In Österreich müssen laut Morgenmeldung der Ministerien 619 Menschen nach einer Covid-Infektion intensivmedizinisch betreut werden. Der Großteil davon ist nicht vollständig geimpft. Die fünfte Stufe des Corona-Stufenplans der Regierung wäre somit erreicht.

Jetzt würde folglich automatisch ein Lockdown für Ungeimpfte verhängt werden. Die Maßnahme erübrigt sich natürlich, da bereits ein allgemeiner Lockdown bis 13. Dezember in Kraft ist.

Im Stufenplan der Regierung bildete der Wert von 600 belegten Intensivbetten die Spitze. Eine Auslastung von 33 Prozent (rund 700 Betten, da die Zahl der insgesamt "verfügbaren" Intensivbetten schwankt) durch Covid-Patienten wird vom Gesundheitsministerium als "kritisch" betrachtet. Dann droht ein "sehr hohes Systemrisiko".

Das bedeutet, dass Covid-Patienten "in deutliche Konkurrenz mit anderen intensivpflichtigen Patienten treten", so das Gesundheitsministerium. Übersetzt: Triagen werden notwendig. In Oberösterreich und Salzburg sind bereits mehr als ein Drittel aller Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt, Niederösterreich hat am heutigen Donnerstag diesen Wert erreicht.

Mögliche Entspannung bei Neuinfektionen

Gleichzeitig gibt es Grund zur Hoffnung: Das Prognosekonsortium geht aktuell davon aus, dass der Höhepunkt der vierten Epidemiewelle innerhalb der nächsten Woche erreicht wird. Demnach würde die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus - und entsprechend auch jene der Intensivpatienten - zu sinken beginnen.

Mit einer wirklichen Entspannung in den Spitälern ist wegen der Verzögerung zwischen Infektion und Spitalseinlieferung aber so schnell nicht zu rechnen. Besonders in Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg wird sich die Lage demnach weiter zuspitzen.

In der folgenden Grafik ist die aktuelle Prognose der österreichweiten Intensivbelegung mit Corona-Patienten (laut Zahlen des Ages-Dashboard, die sich von jenen der Morgenmeldung unterscheiden) dargestellt:

Die Innsbrucker Virologin Dorothee von Laer geht daher in einem Interview mit "profil" von einer Verlängerung des Lockdowns in einigen Bundesländern aus. Aus dem Gesundheitsministerium heißt es, dass es für Überlegungen zum Ende des Lockdowns noch zu früh sei. „Die Auswirkungen des Lockdowns werden sich erst Anfang nächster Woche seriös abschätzen lassen“, sagt ein Sprecher Mücksteins.

Wie vereinbart werde man nach zehn Tagen – bis Mitte kommender Woche – beraten und entscheiden, wie der Lockdown wieder gelockert wird. Auch eine immer wieder kolportierte Schließung der Schulen sei derzeit kein Thema.