, griff in die natürlich Reihenfolge ein, ließ Vettel so lange auf den abbauenden Reifen herumrutschen, bis Leclerc nach vollzogenem Boxenstopp ohnehin die Führung übernehmen wird.

Unverständnis

Das fühlen sich alle Fans freilich natürlich betrogen. Und auch die Konkurrenz übt ernste Kritik an den Machenschaften des "Roten Reichs". So auch Helmut Marko, Motorsportberater von Red Bull, am Montagabend in Talk im Hangar 7 bei Servus-TV: "Vettel ist vorn, Leclerc beschwert sich. Und dann gibt der Renningenieur mehr oder minder offiziell durch: Mach dir keine Sorgen, wir regeln das über den Boxenstopp."

Der Ferrari-Boxenfunk im Wortlaut

Ingenieur an Leclerc: Sebastian wird dich in den nächsten Runden vorbeilassen.

Vettel will davon nichts wissen: Ich hätte ihn auch so überholt, wir warten noch zwei Runden, wir müssen noch mehr wegfahren.

Box an Vettel: Lass Charles vorbei.

Vettel: Dann sag ihm, dass er aufholen soll.

Leclerc: Ihr habt ihn vorgelassen. Ich habe alles respektiert. Wir sprechen später, aber jetzt ist es natürlich schwierig, die Lücke zu schließen.

Box an Vettel: Er versucht den Abstand zu verringern. Lass ihn vorbei.

Box an Vettel: Du bist das schnellste Auto auf der Strecke. Bleib fokussiert.

Box an Leclerc: Charles, wir werden den Tausch etwas später machen. Lewis ist etwas zu nah dran.

Vettel: Meine Reifen brechen ein.

Box an Vettel: Wir müssen noch warten, wann Hamilton tauscht.

Box an Leclerc (Während Vettel an die Box fährt): Push, Push, Push. Gib jetzt Gas.

Bei Red Bull Racing würde es eine derart offene Anordnung von Stallregie nie geben", sagt Marko. Es ist für den Sport nicht gut, wenn man so offen zugibt, in die Reihenfolge derart einzugreifen. "Das ruiniert die Wesensart des Motorsport", kritisierte auch Christian Klien, Ex-Formel-1-Pilot und TV-Fachkommentator.

Auf jeden Fall hat Ferrari in Sotschi verloren. Natürlich weil im ungünstigsten Moment das Virtuelle Safetycar eingesetzt wurde. Beide Mercedes nützte da einen Boxenstopp, bei dem man rund zehn Sekunden weniger Zeit verliert.

Und so wird Lewis Hamilton der Titel wohl auch nicht mehr zu nehmen. 73 Punkte hat der Brite Vorsprung auf seinen Stallkollegen Valtteri Bottas, 107 sind es bereits auf Charles Leclerc. Und nur noch fünf Rennen stehen auf dem Programm.

Kommentare (2)

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Musicjunkie
6
2
Lesenswert?

ärgern?

Was seht ihr euch diesen stumpfsinnigen Sport überhaupt an.

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martinx.x
13
9
Lesenswert?

die goldenen Zeiten

des Sebastian Fettel sind vorbei, akzeptiert das endlich!

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