GECKO tagtTestgipfel soll Lücken im PCR-Angebot schließen

Österreich weist im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern aktuell die niedrigste Inzidenz auf, Experten bewerten das aber als "die Ruhe vor dem Sturm". Am heutigen Montag geht in Wien der erste "Test-Gipfel" über die Bühne.

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GECKO-Chefin Katharina Reich
GECKO-Chefin Katharina Reich © (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
 

Erstmals seit Ausbruch der Pandemie vor mehr als 20 Monaten geht am Montagvormittag in Wien ein Testgipfel unter Einbindung der rund 20 Laborbetreiber über Bühne. Dabei soll der Versuch unternehmen, die Lücken, die vor allem in ländlichen Regionen, etwa im Waldviertel oder in Osttirol, existieren, zu schließen. In Wien werden PCR-Tests, deren Gültigkeit nach 48 Stunden erlischt, innerhalb von 24 Stunden ausgewertet. Die Supermarktketten, die mindestens einmal täglich die entlegensten Gebiete des Landes anfahren, sind zum heutigen Treffen nicht geladen.

Michael Hawel, Chef von Lifebrain, das die PCR-Tests für Wien auswertet, sagt im Ö1-Mittagsjournal, dass weitere Kapazitäten geschaffen werden müssten: "Es braucht die Kapazitäten, hohe Mengen von Tests innerhalb von ungefähr sechs Stunden nachdem sie im Labor eingetroffen sind, abzuarbeiten. Man braucht viel Know-How, viele Roboter dafür, die das tatsächlich machen. Und man braucht vor allem die Mitarbeiter dafür, die sind wirkliche Mangelware." Würde da ein Puzzleteil fehlen, kriege man den Befund eben nicht binnen 24 Stunden.

Mittel- bis langfristig müsse man anoch zwei bis drei große Testzentren errichten, sagte Hawel gegenüber Ö1. Dafür brauche es aber den politischen Willen - eine Entscheidung, die nicht beim heutigen Gipfel getroffen wird, bei dem zwar Hawel teilnimmt, aber kein Vertreter der Politik.

Gecko-Krisenstab tagt am Abend

In den Abendstunden tritt am Montag der neue Krisenstab (Gecko) zusammen, neue Maßnahmen, etwa ein Lockdown-light, sollen keine verkündet werden, wird der Kleinen Zeitung versichert. Beide Sitzungen sind als rein interne "Arbeitssitzungen" geplant, Informationen an die Öffentlichkeit sind für Montag nicht geplant. Auch sei derzeit kein neuer Corona-Gipfel im Bundeskanzleramt in Vorbereitung. Die beiden Gecko-Chefs Katharina Reich und Rudolf Striedinger befänden sich ohnehin im täglichen Kontakt mit Kanzler Karl Nehammer und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein

Im europäischen Vergleich zählt Österreich aktuell zu den Ländern mit der niedrigsten Inzidenz. Während in allen Teile des westlichen Europas die Zahlen nach oben schießen, gerade auch in Ländern mit einer höheren Impfquote, ist die Entwicklung hierzulande – offenkundig als Folge des Lockdowns – noch rückläufig. 

Wann die Omikron-Variante auch in Österreich wieder die Zahlen nach oben treibt, ist unklar. In der Bundesregierung stellt man sich auf schwierige Wochen ein. Virologin Monika Redlberger-Fritz sieht derzeit "die Ruhe vor dem Sturm", mit einem Anstieg der Fallzahlen wird nach den Weihnachtsfeiertagen gerechnet. Simulationsforscher Niki Popper geht aber davon aus, dass sich die Ausbreitungsdynamik durch die derzeitigen strengen Maßnahmen verlangsamt.

Omikron dominierende Variante in Wien

In Wien ist Omikron dennoch bereits die dominierende Variante, den heutigen Testgipfel sieht Popper im Ö1-Morgenjournal als "gutes Zeichen". "Wir brauchen schnelle Vortests, damit wir wissen, welche Variante kursiert. Wir brauchen außerdem noch sehr viel genauere Zahlen, wie es in den Krankenhäusern aussieht: Welche Menschen liegen mit welcher Variante, mit welchem Impfstatus und mit welcher Vorerkrankung im Krankenhaus."

Und weiter: "Wir werden mit Omikron einen Paradigmenwechsel sehen, die Fallzahlen werden hoch seien, wahrscheinlich bleiben die schweren Erkrankungen eher aus – wir wissen aber nicht, wie sich Omikron hier in Österreich wirklich verhalten wird." Daten gäbe es bislang nur aus dem Ausland, das lasse sich nicht vergleichen. Welche Maßnahmen nun benötigt werden, müsse in einem politischen und gesellschaftlichen Diskurs erarbeitet werden. Reagiert werden sollte jetzt – solange die Fallzahlen niedrig sind.

Die aktuellen Maßnahmen

Sperrstunde in Österreichs Gastronomie ist seit heute, 27. Dezember, um 22 Uhr. Dies gilt auch für Hotel-Bars. Anlass ist die befürchtete Omikron-Welle, deren Eintreffen unter anderem mit dieser Maßnahme hinausgezögert werden soll. Bis zum Sonntag durften Lokale noch bis 23 Uhr offen halten. Zudem war ursprünglich eine Lockerung für Silvester geplant, die in der jüngsten Verordnung wieder gestrichen wurde.

Ebenfalls neu sind die Regeln, die für Veranstaltungen gelten. Kleinere Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstagspartys dürfen bis zu 25 Personen besuchen, aber das nur, wenn diese geimpft oder genesen sind. Der 2G-Nachweis genügt auch bei Veranstaltungen bis zu 500 Teilnehmern mit zugewiesenen Plätzen.

Bei Events mit bis zu 1000 Besuchern ist dann schon ein PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf, erforderlich. Maximal sind 2.000 Personen bei Veranstaltungen erlaubt, da muss man als Teilnehmer aber nicht nur getestet und geimpft bzw. genesen, sondern auch schon geboostert sein. Masken sind bei Veranstaltungen nur indoor zu tragen.

 

Kommentare (10)
Lucifer rs
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PCR muss Kostenpflichtig werden🙋🏻‍♂️

Der Ausweg aus der Misere führt nur über Kostenpflichtige PCR Test und gratis Impfung wirtschaftlich gesehen ein Wahnsinn was da uns eingetreten wird scheinbar wurden unüberlegt Millionen solcher Tests angeschafft wobei der Impfstoff in großen Mengen abläuft 👎🏻🤦🏻‍♂️👣🎪

lucie24
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Klar.

Den Experten passen niedrige Zahlen gar nicht. Deshalb überlegt man jetzt verzweifelt wie man - völlig sinnbefreit - noch mehr testen kann. Aber auch diese Rechnung wird nicht aufgehen.

VH7F
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Wir hätten derzeit Stufe 2

Lockerungen für Impffreie gehören her.

madermax
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Korrekt...

Stufe 2 sieht weder einen Lockdown für Ungeimpfte noch 2G für Restaurants vor (2G nur für Nachtgastronomie).

Aber letztendlich ist der (hoch angepriesene aber fiktive) Stufenplan wieder nur ein Beispiel für die Planlosigkeit der Regierung und ein weiterer Grund, warum kaum noch jemand die Maßnahmen mitträgt...

Mein Graz
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@VH7F

Geh impfen und es hat sich.

Unzufriedener
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Mein Graz

Warum glauben sie bei jeden das er nicht geimpft ist ?.
Ich hoffe sie sind geimpft.
Haben sie schon einen Tunnelblick entwickelt das sie nichts mehr anderes sehen. Wie nennt man das dann: Vollmanipuliert.
Gesundes Neues Jahr.

aposch
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Sprechen Sie

Mit Menschen, die eine schweren Verlauf dieser Krankheit hatten oder glauben Sie auch nur das, was Ihnen Ihre Meinung vorschreibt?

Mein Graz
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@Unzufriedener

Ich versteh ja noch bis zu einem gewissen Grad, dass ein Geimpfter gegen eine Impfpflicht sein kann, vorausgesetzt, man will nicht, dass Ungeimpfte die Konsequenzen tragen müssen.

Es stößt bei mir allerdings auf Unverständnis, aus welchem Grund sich ein Geimpfter für eine Lockerung der Auflagen für Ungeimpfte einsetzen sollte.

Ich bin sicher, du kannst mich über den Grund aufklären.

aposch
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Wer so etwas verlangt

Muss wohl wo angerannt sein.

Harry70
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Wer so etwas schreibt

wohl auch