Die Todes-Nachricht war für Oliver Pilloni ein riesiger Schock. Auch wenn er in den letzten Tagen gespürt hatte, dass sich der Gesundheitszustand von KAC-Präsidentin und Gönnerin Heidi Goëss-Horten rapide verschlechtert hatte. "Ich habe ihr noch in der Nacht eine WhatsApp-Nachricht geschickt. Um sie zu motivieren. Dass sie nicht aufgibt und kämpft. Ich weiß nicht, ob sie sie noch erreicht hat", erzählt der sichtlich geknickter General Manager der Rotjacken, der wie Vize-Präsident Hellmuth Reichel ein persönliches, freundschaftliches Verhältnis zu seinem wichtigsten Eishockey-Fan pflegte.

"Sie war eine tolle Frau und eine wunderbare Gesprächspartnerin. Sie hatte Visionen und war eine Wohltäterin auf vielen Ebenen. Wir alle werden sie in unseren Herzen behalten, unser Verein verliert nicht nur eine Gönnerin und Präsidentin, sondern auch eine wahrhaftige Freundin", sagt der 56-jährige Klagenfurter. Er habe vergangene Woche noch versucht, sie zu überreden, bei Eröffnung ihrer Ausstellung ("Heidi Horten Collection") in Wien dabei zu sein. "Sie war total aufgeregt und freute sich, dass es endlich so weit war."

Wie es mit dem KAC nun weitergeht? "Wir trauern in diesem Moment. Aber die Zukunft des Klubs ist dank der Weitsicht von Frau Goëss-Horten gesichert." Nach aufkommenden Turbulenzen vor etwa vier Jahren, bestand die Milliardärin darauf, die jährlichen Zuwendungen an den Eishockey-Klub vertraglich festzuhalten. Darüber hinaus soll es bereits in der jüngeren Vergangenheit keine Sonder-Zuschüsse gegeben haben. Für den KAC und Pilloni wird fortan die Wiener Kanzlei Fellner, Wratzfeld und Partner als erste Anlaufstelle dienen. Pilloni: "Wie zuletzt schon beim Hallenumbau." Die Kosten von 8,7 Millionen Euro wurden dank Goëss-Horten für Land/Stadt halbiert.

Diese Investition sowie das von ihr gewünschte Nachwuchsprogramm (mit Farmteam) gilt wohl als das große Vermächtnis von Goëss-Horten für ihren Herzensklub KAC. Speziell, wenn dem Klub das Verfügungsrecht über die Arena zugesprochen werden sollte (Gastro, Eiszeiten). Das allerdings ist noch Zukunftsmusik. Für Pilloni steht fest: "Den KAC wird es weiterhin geben."