Affäre LandbauerNazi-Texte: Offener Brief von Uni-Professoren an Kanzler Kurz

Universitätsprofessoren fordern, dass Kanzler Kurz die Zusammenarbeit mit rechtsextremen Burschenschaftern beendet. Für Innenminister Kickl sind Ermittlungen gegen Landbauer "ziemlich ausgeschlossen." Hausdurchsuchung bei "Germania".

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Kanzler Sebastian Kurz © Ballguide / Pajman
 

Bundeskanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz verlangt für die Verantwortlichen des antisemitischen und rassistischen Liederbuchs der Burschenschaft des niederösterreichischen FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer die volle Härte des Gesetzes. Kurz: "Es ist gut, dass die Staatsanwaltschaft bereits aktiv geworden ist. Wer für so etwas verantwortlich ist, solche Lieder singt oder diese Inhalte verbreitet, der agiert nicht nur abscheulich antisemitisch und verhetzerisch, sondern macht sich in unserem Land auch strafbar."

International geht angesichts der österreichischen Nazi-Affäre ein Raunen durch den Blätterwald. Der österreichische Hollywood-Schauspieler und ehemalige Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, verurteilte via Twitter das widerliche und nicht akzeptable antisemitische Gedankengut im Liederbuch der Germania und lobte Bundeskanzler Kurz für seine klare Haltung in der Causa.

Mehrere Universitäts-Rektoren und -Professoren wenden sich in der Causa rund um das NS-verherrlichendes Liederbuch an Bundeskanzler (ÖVP). "Das ist ein Aufruf zum Massenmord, der als solcher behandelt werden muss", heißt es darin und weiter: "Beenden Sie die Zusammenarbeit mit allen, die Mitglieder rechtsextremer Burschenschaften in ihren Büros beschäftigen."

Unterzeichnet wurde der Brief unter anderem vom Präsidenten der Universitätenkonferenz (uniko), Oliver Vitouch, sowie etlichen namhaften Kolleginnen und Kollegen. Darin heißt es auch: "Die Normalisierung des Rechtsextremismus schreitet in Österreich voran." Ohne eine Beendigung der Zusammenarbeit mit allen, "die in rechtsextremen Medien publizieren oder bei rechtsextremen Veranstaltungen auftreten" wirkten jegliche Reaktionen wie "augenzwinkernde Distanzierungen".

SPÖ beruft Sicherheitsrat ein

Die SPÖ beruft in der Causa den nationalen Sicherheitsrat ein, der binnen zwei Wochen tagen muss. "Wir haben ganz stark den Eindruck, dass in dieser Bundesregierung aufgrund ihrer personellen Zusammensetzung diese Dinge nicht mit aller Härte verfolgt werden", sagte SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder und verweist auf die Mitgliedschaft führender FPÖ-Politiker in Burschenschaften. "Wir wollen sicherstellen, dass aufgrund der personellen Verstrickungen vieler Regierungsmitglieder in anderen Burschenschaften nichts unter den Teppich gekehrt wird."

Der Sicherheitsrat im Kanzleramt ist ein vertrauliches Beratungsgremium der Regierung in Angelegenheiten der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Vertreten sind neben den zuständigen Regierungsmitgliedern auch Vertreter aller im Hauptausschuss des Nationalrats vertretenen Parteien - also auch von SPÖ, NEOS und Liste Pilz.

Hausdurchsuchung bei der "Germania"

Die Polizei hat am Mittwochabend eine Hausdurchsuchung bei der Wiener Neustädter Burschenschaft Germania durchgeführt. Wie die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt der APA sagte, wurden dabei auch 19 "Liederbücher" und zwei Ordner mit Unterlagen sichergestellt. Eine erste Beschuldigteneinvernahme im Skandal um Nazi-verherrlichende Burschenschaftergesänge soll es am Freitag geben.

Die Liederbücher werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft nun von Experten des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung geprüft. Der von der Burschenschaft als Hauptverantwortlicher für ihre Neuauflage im Jahr 1997 Identifizierte soll am Freitag befragt werden.

Zu prüfen wird in dem Verfahren allerdings auch sein, ob die Vorwürfe bereits verjährt sind. Denn nationalsozialistische Wiederbetätigung nach Paragraf 3g des NS-Verbotsgesetzes verjährt nach zehn Jahren, das Liederbuch wurde aber bereits 1997 veröffentlicht. Geklärt werden muss also, ob die fraglichen Lieder seither propagandistisch verwendet wurden.

Laut dem stellvertretenden Obmann der Burschenschaft, Philip Wenninger, hat das für die Neuauflage des Liederbuches 1997 verantwortliche Mitglied bereits am Mittwochabend eine Stellungnahme für die Behörden verfasst. Seinen Angaben zufolge soll bis Herbst eine Neuauflage des Buches in Angriff genommen werden, die dann auch offiziell bei der Nationalbibliothek hinterlegt werden soll. Die Neuauflage sei ohnehin schon seit Jahren geplant, so Wenninger gegenüber der APA: "Vielleicht schaffen wir eine größere Finanzierung durch die Medienberichterstattung."

"Vizeobmann muss es gewusst haben"

Bundespräsident Alexander Van der Bellen glaubt nicht, dass der niederösterreichische FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer nichts von den Nazi-verherrlichenden Liedern der Burschenschaft "Germania" gewusst habe. "Das müssen ja alle Mitglieder dieser Burschenschaft gewusst haben, was in diesem Liederbuch gestanden ist, auch der Vize-Obmann muss das gewusst haben", so Van der Bellen in Straßburg.

Für Parlamentspräsident Wolfgang Sobotka muss jetzt auch "politisch gehandelt werden". Die Burschenschaft Germania suchte und fand indes einen Verantwortlichen - und suspendierte ihn. Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hält Ermittlungen gegen den niederösterreichischen FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer angesichts der Vorwürfe gegen die Burschenschaft Germania für "ziemlich ausgeschlossen", relativierte allerdings später: "Die Aussagen bezogen sich darauf, dass nach meinem Wissensstand aktuell gegen unbekannte Täter ermittelt wird und nicht gegen Landbauer". Es sei ihm um die Schilderung der Faktenlage gegangen, er bedaure die "medial Missinterpretation" seiner Aussagen.

"Augen nicht getraut"

Er habe seinen "Augen nicht getraut", als er diese Texte gelesen habe und dass es möglich sei "auf diese Weise in einem Lied den Massenmord zu verhöhnen", sagte der Bundespräsident gegenüber dem ORF am Rande eines Besuchs im Europarat. Die Frage nach einem Rücktritt Landbauers bezeichnete er als "eine wichtige Frage", aber genauso wichtig seien die Fragen, "was ist das überhaupt für ein Verein, wie viel Wiederbetätigung liegt hier vor?". Er wolle sich nicht in den niederösterreichischen Landtagswahlkampf einmischen, so Van der Bellen. "Mir geht es um übergeordnete Fragen, wie ist es möglich, dass heute in einem regulären Verein ein solches Gedankengut offensichtlich vertreten wird."

Im Netz kursiert inzwischen ein Inserat, über das Landbauer 2010   in der rechtsextremen Zeitschrift "Aula" ein "Liederbüchlein für unterwegs" bewarb, das "traditionelle Lieder der Jugendbewegung, Soldaten- und Volkslieder" enthalte und ein "robuster Begleiter gerade für junge Menschen" sein soll.

Herausgegeben wurde dieses Büchlein von den "Jungen Patrioten", einem "Verein zur Erziehung zu politischer Verantwortung", der vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes als rechtsextrem klassifiziert und 2011 aufgelöst wurde. Das Liedgut soll zum Teil ident sein.

"Auch nicht im Umfeld dulden"

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka nahm in einem sehr beachtlichen Interview im ORF-Morgenjournal klar Stellung: Er wurde gefragt, ob er sich, wie Kanzler Sebastian Kurz, darauf zurückziehe, dass die Bestimmungen des Verbotsgesetzes einzuhalten seien. Sobotka: "Der Parlamentspräsident hat eine andere Funktion als der Kanzler. Er  hat darauf zu sehen, dass die im Parlament vertretenen Parteien sich ganz klar in ihrer Haltung zum Verbotsgesetz bekennen und dass die Parteien auch in ihren Umfeldern nicht dulden, dass solche Themen gespielt werden, unter der Hand oder wo auch immer. Dass die Parteien selbst einen Beitrag zu leisten haben zur Aufarbeitung der Geschichte Österreichs aber auch ihrer eigenen Organisationen."

PK INNENMINISTERIUM ZU ANTI-TERROREINSAeTZEN: SOBOTKA
Ex-Innenminister Wolfgang Sobotka: "Dafür sorgen, dass solche Themen nicht gespielt werden, auch nicht unter der Hand oder wo immer" Foto © APA/HANS PUNZ
 

Heute tagt die Präsidiale, das Gremium der Klubobleute im Parlament. Auch dort werde er das zum Thema machen. Er gehe davon aus, dass sämtliche Klubobleute dazu eine klare Haltung haben.

Sobotka wurde auch gefragt, ob er, als studierter Historiker  - die Meinung des niederösterreichischen FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer  teile, wonach das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes ein Teil jener "linken Meinungsdiktatur" sei, die man nicht ernst nehmen müsse. Sobotka: "Ich habe selbst einige Monate dort gearbeitet, die Quellen benutzt. Die Arbeit des Dokumentationsarchives ist ganz wichtig, um ein klares Bild zu bekommen von unserer Geschichte."

Verantwortlichen identifiziert und suspendiert

Die Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt hat inzwischen den für die Erstellung des Buches Verantwortlichen identifiziert und suspendiert. Der Mann werde sich den Behörden stellen, teilte die Burschenschaft der APA Donnerstagfrüh mit.

Der Verantwortliche wurde bei einer Versammlung Mittwochabend identifiziert. Die Burschenschaft betonte erneut, dass bei allen Liederbüchern, die sich im Besitz des Vereins befinden, die entsprechenden Liedtexte geschwärzt seien. "Dennoch bleibt weiterhin Gegenstand der Untersuchung, warum es offensichtlich dieses vorliegende Liederbuch gibt."

Die Burschenschaft bezeichnete die NS-Texte als "widerlich, abartig und jenseitig und lehnt jegliche Verherrlichung und Verharmlosung von Verbrechen der NS-Diktator ab. Die Verbindung unterstützt jede Maßnahme der Behörden, die zur Aufklärung beitragen", so der stellvertretende Obmann Philip Wenninger.

Kickl: Keine Ermittlungen gegen Landbauer persönlich

Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hält indes Ermittlungen gegen den niederösterreichischen FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer persönlich angesichts der Vorwürfe gegen die Burschenschaft Germania für "ziemlich ausgeschlossen".

"Er hat seine Position klargelegt. Er war zu diesem Zeitpunkt, als dieses Buch in Umlauf gebracht wurde, glaube ich, elf Jahre alt. Er ist viel später in diese Verbindung eingetreten und hat sich auch ab dem Moment, wo er von diesen Dingen Kenntnis erhalten hat, unmissverständlich und klar distanziert. Da hat er ja nichts an Klarheit vermissen lassen", sagte Kickl.

Der Innenminister betonte, es sei "festzuhalten, dass diese Texte selbstverständlich völlig inakzeptabel sind. Das hat auch die Freiheitliche Partei in der Vergangenheit immer gesagt". Es gebe "null Toleranz gegenüber Rechtsextremismus und Nationalsozialismus". Später ergänzte er, er bedaure die "mediale Missinterpretation seiner Aussagen". Er habe nur die aktuelle Faktenlage beschreiben wollen, wonach derzeit gegen unbekannte Täter ermittelt werde. Die Opposition, allen voran SPÖ-Geschäftsführer Max Lercher, hatte scharfe Kritik  "am Versuch von FPÖ-Innenminister Kickl, sich in das Verfahren in SachenUudo Landbauer einzumischen" geübt.

Niemals verwerfliche Lieder gesungen

Landbauer  bekräftigte indes seine Position, niemals in der Burschenschaft "Germania" NS-verherrlichende Lieder gesungen oder solche in seiner Anwesenheit gehört zu haben. Jegliche Rücktrittsforderung wies er zurück. Er sei nicht mehr Mitglied in der Burschenschaft, antwortete er auf die Frage von "ZiB2"-Moderator Armin Wolf. Ob ruhende Mitgliedschaft oder Austritt sei Wortklauberei.

PK FPOe NIEDEROeSTERREICH „DER NIKOLO DARF NICHT STERBEN!: LANDBAUER
Udo Landbauer, FPÖ-Spitzenkandidat in Niederösterreich Foto © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Landbauer verlangt Aufklärung, Prüfung und gegebenenfalls Sanktionen. In seiner Zeit habe es nie rassistische Vorkommnisse gegeben, die nicht zu Konsequenzen geführt habe, sagt der FPÖ-Politiker. Landbauer moderierte den Stellenwert von Liedgut herunter. Es werde nicht bei jedem Treffen gesungen. Er selbst sei "nie ein guter Sänger gewesen" und habe sich deshalb nicht mit dem Buch befasst.

 

Udo Landbauer: Kenne das Liederbuch so nicht

Am Donnerstagabend wurden Vorwürfe laut, wonach FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu Gast bei der 100-Jahr-Feier der Germania gewesen sei und von dieser ein Ehrenband überreicht bekomme habe. Strache ließ allerdings dementieren - es habe sich um die Veranstaltung der Dachorganisation gehandelt. Strache selbst ist bekanntlich Mitglied der Mittelschulverbindung "Vandalia".

Kommentare (99+)
3GXD3JEOE2FPOHCG
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armergehtum

Wenn es nur das wäre. Seine Begründung "weil ich ein schlechter Sänger bin", die macht es ja noch schlimmer.
Der will die Bürger noch zusätzlich verarxxen.....

UHBP
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Stellt sich die Frage: Wie braun sind die Blauen?

Würde man alle Blauen mit braunen Flecken aus der Partei entfernen käme das möglicherweise einer Selbstauflösung gleich.
Ich frage mich, was deutsch-nationale Burschenschaftler in Österreich in politischen Funktionen zu suchen haben?
Aber wenn es um Macht und Machterhalt geht, drücken halt alle Beteiligten die Augen zu und sehen das alles nicht so eng.
PS: Wenn man blau mit türkis mischt, kommt sowieso schon eine undefinierte Farbe heraus, da macht ein bisschen braun auch nichts mehr.

6N90XN8ZW1THYHOG
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UHBP, "Würde man alle Blauen mit braunen Flecken aus der Partei entfernen..."


Das ist nicht ganz vollständig, es müsste heißen:

"Würde man alle Blauen POLITIKER mit braunen Flecken aus der Partei entfernen..."
Denn die meisten Blauen WÄHLER kommen hier nur unschuldig zum Handkuss, weil sie den falschen Lockrufen dieser Ewiggestrigen nicht widerstehen konnten!
Aber, ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sie das doch noch erkennen und ihr Wahlverhalten verändern werden...

3GXD3JEOE2FPOHCG
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sapientia

Zustimmung!
Ich denke auch das UHBP das so gemeint hat. Meine Besorgnis habe ich ihm ja direkt mitgeteilt.

ohooho
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diese frage stellt sich nicht!

sondern: wie braun sind die türkisen?

3GXD3JEOE2FPOHCG
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UHBP

Diese Pauschalverurteilungen, die hier so locker flockig gefällt werden.
Zitat: "PS: Wenn man blau mit türkis mischt, kommt sowieso schon eine undefinierte Farbe heraus, da macht ein bisschen braun auch nichts mehr."

Wo ist da der Unterschied zu Landbauer und seinen "Kameraden".
Ich sehe da keinen. Ich bin Türkis-Wähler und wehre mich entschieden als "Brauner" bezeichnet (oder besser beschimpft) zu werden. Landbauers gibt es offenbar nicht nur in der FPÖ. Gut, auch das obige Posting sehe ich nur als "Einzelfall"
Ich muss mir jetzt den Verhetzungsparagraphen noch einmal durchlesen.

V5C2I2GMHTAQ3L7K
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Da hast schon recht,

Gerhard. Nicht nur in der FPÖ gibt es solche.
Bloß die Häufigkeit, verglichen mit allen anderen, die ist statistisch nicht mehr zu erklären...

3GXD3JEOE2FPOHCG
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Joker123

Vollkommen richtig! Das gehört zur Sprache gebracht. Aber so, wie es z.B. Van der Bellen macht. Sonst werden die Gräben breiter (oder - wie ich finde erst wirklich aufgerissen).
Und das gilt auch für mich, Joker123, ich nehme mich dabei nicht aus.

styrianprawda
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@gerhard1224

Den haben Sie schon mal gelesen?

3GXD3JEOE2FPOHCG
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Sehr geehrte styrianprawda

Im Fall Landbauer geht es - unter anderem - um Verhetzung.
Und zusätzlich greift auch noch das Verbotsgesetz von 1947.
Sollte aber das Verbotsgesetz nicht reichen, §283 StGB reicht allemal......
Dieses Liederbuch verstößt gegen beide Gesetze. Und das ist strafbar. Landbauer muß nicht beweisen, dass er davon nicht gewusst hat. Aber die Burschenschaft hatte das Buch in Gebrauch. Mal sehen wie es rechtlich ausgehen wird. Politisch ist Landbauer untragbar - das hat aber moralische und persönliche Gründe.
Ich habe geschrieben "Nicht wissen gilt nicht!"
Das gilt für alle Österreicher.

UHBP
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@gerhard

„Ich muss mir jetzt den Verhetzungsparagraphen noch einmal durchlesen.“
Mach das. Lesen hat noch keinem geschadet. Schön wäre es natürlich, wenn man das Gelesene auch verstanden hat.

3GXD3JEOE2FPOHCG
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UHBP

§283 StGB Absatz 2
"der Absicht, die Menschenwürde anderer zu verletzen, eine der in Z 1 bezeichneten Gruppen in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, diese Gruppe in der öffentlichen Meinung verächtlich(sic!) zu machen oder herabzusetzen"

In Ziffer 1 wird die Gruppe definiert:
" oder Weltanschauung"

heißt für mich "Wähler einer demokratischen Partei"
Braun sein bedeutet Nationalsozialist zu sein. Ich bin Türkiswähler und werde von dir in die braune Ecke gestellt, dein Posting ist eindeutig.
Denk mal darüber nach.....

UHBP
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@gerhard

Wie ich oben schon geschrieben habe: Schön wäre es natürlich, wenn man das Gelesene auch verstanden hat.
Wenn wir schon bei §283 StGB sind. Lese dir bitte auch den Absatz 3 durch. Und dann überlege dir, was du mit dem Satz: „Wo ist da der Unterschied zu Landbauer und seinen „Kameraden". Ich sehe da keinen“, gemeint hast.

3GXD3JEOE2FPOHCG
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UHBP

Erstmal: Ich glaube nicht, dass du mich ins braune Eck stellen willst.

Absatz 3 greift da wohl kaum, wenn man eine Frage stellt. Und einen etwaigen Unterschied nicht sehen kann. Ich glaube nicht, dass dieser Satz dazu geeignet ist zu Gewalt und Hass aufzustacheln.
Das ist ja die Bedingung von Absatz 3.
Aber, UHBP, ich weiß, dass du verstehst was ich meine.
Juristisch gesehen ist der §283 ja schwer erfüllbar. (Da hätte man ihn konkreter formulieren müssen)

V5C2I2GMHTAQ3L7K
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Gerhard,

erstens benötigt der 283er eine eindeutige Aussage in die Person des Opfers und zweitens ist es immer noch möglich, den Wahrheitsbeweis zu erbringen, um das Ganze hinfällig werden zu lassen.
Deshalb darf man den HC auch Volkshetzer nennen...

3GXD3JEOE2FPOHCG
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Joker123

Ist alles richtig. Nur ist es ein Unterschied ob man einen Politiker als was auch immer bezeichnet oder man pauschal die Wähler von Parteien (ich sag es mal vorsichtig) "beurteilen" will. Ich bin ja gegen diesen Paragraphen, weil er - bei strengster Auslegung - gegen das Menschenrecht der freien Meinungsäußerung verstößt und daher eigentlich verfassungswidrig ist.

hfg
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Alles ist sehr verwerflich

Aber das der BP öffentlich meint - das muss Landbauer gekannt haben - ist auch verwerflich und beschädigt das Amt und die Justiz.
Öffentliche Vorverurteilung und Beeinflussung der Wahlen ist das.
Was so ein Horrorbuch alles anrichten kann.

X22
1
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Was so ein Horrorbuch alles anrichten kann?

Die Wahrheit über das geheime Gedankengut in manch Burschenschaftskämmerlein aufdecken!

H260345H
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Jeder mittelmäßig begabte Volksschüler

begreift, dass diese Burschenschafter natürlich vom Text gewusst haben MÜSSEN, denn es ist in deren Reihen ja geradezu PFLICHT, diese Lieder nach hohem Bierkonsum zu grölen!
Landbauer ist absolut rücktrittsreif!

UHBP
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@hfg

Der BP hat das als Frage in den Raum gestellt: "Das müssen ja alle gewusst haben, oder nicht?"
Der BP hat nur etwas gesagt, was sowieso die meisten glauben, oder nicht?
Das wirklich Problematische ist aber das Gedankengut das nicht nur diesen "geschwärzten" Liedern sondern der ganzen Burschenschaft zu Grunde liegt. Aber davon hat wahrscheinlich auch kein Mitglied gewusst, oder?

UHBP
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@hfg

Der BP hat das als Frage in den Raum gestellt: "Das müssen ja alle Mitglieder dieser Burschenschaft gewusst haben ..., oder nicht?"
Der BP hat nur etwas gesagt, was sowieso die meisten, von den blaunen einmal abgesehen, glauben, oder nicht?
Das wirklich Problematische ist aber das Gedankengut, das nicht nur diesen "geschwärzten" Liedern, sondern der ganzen Burschenschaft zu Grunde liegt. Aber davon hat wahrscheinlich auch kein Mitglied gewusst.

lieschenmueller
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@hfg

Ein Satz - dann das ABER - und was kommt jetzt? - richtig!! - das AUCH. Ich glaube, Ähnliches habe ich irgendwo schon mal gelesen ;-)

Lodengrün
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Wie gehabt

das habe man nicht getan, das ist aus der Luft gegriffen, das habe man nicht gesagt, ..... . Und an allem seien die Medien schuld, die anderen Parteien patzen an.
Da liegt zwar das Buch vor, da hat man schon einmal selbst so ein Buchprojekt mit solchen Liedern unterstützt,..........,

lieschenmueller
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Für Landbauer ist der Unterschied einer Ruhendstellung gegenüber einem Austritt

eine Wortklauberei! Aber auch nur in seiner Welt.

Scaurus
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Er glaubt ja auch,

er dürfe jetzt nicht mehr "O Tannenbaum" singen.

SoundofThunder
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🤔

Sicher wird er die Lieder kennen,aber zugeben wird es dieser Einzelfall nicht. Und die Tatsache dass er seine Mitgliedschaft nur "Ruhend" stellt beweist dass er aus dieser Burschenschaft niemals austreten will.Wenn er austreten sollte (das geht ja nicht,Burschenschafter ist man ein Leben lang) würde er in der Rangliste zurückfallen. Dann wären 16 Jahre verloren! Die Einzelfälle kommen jetzt überall aus ihren Löchern gekrochen weil man sie Salonfähig gemacht hat.Gut gemacht,Basti! Und wir werden es schon sehen wie es um die Niederösterreichische Bevölkerung steht.Sollte der Landbauer nicht verlieren muss man sich auch über die Bevölkerung Gedanken machen.

3GXD3JEOE2FPOHCG
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SoundofThunder

Widerspruch. Die "Einzelfälle" werden jetzt aufgedeckt, weil die FPÖ in der Regierung ist. Als Oppositionspartei hätte die Causa Landbauer wohl kaum jemanden wirklich interessiert. Er ist ja nicht erst seit Dezember 2017 in diesem Verein.
Die öffentliche Meinung muss jetzt Druck machen, damit die FPÖ endlich begreift, dass sie sich in erster Linie selbst schadet, wenn sie sich von ihrem braunen Flügel nicht trennt. Der überwiegende Teil der FPÖ Wähler hat mit diesem Teil der Partei nichts am Hut. Das ist ja der Denkfehler von Vranitzky gewesen. Wir machen die Blauen zu "Braunen" und gut ist. Hat nicht funktioniert, nicht weil die Blauen alle "braun" sind, sondern weil sie Vranitzkys Spiel durchschaut haben. Die Schwäche der SPÖ hat die Blauen stark gemacht. Nicht irgendwelche "Burschen" oder sonstige "alte Kameraden". Was Sie mit"über die Bevölkerung Gedanken machen müssen" meinen will ich gar nicht wissen. Da sind Sie dem Landbauer und seinen "Kumpanen" wohl gedanklich näher, als Ihnen lieb sein wird.

styrianprawda
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@gerhard1224

Wie kann sich die FP von ihrem braunen Flügel trennen?
Das geht nicht, da ist keine genaue "farbliche Trennung" möglich.

Das glaube ich schon, dass viele WählerInnen die FP nicht der braunen Rülpser wegen gewählt haben.
Nur muss man sich eben über eines klar sein: wer FP wählt, wählt auch die "Einzelfälle". Die interessanterweise in den letzten Jahren immer mehr zunehmen.

SoundofThunder
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Frage

Muss Österreich Entna.ifitiert werden? Sind wir wieder schon soweit?

H260345H
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Tatsache ist, dass Österreich

durch den Eintritt der Rechtsrechten mit den Typen STRACHE und KICKL nicht gerade DEMOKRATISCHER geworden ist, wohl aber "vaterländischer"!
HEIM INS REICH - wie lange dauert es noch?

schteirischprovessa
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Dass der BP weiß, dass Landbauer

den Inhalt dieser bzw. dieses Liedes gekannt und toleriert hat, grenzt an Hellseherei. Das sollte nicht Aufgabe des BÜ sein. Dass entsprechende Maßnahmen zu setzen sind, zB. mal alle Bücher einziehen und die Verantwortlichen zumindest für die letzte Ausgabe zur Rechenschaft zu ziehen, versteht sich von selbst. Nur eine Woche vor der Wahl den Spitzenkandidaten der Blauen zu entfernen, ist wohl keine Maßnahme. Wäre interessant, wie lange dem Falter die Tatsache bekannt ist und ob die nicht für den schädlichsten Zeitpunkt zurück gehalten wurde.

lexbalexba
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Ich bin neugierig

was Kärnten noch alle so bläut!!

lexbalexba
5
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Mir bläut Schreckliches!

Kärnten, Land der Gsangsvereine?

paulrandig
4
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Widerlich ja. Pfui!

Allerdings sollte ich schnellstens meine alten Pfadi-Liederbücher aus den Achzigern verheizen. Irgendwo im hintersten Winkel könnten die noch herumkullern. Denkbar, dass da auch noch zwei, drei Zitate drinstehen, die wir damals voller Unschuld geträllert haben und die heute ein sofortiges Karriereende bedeuten könnten (jeder aus meiner Generation kennt wohl noch den heiter-grauslichen N3geraufstand in Kuba).
Das soll allerdings keine Verharmlosung der hier behandelten Causa Landbauer sein. So geht's dann doch nicht!

Mein Graz
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@paulrandig

Ähnliche Gedanken hab ich mir auch schon gemacht.
Möglicherweise war meine Musiklehrerin dem Na_zi_gedankengut näher, als wir alle damals ahnten, denn wir lernten viele schöne Lieder, die sich bei - viel späterer - näherer Betrachtung als sehr einschlägig erwiesen.
Heute weiß ich, warum die Alten, wenn ich auf einer Hütte zur Gitarre griff und ahnungslos ein Liedchen anstimmte, so andächtig mitsangen.
Alte Liederbücher habe ich aber nicht mehr...

3GXD3JEOE2FPOHCG
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Landbauers Märchen

Zitat: "Er selbst sei "nie ein guter Sänger gewesen" und habe sich deshalb nicht mit dem Buch befasst."
Er hat nicht mitgesungen, weil er nicht singen kann. Er hat ganz genau gewusst, was in dem Buch gestanden ist - no na. Aber, er hat halt nicht "mitgesungen". Aber nicht, weil er nicht einverstanden war mit dem "Text", sondern weil er falsch gesungen hätte.
Was muss der noch alles dahererzählen, bis ihn die FPÖ rausschmeißt. (Sind die paar Prozent, die die Blauen damit (wenn überhaupt) verlieren so wichtig, oder sind die Blauen tatsächlich das, was sie angeblich nicht sein wollen?

helga.zuschrott
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einfach widerlich ....

..... dass immer wieder fpö-pulitiker sich im dunstkreis rechtsextremer vereinigungen aufhalten - vielfach überschreiten sie jegliche grenzen des anstandes und des verbotsgesetztes.
unter strache und co ist übrigens der anteil der burschenschafter zu hoch wie nie zuvor!

cockpit
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Rücktritt

Herr Landbauer!

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