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Ein tief gespaltenens LandIst eine Versöhnung in den USA überhaupt möglich?

Nach seinem Sieg steht Joe Biden noch die schwierigste Aufgabe bevor. Der 46. Präsident muss das entzweite Land wieder einen. Aber ist das überhaupt möglich?

Das tanzende und das zornige Amerika: Die einen feiern - die anderen demonstrieren - die USA sind gespalten wie schon lange nicht mehr
Das tanzende und das zornige Amerika: Die einen feiern - die anderen demonstrieren - die USA sind gespalten wie schon lange nicht mehr © APA
 

Joe Biden schreitet nicht ans Podium. Er joggt. Gerade hat Kamala Harris, designierte Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika, auf der Bühne vor dem Chase Center in Wilmington, Delaware, ihre erste Rede seit dem Wahlsieg gehalten. Die Tochter von Einwanderern aus Indien und Jamaika wird die erste Frau in diesem Amt sein, allein das ist historisch. Immer wieder werden ihre Worte vom Hupen der Autos auf dem Parkplatz unterbrochen, von Jubel, der trotz coronabedingter Abstandsregeln und stark reduzierter Publikumszahl bis zum Rednerpult schallt. Und doch ist sie heute, an diesem Samstagabend, fünf Tage nach dieser Präsidentschaftswahl, nur Vorband. Der Höhepunkt des Abends ist Joe.

Für Biden sind die letzten Schritte zum Rednerpult die Erfüllung eines Lebenstraums. 1988 kandidierte er das erste Mal für das Weiße Haus. Jetzt, im dritten Anlauf, hat er es erobert. Seine lange Karriere in der Politik – 36 Jahre im Senat, acht als Vizepräsident – galten zunächst als Ballast. In Zeiten des Trumpismus, in denen die Desillusionierung mit Washington im ganzen Land zu spüren ist, könnte die Nominierung eines Karrierepolitikers abschreckend wirken, so die Befürchtung zahlreicher Demokraten.

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