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Jets bald am EndeGrüne wollen Saab-Ersatz, aber keine Eurofighter

Wehrsprecher David Stögmüller drängt auf rasche Nachfolgeentscheidung und bringt Leasing-Variante ins Spiel. Im Vorjahr stiegen heimische Jets zu 27 Alarmstarts auf, ein Drittel der Eurofighter war im Durchschnitt einsatzbereit.

Zwei Saab 105
Das Ablaufdatum für die Saab 105 rückt immer näher © Bundesheer
 

Die Zukunftsfrage der Luftraumüberwachung birgt für die türkis-grüne Regierung noch einiges Potenzial an Zündstoff. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) will bis Sommer entschieden haben, die Grünen präferieren eine Lösung ohne Eurofighter. Die Zeit drängt, weil das System Eurofighter demnächst eine technische Überholung braucht und auch die letzten zwölf flugfähigen Saab 105 ab 2021 keine Starterlaubnis mehr bekommen.

Der dieser Tage behobene Totalausfall der Saab-Düsentrainer wegen defekter Zugbolzen hatte David Stögmüller von den Grünen im Vorjahr zu einer parlamentarischen Anfrage veranlasst. Deren Beantwortung durch das Verteidigungsministerium liegt nun vor (hier zum Download): Demnach liegt der jährliche Betriebsaufwand für die Eurofighter bei 60 bis 65 Millionen Euro (bei rund 1400 Flugstunden), der Betrieb der Saab 105 mit weit weniger Flugstunden kostete maximal vier Millionen Euro.

Im Vorjahr stiegen die Bundesheer-Jets zu insgesamt 27 Alarmstarts auf, fünf davon absolvierten die teils 50 Jahre alten Saab. Die fehlende Funkverbindung zu eindringenden Flugzeugen war in 23 Fällen Grund für solche Einsätze der „Priorität Alpha“. In zwei Fällen lösten ausländische Militärmaschinen Alarmstarts aus. Weiteren 32 Militärflugzeugen wurde das Eindringen in unseren Luftraum durch den diensthabenden Offizier nicht erlaubt. Jährlich fliegen übrigens zwischen 5000 und 6000 ausländische Militärmaschinen ganz offiziell über unser Staatsgebiet.

Noch kein Totalausfall

Was Verteidigungsministerin Tanner in der Beantwortung weiters festhält: Die aktive Luftraumüberwachung konnte von 2014 bis 2019 an allen Tagen durchgeführt werden – auch bei Schlechtwetter. Und im Vorjahr waren durchschnittlich fünf von 15 Eurofightern einsatzbereit, das ist unter den gegebenen Umständen kein schlechter Wert. 16 Piloten standen dem Überwachungsgeschwader in Zeltweg zur Verfügung.

Eurofighter
Eurofighter Typhoon des Bundesheeres Foto © Bundesheer/HORST GORUP

Grünen-Wehrsprecher David Stögmüller sieht sich durch die Zahlen in seiner Haltung bestärkt: „Wir stehen zur aktiven Luftraumüberwachung, aber es braucht eine Alternative zum Eurofighter.“ Deren Betrieb sei auf jeden Fall zu teuer, um damit alleine den Luftraum zu sichern. „Wir brauchen jetzt rasch eine Entscheidung über die Nachfolge der Saab 105“, richtet er Regierungspartner ÖVP aus. Eine „Taskforce“ solle ermitteln, mit welchen kostengünstigen Alternativen man die Luftraumüberwachung aufrechterhalten könne. Stögmüller selbst drängt zu einer langfristigen Gesamtlösung ganz ohne Eurofighter: „Der war bisher ein Milliardengrab, das brauchen wir nicht.“

Eine rasch umsetzbare Möglichkeit sieht der Abgeordnete im Leasing von italienischen „Advanced Jet Trainern“. Der M-346 von Leonardo gilt seit Jahren als Favorit für die Saab-Nachfolge, als Eurofighter-Ersatz taugt er aber nur bedingt. Auch weil dem Jet-Trainer die Überschallfähigkeit fehlt.

Kommentare (28)

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hermyne
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Jetzt

weiß ich, warum die Verteidigungsministerin aus der Landwirtschaft kommt. Weil die Eurofighter sehr viel am Boden bleiben:-))

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DearReaders
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Am Boden?

1400 Flugstunden, 1/3 Klarstand - würd die EFs nicht unbedingt sehr bodengebunden sehen.

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vandiemen
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Wahnsinn!

Wieder soviel Militär- und Luftfahrtexperten die hier ihre Expertise abgeben!😉

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harri156
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Wen interessiert es was die Grünen meinen?

Gemacht wird was Mahrer und Kapsch für gut befinden. Dann kommen die hineingesetzten Redakteure ins Spiel. Und schon weiß der Bürger was gut für das Land ist. Nirgends kommt ein Grüner vor. Und der BK geht wieder Kaiserschmarrenkochenzuschaun und macht Hintergrundgespräche......

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Stadtkauz
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@harri Und das ist auch richtig und gut so

Mehrheiten haben es einfach einmal an sich, dass sie, dem Wahlergebnis entsprechen, Entscheidungen treffen.

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redniwo
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Es ist so

Aber es ist deswegen noch lange nicht gut so.

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harri156
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Und warum war es

bei Rot/schwarz anders? Warum wurde sofort eine Staatskrise heraufbeschworen, wenn sich die Roten durchzusetzen versuchten?

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Cirdan
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Mir wäre am liebsten, wir bräuchten

keine Abfangjäger, weil alle Länder in Frieden miteinander leben usw. ->eine blauäugige Wunschvorstellung, die es so leider nicht gibt!
Als souveräner und neutraler Staat sind wir verpflichtet unseren Luftraum zu überwachen und dazu braucht es wohl oder übel flugfähige Vögel.
Egal wie die Entscheidungen ausgehen werden, wage ich zu prophezeien, dass es sehr teuer werden wird...

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SagServus
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Mir wäre am liebsten, wir bräuchten keine Abfangjäger, weil alle Länder in Frieden miteinander leben usw. ->eine blauäugige Wunschvorstellung, die es so leider nicht gibt!

90% der Luftraumüberwachung betrifft die zivile Luftfahrt.

Selbst wenn alle Länder in Frieden leben, brauchens also Abfangjäger.

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X22
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Nachbeschaffung verschleppt und Kostenwahrheit (Standard 2.Dez 2019, Nina Weißensteiner)

Zuletzt flogen die Saab 105 immerhin noch 25 Prozent der Einsätze, dazu dienten sie als kostengünstigere Trainingsflugzeuge für die Piloten. Und ebenfalls nicht unwesentlich: Wann immer in Zeltweg, dem Heimatflughafen der Eurofighter, ein Aufsteigen der Abfangjäger aus Witterungsgründen – etwa bei Gewitter oder Schneesturm – nicht möglich war, konnten im Notfall auch die Saab 105 Einsätze übernehmen. Bedeutet: Im Extremfall droht nun ein Ausfall der Flugüberwachung.

Zwar gelten die Eurofighter aus Kostengründen schon seit Jahren quasi nur von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang als startklar, tatsächlich fliegen sie entgegen allen wilden Gerüchten aber sehr wohl auch in der Nacht, erklärt Oberst Bauer.

Über einen Ersatz für die Saab 105 hätte die Politik jedenfalls schon längst entscheiden müssen, doch die türkis-blaue Koalition hat dieses Problem verschleppt. Ex-Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) mahnte zwar ab und an eine Entscheidung zur künftigen Luftraumüberwachung ein, doch fast auf den Tag genau vor einem Jahr, am 12. Dezember 2018, kündigte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nach dem Ministerrat unerwartet an, den dritten U-Ausschuss und die laufenden Verfahren in der Causa Eurofighter abwarten zu wollen. Die Einschätzung von Kurz damals lautete: Die Entscheidung könne sich um ein halbes Jahr verzögern.

Eine Flugstunde der Saab 105 schlägt sich mit etwa 3.000 Euro zu Buche, Eurofighter das Zehnfache

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100Hallo
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Abfangjäger

Hätte Türkis und Blau etwas beschlossen wäre es von türkis und grün sowieso wieder aufgehoben worden auch wenn es für Österreich gut gewesen wäre.

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X22
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Naja ein Angebot oder mehrer Alternativen dazu

lösen ja noch keine Bestellung aus, man hätte dafür schon etwas in der Hand über das man reden könnte, zumindest ein Anforderungsprofil hätte man ja erstellen können

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SagServus
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ein Aufsteigen der Abfangjäger aus Witterungsgründen – etwa bei Gewitter oder Schneesturm – nicht möglich war

Das ist eine Urban-Myth die sich auf Grund der Nachverhandlungen von Darabos hartnäckig hält.

Natürlich kann der Eurofighter bei jedem Wetter fliegen und starten.

Was der EF nicht kann, ist die Identifizierung von anderen Flugzeugen bei schlechten Licht- und Witterungsverhältnissen auf weite Entfernung.

Dazu nötig gewesen wäre das sogennante ursprünglich bestellte PIRATE-System.
Nur das hat Darabos ja abbestellt und die Luftraumüberwachung in der Nacht auf das gleiche Niveau wie bei den Draken reduziert.

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X22
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Wieder was dazu gelernt, obwohl ich habe auch etwas gelesen, dass erst bei nachfolgenden Chargen irgendetwas eingebaut wurde, das den Bodennahen Luftkampf erst möglich macht, hängt das zusammen mit dem von ihnen erwähnten Pirate-System und

wie schaut es dann mit der Landung bei Schlechtwetter aus, hat es darauf einen Einfluss

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SagServus
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wie schaut es dann mit der Landung bei Schlechtwetter aus, hat es darauf einen Einfluss

Nein, hat es nicht.

Das Pirate-System ist eben dafür da, um Flugzeuge auf weite Entfernung identifizieren zu können (hilft natürlich auch im Luftkampf). Jetzt muss der Pilot des EF halt immer ranfliegen um es zu identifizieren.

Der EF könnte natürlich auch Ziele am Boden bekämpfen. Nur sowas war auch in der ursprünglichen Ausschreibung nie enthalten.

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UHBP
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Grüne wollen Saab-Ersatz, aber keine Eurofighter

Liebe Grüne, wann merkt ihr euch endlich, dass geht euch nichts an. Das ist nicht euer Ressort und deshalb interessiert das keinen Österreicher. Das ist nicht die österreichische Linie.
Also noch einmal. Nur dann den Mund aufmachen wenn ihr gefragt werdet und dann das wiedergeben was wir euch vorher eingesagt haben. So wird das sonst kein schönes Familienfoto und ihr wollt ja noch länger oben sein, oder?
Dein großer Regierungsbruder

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schteirischprovessa
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Unsinn wie immer,

aber immerhin sarkastisch verpackt.

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gerbur
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Bitte ein wenig genauer!

Wie viele der 27 "Alarmstarts", egal ob mit SAAB oder Eurofighter, haben insofern einen Erfolg gebracht, als die eindringenden Flugzeuge überhaupt erreicht bzw. aus der Luft identifiziert worden sind? Ich glaube, dass in der überwiegenden Mehrzahl der Luftraumverletzungen unsere Flieger zu spät am Tatort erschienen sind. Wenn denn doch einige erwischt wurden, dann könnten das Amateurpiloten mit langsam fliegenden Propellermaschinen gewesen sein. Und für die reicht ein Abfanjäger ohne Überschalltauglichkeit aus.

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fon2024
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andaman

gerbur bist ja ein ganz gescheiter mit deinen Weisheiten.

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Stadtkauz
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Der Spezialist in Glaubensfragen

Jetzt auch für die österreichische Luftraumüberwachung zuständig. Nehmen Sie sich mit Ihrem Halb- bis Viertelwissen doch nicht so wichtig.

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SagServus
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Ich glaube, dass in der überwiegenden Mehrzahl der Luftraumverletzungen unsere Flieger zu spät am Tatort erschienen sind.

Glauben ist nunmal nicht wissen.

Unser Radar hört nicht an der Grenze auf.

Alarmierungen erfolgen also schon oft vor der Grenze.

Der letzte Alarmstart war im November. Abgefangen wurde ein Airbus A319.
Und das werdens wohl nicht unbedingt als Propellermaschine von einem Amateurpiloten bezeichnen, oder?

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gerbur
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@SagServus

Lach! Für das Abfangen eines Airbus 319 brauchts aber keinen Überschalljäger! Nur für das Protokoll: Die Zahl meiner Flugstunden als PIC ist vierstellig.

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Shiba1
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Da hast aber

in den paar tausend Stunden nicht viel dazu gelernt. Mach Dich schlau bez. der verschiedenen Geschwindigkeiten. Für Dein Protokoll: die Zahl meiner Flugstunden ist fünfstellig

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SagServus
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Die Zahl meiner Flugstunden als PIC ist vierstellig.

Was wohl offensichtlich kein Beweis dafür ist, dass sie Geschwindigkeiten auch logisch einschätzen können.

Aber bei ihrer Logik verwendens wahrscheinlich auch einen LKW um einen Unimog einzuholen.

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alher
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Eine Alternative wären

Heißluftballons !!

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Sam125
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Heißluftballons? Oder vielleicht doch noch besser,

SOLAR-ABFANGJÄGER!

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