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Experten über die OptionenSpannender Poker um die Koalitions-Frage nach der Wahl

Gut zwei Monate vor der Nationalratswahl scheinen die Positionen der Parteien laut Umfragen weitgehend einzementiert.

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Der Vorsprung der ÖVP dürfte "ohne dramatische Ereignisse" nicht aufzuholen sein, sagte Politikwissenschaftler Peter Filzmaier zur APA. Spannender für die ÖVP werde die Frage nach den Koalitions-Optionen nach der Wahl, denn realistisch scheint den Experten derzeit nur Türkis-Blau.

Die Umfragen zeigen seit Wochen einen deutlichen Vorsprung der ÖVP vor SPÖ bzw. FPÖ. In den meisten Erhebungen seit Ende Mai liegt die Volkspartei zwischen 36 und 38 Prozent. SPÖ und FPÖ liefern sich mit Respektabstand ein Match um den zweiten Platz (mit Werten zwischen 17 und 23 Prozent).

Auch die aktuellste unique research-Umfrage für das Nachrichtenmagazin "profil" bestätigt dieses Bild: Demnach würde die ÖVP auf 37 Prozent kommen, die FPÖ auf 21 und die SPÖ auf 20 Prozent. Die Grünen werden mit elf Prozent ausgewiesen, die NEOS mit neun Prozent. Die Liste JETZT würde die für den Einzug in den Nationalrat notwendige Vier-Prozent-Hürde (mit ein bis zwei Prozent) klar verpassen.

"Die surfen ganz stabil dahin"

Ein Sieg der ÖVP scheint laut dem Politologen Peter Filzmaier aus derzeitiger Sicht eine recht klare Sache zu sein, sollten keine "dramatisch negativen Ereignisse" eintreten. "Die surfen ganz stabil dahin", sagte im APA-Gespräch auch Meinungsforscher Peter Hajek (unique research/Public Opinion Strategies). Daran dürfte laut Hajek auch die jüngste Debatte um die Parteienfinanzierung kaum etwas ändern. Denn die Wähler hätten in dieser Frage wohl ohnehin ein eher negatives Bild von allen Parteien. Daher ergebe sich für keinen Mitbewerber ein Vor- oder Nachteil.

Die ÖVP müsse sich weniger Gedanken um ihre Performance am Wahltag (29. September) machen, sondern vielmehr um das "Danach", so Filzmaier. Denn sichere Mehrheiten habe die ÖVP nur mit FPÖ oder SPÖ. Und von beiden Parteien habe sich die Volkspartei unter Sebastian Kurz in den letzten zwei Jahren "scheiden" lassen. Eine Alternative wäre vermutlich nur eine "Dreierbeziehung" mit Grünen und NEOS, sagte der Politologe. Doch das wäre "kompliziert", ganz abgesehen von den inhaltlichen Hürden.

Für SPÖ geht es "zunehmend um Schadensbegrenzung"

Auf andere Zweierkoalitionen (mit Grünen oder NEOS) könne die ÖVP angesichts der Umfragewerte nicht wirklich setzen, so Filzmaier. Und eine Minderheitsregierung, wie sie auch von Kurz selbst ins Spiel gebracht wurde, hält der Politikwissenschaftler für eher ausgeschlossen: "Warum sollte eine andere Partei das stützen?" Für Hajek wäre derartiges für die ÖVP nur dann eine eventuelle Option, sollte sich eine erneute Zusammenarbeit mit der FPÖ als sehr schwierig erweisen. Er könne sich aber "nicht vorstellen, woran eine ÖVP-FPÖ-Koalition scheitern sollte", sofern die "Personalie" Herbert Kickl besprochen ist, sagte Hajek.

Für die SPÖ geht es laut Filzmaier "zunehmend um Schadensbegrenzung". Die Partei werde es jedenfalls sehr schwer haben, an ihr Wahlergebnis von 2017 (29,6 Prozent) wieder heranzukommen, ergänzte Hajek. Er verwies auch auf die eher mauen Werte der SPÖ-Vorsitzenden Pamela Rendi-Wagner in der Kanzlerfrage (mit aktuell Platz drei noch hinter FPÖ-Chef Norbert Hofer).

"Das hat aber eine Attraktivität gegen Null"

Dazu komme bei der SPÖ noch eine gewisse "Perspektivenlosigkeit" für die Zeit nach der Wahl, so Filzmaier: "Es gibt kaum Szenarien, in denen die SPÖ wieder regieren könnte. Die einzige Variante ist, dies als Juniorpartner der ÖVP zu tun. Das hat aber eine Attraktivität gegen Null." Auch Kurz dürfte wenig Interesse an einer ÖVP-SPÖ-Koalition haben, so die Experten.

Eine Zusammenarbeit mit der FPÖ wiederum habe ja Rendi-Wagner bereits klar ausgeschlossen. Außerdem sei fraglich, ob Rot-Blau nach der Wahl überhaupt eine Mehrheit hätte. Und Hoffnungen auf eine Dreier-Variante mit Grünen und NEOS könne sich die SPÖ angesichts der Umfragen kaum machen. Filzmaier verwies auch auf den für die SPÖ zu erwartenden Wähler-Rückfluss in Richtung Grüne. 2017 hatten die Sozialdemokraten ja massiv Stimmen von der Öko-Partei abgezogen.

Für die FPÖ werde es laut Filzmaier wohl darum gehen, trotz angriffigem Wahlkampfes auch die Regierungsfähigkeit zu behalten. Die Partei müsse aufpassen, mit sehr rechten Aussagen den Bogen nicht zu überspannen, um nach der Wahl für Kurz noch eine Option zu sein. Trotz des Ibiza-Skandals halte sich die FPÖ in den Umfragen "sehr stabil", meinte Hajek.

Gute Chancen für Grüne und NEOS

Gute Wahlkampfchancen räumt Filzmaier den Grünen und NEOS ein. Die Öko-Partei würde von der "Renaissance des Umweltthemas" profitieren, auch ortet Filzmaier eine "zunehmende Wiedergewinnung des Kontrollthemas", zuletzt in der Debatte um die Parteifinanzen. In diesem Punkt sieht er mögliche Nachteile für die NEOS, angesichts ihrer Großspenden.

Wenig Chancen geben Filzmaier und Hajek der Liste JETZT. Die Liste selbst wie auch Parteichefin Maria Stern leiden unter geringer Bekanntheit, so Filzmaier. Und die einzige Person mit Bekanntheitsgrad - Listengründer Peter Pilz - habe seit den Vorwürfen der sexuellen Belästigung aus dem Jahr 2017 ein ramponiertes Image. Einzige Chance von JETZT seien die TV-Konfrontationen, sagte er.

Kommentare (46)

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crawler
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Es scheint nicht so zu sein,

dass sich die Wähler von Gut oder Böse im Sinne der Negativwahlwerbung beeinflussen lassen. Vielmehr sind es die gebotenen Programme und die Personen die für diese Programme stehen. Wenn man denen z.B. wegen früherer Aussagen oder ihrem Tun nicht abnehmen kann dass sie das was sie sagen auch ehrlich meinen sondern in erster Linie nur zum Wohle der eigenen Partei und von sich selbst arbeiten, werden sich die mündigen Wähler nicht täuschen lassen.

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Geerdeter Steirer
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Wohlbemerkt mit dem wichtigem Ausdruck........

"die mündigen Wähler"

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alfjosef
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Hochgehaltene Spannung, Programme bleiben unwichtig, Themen werden "initiiert", die SPÖ im "Eck gehalten"! Oder nicht?

Zum Teil alles "Show", nicht mehr. Parteien positionieren sich, haben Programme, wie gestern die SPÖ bei ihrem Parteirat beschlossen, andere nur einzelne Punkte. Diese interessieren viele gar nicht (mehr)! Dann werden einzelne Themen hochgehalten. Journalisten gehen fragen, und dann werden daraus weitere Fragen und es mündet dann in "Schlammdiskussionen" wie sie einerseits erwartet werden um dann anderseits darüber zu "klagen"! Aber: der NRW-Kampf wird so "spannend" gehalten, oder wie immer auch. Manche Dinge sind zu durchschauen, die SPÖ bleibt "im Eck", oder es werden irgendwelche für die NRW unwichtige Themen plötzlich "wichtig", aber im negativen Sinn halt. Mit der FPÖ wird das "Kickl"-Thema hochgehalten, egal von wem aus. Hauptsache "spannend", die SPÖ wird im "Eck" gehalten, und so weiter und so fort......!

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GordonKelz
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SPÖ IST SELBST AM DESASTER.....

...schuld ! Wenn ich das Wort SOZIAL im Parteinamen mitführe , habe ich mich auch danach zu verhalten !
Es ist leider immer weniger geworden, die Partei ist von einer ÖVP , FPÖ, NEOS usw.
kaum zu unterscheiden. So kann man als
"SOZIALPARTEI " , die nicht vorhanden ist,
nur verlieren!
Gordon Kelz

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paulrandig
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Unter- und Zwischentöne

Klar ist, dass die Partei, deren Marketingheerschar die Deutungshoheit über das Geschehene am besten simplifizieren kann, gewinnt.
Gehen wir davon aus, dass für die Hirne und Selbstverständnisse der meisten Wähler die Maxime "Wir-Gut, Ihr-böse" das Bequemste ist. Alles andere würde Denkarbeit, Empathie und Intellekt verlangen. Diese Maxime ist also als bequeme Dahindumpf-Basis für die Mehrheit vorauszusetzen. Die Partei, die sich den Leuten am besten als das "Wir" in obiger Maxime präsentieren kann, gewinnt.
Und hier kann die ÖVP punkten: Sie kann rhetorisch alle anderen bequem dem "Ihr-Böse" zuordnen:
Die FPÖ, weil Skandal bzw. Skandale.
Die SPÖ, weil links, und links, weil Ibiza, und Ibiza, weil Skandal.
Die Grünen, weil links, und links, weil Flüchtlinge, und Flüchtlinge, weil fremd, also klassisches "Ihr".
Hingegen das "Wir-Gut": Basti, weil adrett, erfolgreich, weitgereist und viele Selfies mit Promis, also genau das, womit sich Wähler(in) gerne identifiziert. Unangenehmes? Nicht bei Teflon-Basti, an dem nichts haften bleibt.
Welche andere Partei hat es geschafft, auch nur eine annähernd vergleichbare öffentliche Identität zu schaffen, die noch dazu durch einen derart dichten Vorhang vor ihrer tatsächlichen Identität im Lichte des reinen Kapitalismus verborgen ist?

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Gedankenspiele
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@paulrandig

Mehr als über den Inhalt der Parteien bin ich schon langsam darüber besorgt, wie einfach die Bevölkerung für eine Person und deren öffentliche Darstellung zu begeistern ist. Wir alle wissen, dass die ÖVP inzwischen in etwa 20 Prozent Rückhalt in der Bevölkerung hatte und wahrscheinlich auch jetzt hat. Die Differenz zum jetzigen Wert ist einfach nur die Person Kurz, die von seinem Team (einzigartig gut) in der Öffentlichkeit dargestellt wird.

Ein Selfie mit Arnold Schwarzenegger, ein Selfie mit Merkel, ein Selfie mit Macron, ein Selfie mit Netanyahu, ein Selfie mit....
...und immer die selbe inhaltslose Beschreibung dazu: Kurz hatte einen guten Austausch mit "Person X" über "Thema Y"! Tolle Frisur, toll gekleidet, gerade Sätze, ministrantenhaftes Dastehen mit engelshaftem Gesichtsausdruck,...
Und 37 Prozent der Leute finden das toll obwohl er die reinste Interessensvertretung seiner Spender im Staat ist.

Vor Jahren wurde bei uns in der Schule thematisiert, ob es in der heutigen Zeit noch einen "Hitler" geben könnte und ich war immer der Meinung, dass das sehr wohl möglich wäre (und ich vergeliche hier nicht Kurz mit Hitler inhaltlich, falls das wieder jemand falsch verstehen möchte).

Wie leicht große Teile der Bevölkerung für etwas zu gewinnen sind, bei dem sie nicht einemal unbedingt davon profitieren müssen, sieht man bei Trump, Kurz und vielen anderen rechts-populistischen Parteien weltweit- und das macht jeden Tag etwas mehr Angst!

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Irgendeiner
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Ja Paul, schon richtig, die Reduzierung der Komplexität

bis zur Unkenntlichkeit und das erfolgreiche Setzen auf Unwissenheit und Denkfaulheit der Wähler.Aber Paul, da sind Lügen und Unwahrheiten,Unterschleif und Gschafteln, Dummheit ist nie wasserdicht,da kann man ansetzen und das Potemkinsche Dorf Stück für Stück abreißen.Denn der von Johnson als typisch österreichisch erwiesene therapeutische Nihilismus allein der Diagnose hilft nicht weiter,ist so.Aber dazu Paul,mußt Du auf Dinge wie Beliebtheit und Zustimmung systematisch verzichten, denn Rosen wird man dir keine streuen,nur die Dornen,man lacht.Und das Paul, ist die Aufgabe mündiger Bürger quer durch den politischen Krautgarten,ist keine Aufforderung Paul, das muß jeder selbst entscheiden,nur ein Hinweis.

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paulrandig
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Irgendeiner

Doch, es ist eine Aufforderung. Aber die nehme ich jetzt nicht spezifisch von Ihnen an, weil sie sich bereits längst durch die Erkenntnis des Sachverhaltes von selbst gestellt hat und von mir angenommen wurde.

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Irgendeiner
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Das find ich gut, Paul, aber es war wirklich nur ein Hinweis und keine

Aufforderung,weil ich niemanden wo reintheatere wo er und nicht ich das Risiko trägt,es gibt schon zu viele die im Bunker sitzen und anderen den Sturmlauf anempfehlen.Und ich weiß, daß dazu zumindest zwei Dinge gehören,ein gewisses Wissen und ein notfalls derbes Naturell,sonst läuft der nackt ins Feuer und ob er das kann muß jeder selbst entscheiden und nur er selbst,ich kenn großartige Fachleute die kompetent und hochwahrheitsliebend sind und denen ich ein Forum nie anempfehlen würde,die wären ein ungeheurer intellektueller Gewinn,aber mit den Blessuren könntens nicht umgehen,dazu brauchst auch andere Befähigungen und viele Intellektuelle sind sanfter Seele.Aber wenn Du das so meinst, ich finde das wie gesagt gut.

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umo10
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Die Stellung

Zum Klimawandel wird entscheiden. Welche Partei die besten Lösungen vorbringt

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paulrandig
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umo10

Schön wär's. Leider werden wie üblich die Schmutzkübel, die Feindbilder, die nichtssagendsten Fotos und die am leichtesten mental zu bewältigenden Schlagwörter entscheiden.

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Gedankenspiele
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Eine Stimme für Liste Jetzt ist leider eine Stimme für Schwarz-NEOS, denn...

...die Liste Jetzt kommt sehr wahrscheinlich nicht ins Parlament hinein und erhöhen somit den Mandatsstand der übrigen Parteien.
Dann reichen Schwarz-NEOS noch weniger als 50 Prozent der Stimmen für eine Mandatsmehrheit.

Und was ÖVP-NEOS für die Bevölkerung bedeutet ahnt jeder, der weiß woher diese beiden Parteien ihre Spenden beziehen.

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Irgendeiner
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Im Letzteren gebe ich Dir recht,

wasma so nötig haben wie einen Kropf ist eine Koalition von zwei turbokapitalistischen Parteien und das im größten Faunenschnitt der ganzen Erdgeschichte auch wenn ich Meinl- Reisinger zugestehe im Humanitären immer Flagge gezeigt zu haben, aber die Idee vom Primat der Wirtschaft ist halt in sich ein idiotischer metaphysischer Krebsschaden des intellekts der in den Untergang führt,und von einer geradezu grandiosen natur- und sozialwissenschaftlichen Ignoranz getragen.Trotzdem stimme ich Dir bei dem Aufruf sich strategisch zu verhalten nicht zu,ob es Pilz schafft ist bis zu dem Tag offen und wer will soll ihn auch wählen können,weil jede Stimme für eine Partei die sich nicht Mandatare rechtswidrig in Käfighaltung hält gegen das freie Mandat wie die Bastitruppe die Chance auf Parlamentarier erhöht die den eigenen Schädel rechtskonform einschalten und sich nicht von einem Studienabbrecher was vorfuchteln lassen.Und das sag ich Dir als langjähriger Wähler einer Gruppierung die es damals auch nicht auf Anhieb geschafft hat und die ihr mir sogar temporär entfernt habt, in einer der allergrößten Umweltkatastrophen des Planeten,weil ihr so klug seid.

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Gedankenspiele
2
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Ich halte die Liste Jetzt inhaltlich überaus wählbar.

Das hat die letzte Legislaturperiode durchaus gezeigt.

Wenn ich mit meiner Stimme aber indirekt ÖVP und NEOS stärke, sollte ich auch taktisch klug mit meiner Stimme eine andere Partei unterstützen, weil ich am Ende des Tages nichts von meiner Stimme haben werde- eher im Gegenteil (natürlich vorausgesetzt die derzeitigen Umfragen stimmen halbwegs).

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Irgendeiner
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Naja, Gedankenspiele, drei Dinge dazu, erstens, das Spiel hat man bei

den Grünen mal für mal auch gespielt, die verlorene Stimme,wennma darauf gehört hätten wären die nie wo eingezogen.Das zweite, ich bin grundsätzlich kein Freund des strategischen Wählens weil es verhindert, daß du nimmst was Du haben willst.Und drittens, wenn Du die strategische Karte schon spielst solltest es knapp vor der Wahl sagen, wenn Du klar siehst daß es nicht hinreichen wird,nicht am Anfang,das ist der falsche Weg,man wirdnoch sehen ob sie sich dakrabbeln.

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grboh
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Eigentlich kann ich

die Hr. Filzmaier, Hofer, Hajek und wie sie alle heißen schon nicht mehr hören.
Was und wie diese Herren alles zu wissen glauben, wie sie, aus der Deckung des Meinungsforschers oder Politikberaters Einfluss nehmen wollen (oder zu können glauben) ist gelinde gesagt sagenhaft.

800 Befragte (möglicherweise immer dieselben?) ergeben das Bild von Ergebnissen in zwei Monaten?
Bei den Berechnungen keiner der rund 1.300.000 Nichtwähler + rund 50.000 ungültige Stimmen dabei?

Wo sich möglicherweise der eine oder andere, der damals nicht Türkis/Blau - aber mangels Alternative auch keine der anderen Parteien gewählt hat - überlegt, doch zur Wahl zu gehen um wieder nicht Türkis/Blau zu wählen?

Und noch eines: seit über fünfzig Jahren übe ich mein Wahlrecht aus. Niemals hat mich ein Meinungsforscher vor Wahlen (und da waren doch einige) nach meiner Meinung gefragt. Ich habe in meinem Bekanntenkreis aber auch niemand. dem je die sogenannte Sonntagsfrage gestellt wurde, etwas, das bei der Unzahl an Meinungsumfragen in vielen Jahrzehnten doch etwas seltsam anmutet.

Möglicherweise sind Arbeiter, Angestellte und halt jetzt (wie ich) Pensionisten nicht die erfolgsversprechende, Meinungsbildende Zielgruppe.

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Himmelschimmel
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Bei über 8 Mio Einwohnern

... wie wahrscheinlich ist es da, dass man einer von 800 Befragten ist? (Das ist keine Mathe-Matura-Aufgabe, sondern eine Frage für Intelligente!)

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grboh
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Himmelschimmel


Ich sprach von 6.4 Mill. Wahlberechtigten.

Und von 50 Jahren Wahlberechtigung.
Und fast genauso langen Meinungsumfragen/Sonntagsfragen.

Dieses haben Sie, als der diese Frage eben nicht ( oder halt falsch) beantwortende Intelligentere offensichtlich übersehen.

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Himmelschimmel
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grboh

Nein, habe ich nicht übersehen. Denn es werden ja nicht nur Wahlberechtigte gefragt. Zum Beispiel via Internet. Da kann jeder antworten.

Und noch eine Mathe-Frage: Wenn pro Jahr 4 Mal die Sonntagsfrage und 4 Mal eine Meinungsumfrage zur Wahl durchgeführt wird, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man bei 6,4 Millionen wahlberechtigten in 50 Jahren einmal als einer von 800 befragt wird?

(6,4 Millionen, damit wir nicht darüber diskutieren müssen.)

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grboh
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Himmelschimmel

Nun, ich gehe davon aus, daß Sie sich die Frage ohnehin schon beantwortet haben.
Es ist bei (grob berechnet) 1: 16000 - bei Zugrundelegung Ihrer Umfragezahlen - die aber höher ist, wie ich glaube.

Und, wenn man nur Einzelpersonen her nimmt, eher unwahrscheinlich.

Wenn man aber einen Bekanntenkreis von ca. 50 - 70 Personen als Maß nimmt ist die Wahrscheinlichkeit schon ein vielfaches größer.
Von Sonntagsfragen oder Wahlumfragen eines Meinungsforschungsinstitutes hab ich noch nicht gehört; die Institute berufen sich immer auf "repräsentative Personengruppen". Wie sie diese auswählen sagen sie nicht.
Auch die Marge der abgefragten ändert sich in der Anzahl der Befragten.
Aber Sie haben sicher recht - die Wahrscheinlichkeit, dass gerade ich befragt werde ist gering.
Dennoch erscheinen mir diese "meinungsbildenden Umfragen" als Meinungsforschendes Kaffeesudlesen.

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Himmelschimmel
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grboh

Also, wir sind zwar bis jetzt nicht miteinander bekannt, aber ab jetzt wenigstens über dieses Forum. Bitte: Ich oute mich als ein hin und wieder - offenbar aber doch privilegierter - Befragter bei Wahlumfragen. Damit kennen Sie also wenigstens einen dieser Probanden. Übrigens einen Pensionisten. Damit relativiert sich Ihr Verdacht ein wenig, nur meinungsbildende Zielgruppen würden befragt. Allerdings - jeder beeinflusst andere, egal welcher "Gruppe" er angehört.

Und zur Erklärung: "Repräsentativ" bedeutet, einer von vielen Gleichen.

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grboh
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Fehler

da fehlt in dem Satz
"von Sonntagsfragen ....
ein "...im Internet hab ich ...."
ich bitte, dies zu entschuldigen.

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selbstdenker70
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....

Stimmt..ich kenne auch niemanden der in den letzten 30 Jahren jemals befragt wurde. Freunde von mir wollten, aus beruflichen Gründen, einmal Einblick in diese Umfragen und deren Callcenter bekommen. Selbst nach einem "persönlichen" Gespräch mit der damaligen zuständigen Ministerin, hatten sie NULL Antworten, und bekamen auch keinen Einblick wer, was, wann, und vor allem WIE es gemacht wird. Meinungsumfragen...ein gut gehütets und gut dotiertes Geschäft das anscheinend nur gewissen "Freunden" vorenthalten ist.

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Himmelschimmel
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Sie meinen

"vorbehalten" und nicht vorenthalten. Denn andernfalls wäre ja alles korrekt, nicht wahr?

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ichbindermeinung
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parteiunabhängige Regierung

man könnte ja die Bürger als Option gleich bei der Wahl mit einem Kästchen mitabstimmen lassen, ob sie lieber eine parteiunabhängie Experten-Regierung oder eine parteiabhängige Regierung haben wollen.

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alsoalso
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@ichbindermeinung: Stillstand ....

…..soll also prolongiert werden …..dann kann Österreich gleich den Staatsbankrott anmelden

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