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Post-Brexit-ÄraEs ist soweit: Das Vereinte Königreich ist nicht mehr in der Europäischen Union

Großbritannien verließ am Freitag um Mitternacht nach 47 Jahren Mitgliedschaft die Europäische Union. Am Samstag beginnt dann eine Übergangsphase bis Ende des Jahres, in der ein Handelsabkommen und weitere Vereinbarungen zu den künftigen Beziehungen mit Großbritannien ausgehandelt werden sollen.

Mega-Party in London
Mega-Party in London © (c) APA/AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS
 

Eine Ära geht zu Ende. Mehr als dreieinhalb Jahre nach dem Brexit-Votum hat Großbritannien am Freitag um 24 Uhr (MEZ) die Europäische Union verlassen. Das Land war über 47 Jahre lang Mitglied in der Staatengemeinschaft und ihren Vorgängerorganisationen. In einer Übergangsphase bis zum Ende des Jahres müssen London und Brüssel aber noch ihre künftigen Beziehungen klären.

Begangen wird der historische Moment in London (23 Uhr Ortszeit) aus Rücksicht auf die Brexit-Gegner ohne großen Pomp. Big Ben soll nicht läuten. Der Uhrturm des britischen Parlaments wird derzeit restauriert und müsste dafür extra hergerichtet werden. Am Parliament Square soll an allen Fahnenmasten der Union Jack wehen. An die Fassade der 10 Downing Street wird ein Countdown projiziert.

Trotzdem dürfte im Regierungssitz der eine oder andere Sektkorken knallen. Pressefotografen hatten dort bereits vergangene Woche größere Lieferungen englischen Schaumweins erspäht - Champagner aus dem EU-Land Frankreich verbietet sich bei dem Anlass selbstredend.

Wir halten Sie mit einem Liveticker an diesem historischen Tag auf dem Laufenden

1.00 Uhr: Last Order

Während sich die Briten feierfreudig aus der EU verabschieden, verabschiedet sich Graz ins Bett. Wir knüpfen morgen früh ab acht Uhr wieder an bei der Frage, wie es nun weitergeht. Die eine oder andere Scherbe wird sicher noch aufgekehrt. Es wird die Fotos der Nacht geben und zahlreiche Statements. Aber dann beginnt die Post-Brexit-Ära auch praktisch. Gute Nacht.

0.50 Uhr: Frust in Schottland

Der schottische Politiker Ian Blackford von der der schottischen Nationalpartei SNP sagte, dass es "Traurigkeit und Wut" in ganz Schottland über den Breixt gibt. Die schottische Öffentlichkeit werde das nicht "hinnehmen" und ein Mitspracherecht für seine Zukunft fordern. Blackford schlug vor, ein Unabhängigkeitsreferendum werde einen Weg "zurück nach Europa" eröffnen. Er argumentiert, dass jenes Vereinigte Königreich, dem Schottland beim ersten Unabhängikeitsreferendum 2014 angehörte, "nicht mehr existiert".

0.40 Uhr: "Meister unseres eigenen Schicksal"

Außenminister Dominic Raab twittert: "Großbritannien hat die EU verlassen. Wir sind ehrgeizig, zuversichtlich und optimistisch für unsere Zukunft - als Meister unseres eigenen Schicksals und als Kraft für das Gute in der Welt."

00.30 Uhr: Farage sieht Lebenswerk erfüllt

Nigel Farage betont in seiner Rede auf der großen Abschiedsparty, er glaube fest daran, dass das Vereinigte Königreich ein Beispiel geben wird für den Rest Europas, aus der EU auszubrechen. Er wünsche sich, dass sein Land nun mit einem Europa von souveränen und gleichen Nationen verhandeln werden und die Briten niemals mehr Vorschriften von der EU bekomme. "Dies ist ein Moment, ab dem keine Rückkehr mehr möglich ist. Nun, wo wir die EU verlassen haben, werden wir nie wieder zurückkehren." Selbst Tony Blair haben nun akzeptiert, dass der Kampf vorbei sei und die Briten nicht mehr der EU beitreten werden. "Die Wahrheit ist: Der Krieg ist vorbei! Wir haben gewonnen. Und nun lasst uns feiern wie niemals zuvor."

BRITAIN-EU-BREXIT-POLITICS
BRITAIN-EU-BREXIT-POLITICS Foto © (c) APA/AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS (DANIEL LEAL-OLIVAS)

00.08 Uhr: Feuerwerk und Partylaune

An vielen Orten in Großbritannien wird mit Feuerwerk und Partymusik gefeiert.

Foto © (c) AP (Alberto Pezzali)

00.05 Uhr: Die EU besteht nur noch aus 27 Mitgliedern

Die Europäische Union hat ab sofort nur noch 27 Mitgliedsstaaten. Am Samstag um Mitternacht (23.00 Uhr Londoner Zeit) ist der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU vollzogen worden. Damit wird das Ergebnis einer Volksabstimmung umgesetzt, bei der am 23. Juni 2016 rund 52 Prozent der Briten für den Brexit gestimmt hatten. Mit dem Brexit beginnt eine Übergangsperiode bis zum Jahresende, in der Großbritannien weiterhin an das EU-Recht gebunden ist und auch EU-Beitragszahlungen leisten muss. London ist in den EU-Institutionen aber nicht mehr vertreten und hat kein Mitentscheidungsrecht mehr. Im Laufe des Jahres müssen sich Großbritannien oder die EU-27 auf ein Abkommen zur Regelung der künftigen Beziehungen einigen, um die Gefahr eines "Hard Brexit" mit schwer wiegendenden Folgen für Bürger und Wirtschaftstreibende abzuwenden.

00.00 Uhr: Brexit is down

Das Vereinigte Königreich ist nicht mehr Mitgleid der Europäischen Union.

BRITAIN-EU-BREXIT-POLITICS
BRITAIN-EU-BREXIT-POLITICS Foto © (c) APA/AFP/TOLGA AKMEN (TOLGA AKMEN)

23.54 Uhr: Final Countdown gesungen von Europe

In London wird es in sechs Minuten Feuerwerk geben, auf dem Platz vor dem britischen Parlament werden Abschiedshymnen angestimmt. Nigel Farage will reden. Auf der  Bühne will die Gruppe Europe ihren Hit "The Final Countdown" singen.

23.50 Uhr: Die letzten zehn Minuten

Screenshot
Screenshot Foto © Kleine Zeitung

23.47 Uhr: Die Regierung feiert verhalten

Die Regierung hatte nur Feiern ohne viel Pomp zum Zeitpunkt der historischen Zäsur um 23 Uhr Ortszeit angesetzt - ohne Geläut von Big Ben, nur mit britischen Flaggen am Parliament Square und einem projizierten Countdown am Regierungssitz. Bei einem Empfang in der Downing Street sollten englischer Schaumwein und britische Spezialitäten gereicht werden.

23.45 Uhr: Eine Viertelstunde EU-Mitgliedschaft

Boris Johnson will den Brexit zu einem "unfassbaren Erfolg" machen. Das sagte er in seiner Ansprache an die Nation via Facebook. Der Brexit bietet die Chance, das "volle Potenzial Großbritanniens zu entfesseln". Gleichwohl räumte Johnson ein, dass der Weg dorthin holprig sein könnte. "Es ist ein Moment der echten nationalen Erneuerung und des Wandels". Seine Aufgabe sei es nun, "dieses Land wieder zusammenzubringen". Er fügte aus: "Egal wie holprig der vor uns liegende Weg sein wird, ich weiß, dass wir es schaffen werden", betonte Johnson. "Wir haben dem Volk gehorcht und uns die Mittel genommen, damit wir uns wieder selbst regieren können." Die EU habe sich "bei all ihren Stärken und bewundernswerten Vorzügen im Zeitraum von 50 Jahren in eine Richtung entwickelt, die nicht mehr zu diesem Land passt", rechnete Johnson mit der EU-Mitgliedschaft Großbritanniens ab. "Und das ist ein Urteil, das Sie, das Volk, an der Urne bestätigt haben. Nicht einmal, sondern zwei Mal", sagte er in Anspielung auf das Brexit-Referendum im Jahr 2016 sowie seinen Sieg bei der Unterhauswahl im Dezember. Johnson äußerte zugleich Verständnis für die EU-Befürworter, die nun "ein Gefühl der Angst und des Verlust" verspürten und versprach eine "neue Ära der freundschaftlichen Zusammenarbeit".

23.30 Uhr: Auch in Wien werden die Briten verabschiedet

Auch in Wien haben sich zahlreiche Briten bei Brexit-Veranstaltungen von der EU verabschiedet. Sowohl die kulturelle Plattform "space and place", als auch die Österreichisch-Britische Gesellschaft lud zu Events, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der seit 2008 in Österreich lebende Brite, Eugene Quinn, legte im Wiener Pub "The Tube Station" britische Musik auf. Er gründete "space and place" im Jahr 2012 als Versuch, österreichische Kultur weit weg von "Sissi und Schnitzel" darzustellen.

Wie er gegenüber der APA betonte, sei der Abend keine Feier. Es würde auch nicht getanzt werden. Die Veranstaltung sei gedacht als Erinnerung an 47 Jahre EU-Mitgliedschaft, in der großartige britische Musik entstand. So war von Radiohead, The xx über Spice Girls und den Sex Pistols bis zu Pink Floyd, David Bowie und den Beatles alles dabei. Um Mitternacht würde die Musik abgedreht werden und alle würden nach Hause gehen, um das Ende symbolisch zu repräsentieren. Auch der Ort der Veranstaltung hat symbolischen Wert: Im Jahr 2016 fand in demselben Pub eine Pro-Brexit Feier statt. Daher sei es Quinn nur allzu selbstverständlich erschienen, dass genau dort auch der Austritt Großbritanniens aus der EU zelebriert werde – nur dass es eben keine Feier sei.

23:24 Uhr: Proteste gegen den Brexit Nordirland

In Nordirland ist die Stimmung eher gedämpft. Hier wird auch gegen den Brexit protestiert und an die Probleme erinnert, die für die irische Insel kommen könnten.

Foto © (c) AP (Peter Morrison)

23.10 Uhr: 50 Minuten noch bis zum Brexit

Euronews überträgt via Twitter live vom Parlamentsplatz in London.

23.00 Uhr: Johnson hält seine Rede an die Nation

22.45 Uhr: Bilder von der großen Brexit-Sause

Brexit: Nun darf gefeiert werden

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22.23 Uhr: Die Massen sammeln sich

Auf dem Platz vor dem Parlament in Westminster versammeln sich immer mehr Menschen. Dort findet die zentrale Brexit-Party statt.

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22.10 Uhr: Johnson sieht Kanada als Vorbild

Boris Johnson will mit der EU ein Freihandelsabkommen nach dem Vorbild Kanadas aushandeln. Das sagte der Premier einem Regierungssprecher zufolge bei einer Sondersitzung des Kabinetts im nordenglischen Sunderland, wenige Stunden vor dem Austritt. Auch mit anderen Ländern rund um die Welt sollen demnach umgehend Gespräche über Freihandelsabkommen aufgenommen werden. Großbritannien bleibt bis Ende 2020 in einer Übergangsphase noch an die EU gebunden. Für Bürger und Unternehmen ändert sich zunächst so gut wie nichts.

22.05 Uhr: Farage verrät Inhalte seiner Rede

Nigel Farage verrät bei seiner Fahrt zum Platz vor dem britischen Parlament gleich in seiner "größten Rede seines Lebens" zum Abschied aus der EU sagen will. Er hat diese Party organsiert und bereits jetzt haben sich im Herzen Londons zahlreiche Menschen für den gemeinsamen Abschied versammelt.

22.00 Uhr: Es wird gefeiert in Großbritannien

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BRITAIN-EU-BREXIT-POLITICS Foto © (c) APA/AFP/OLI SCARFF (OLI SCARFF)

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21.17 Uhr: Spott der Brexit-Gegner

Bei den Brexit-Gegnern versucht man es mit Humor. Dieses Video geht den ganzen Tag viral.

20.48 Uhr: Das Einholen des Union Jack in Brüssel

Der britische EU-Abgeordnete Martin Daubney dokumentiert per Video den Auszug aus den Brüsseler Institutionen.

20.30 Uhr: Überfall wird abgeflaggt

Einpacken in Brüssel
Einpacken in Brüssel Foto © (c) AP (Olivier Hoslet)

Fertig für den Abtransport
Fertig für den Abtransport Foto © (c) APA/AFP/POOL/OLIVIER HOSLET (OLIVIER HOSLET)

(c) AP (Olivier Matthys) Auch außen wird die Flagge eingeholt
Auch außen wird die Flagge eingeholt © (c) AP (Olivier Matthys)

Und der Union Jack wird verstaut
Und der Union Jack wird verstaut Foto © (c) APA/AFP/POOL/JOHN THYS (JOHN THYS)

20.00 Uhr: Aufgeheizte Stimmung am Big Ben

Im Regierungsviertel in London standen sich Demonstranten beider Seiten des Brexit-Streits unversöhnlich gegenüber. Gegner des EU-Austritts, die in einem weitgehend stummen Protestzug vom Regierungssitz Downing Street in Richtung Parlament zogen, wurden von Brexit-Befürwortern teils mit wüsten Beschimpfungen und Sprechchören empfangen. "Verräter" und "Verlierer" gehörten zu den harmloseren Rufen. "Das hier, das ist ein britischer Apfel!", schreit ein Mann, der sich einen Union Jack um den Hals gebunden hat. Er steht am Freitag breitbeinig auf dem Platz vor dem Parlament in London und beißt krachend in die Frucht. Im Gebäude hinter ihm wurden in den vergangenen dreieinhalb Jahren unzählige Wortgefechte und Abstimmungsschlachten über den Brexit ausgetragen, begleitet meist von Protesten für und gegen den EU-Austritt. Am letzten Tag der EU-Mitgliedschaft ist es nicht anders: Die Stimmung heizt sich immer weiter auf. Ein Protestzug von Brexit-Gegnern wird von Austrittsbefürwortern mit wüsten Schmähungen empfangen. Es ist eine aufgeheizte Stimmung am Big Ben.

Foto © (c) AP (Alberto Pezzali)

"Der Brexit ist ein Desaster", schimpft die gebürtige Italienerin Silvia Zamperini. Sie ist frustriert und wütend. "Früher war Großbritannien so ein offenes Land. Jetzt sind hier viele rassistisch, homophob und intolerant", sagt die 51-Jährige, die schon seit 26 Jahren in England lebt. "Niemand zerrt mich aus der EU", steht auf einem Pappschild, das sie sich um den Hals gehängt hat. Der Parliament Square ist schon tagsüber gefüllt mit vielen Menschen. Die 76-jährige Brenda Brooks ist dagegen froh über den Brexit: "Die EU will ein Superstaat werden", sagt die Seniorin aus Devon im Südwesten Englands. Sie hat bei der letzten Wahl Boris Johnsons Konservative Partei gewählt. Früher sei Europa wunderbar vielfältig gewesen, doch die EU verschwende zu viel Geld und wolle alles vereinheitlichen. "Wir wollen unsere Unabhängigkeit."

19.40 Uhr: Macron spricht von "historischem Alarmsignal"

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat den britischen EU-Austritt ein "historisches Alarmsignal" genannt. "Das ist ein trauriger Tag", sagte Macron in einer kurzfristig angesetzten Ansprache an seine Mitbürger. Er forderte weitere Reformen für die EU. "Der Brexit war auch möglich, weil wir unser Europa nicht genug verändert haben." Er forderte, die künftige Partnerschaft mit Großbritannien müsse "anspruchsvoll" sein. Er warnte dabei das künftige Nicht-EU-Mitglied vor Illusionen: "Man kann nicht gleichzeitig drinnen und draußen sein." Frankreich fährt beim Brexit traditionell einen harten Kurs.

19.30 Uhr: Johnson will schon Montag verhandeln

Premier Boris Johnson will bereits am Montag in einer Rede seine Verhandlungsziele für die anstehenden Gespräche über die künftige Beziehung zur EU vorstellen. Das bestätigte ein Regierungssprecher  der Deutschen Presse-Agentur. Genauere Angaben zum Inhalt der Rede oder zu Uhrzeit und Ort wollte der Sprecher zunächst nicht machen. Einem Bericht des "Telegraph" zufolge will Johnson bei der geplanten Ansprache ankündigen, sein Land von der Bindung an EU-Regeln frei zu machen. Handelsschranken wie Zölle wolle er dafür in Kauf nehmen. Souveränität sei wichtiger als reibungsloser Handel. Auch EU-Chefunterhändler Michel Barnier soll am Montag vorstellen, was er in den Gesprächen erreichen will. Sein Mandat bestimmen jedoch die 27 bleibenden EU-Staaten.

19.00 Uhr: Die Bilder des Tages

Brexit-Countdown: Der Abschiedstag in Bildern

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18.45 Uhr: Emotionale Videos in Dover

Brexit-Gegner haben in der britischen Hafenstadt Dover ein Banner mit der Aufschrift "We still love EU" installiert. Der Organisator und scheidende EU-Parlamentarier Antony Hook veröffentlichte auf Twitter eine Drohnen-Aufnahme, auf der das knapp 150 Quadratmeter große Transparent oberhalb der berühmten Klippen von Dover zu sehen war. Das "love" war dabei durch eine britische Nationalflagge in Herzform stilisiert. Das Banner sei unter anderem "für diejenigen, die unsere Beziehung zur EU wertschätzen" sowie für die drei Millionen EU-Bürger, die in Großbritannien zu Hause seien, erklärte Hook.

Demnach haben sich mehr als 800 Menschen an einer Crowdfunding-Kampagne beteiligt, um das Geld für die Aktion zusammenzubekommen. Gekostet hat sie laut Kampagnen-Webseite mehr als 10.000 britische Pfund (rund 11.900 Euro).

BRITAIN-EU-BREXIT-POLITICS
BRITAIN-EU-BREXIT-POLITICS Foto © (c) APA/AFP/BEN STANSALL (BEN STANSALL)

Mit der Aktion solle die wichtige Botschaft an die Welt gesendet werden, dass Großbritannien nicht nur das Land von Brexit-Befürwortern wie Nigel Farage und Boris Johnson sei. Dover liegt direkt am Ärmelkanal. Vom Hafen der Stadt fahren regelmäßig Fähren in die EU-Länder Frankreich und Belgien. Zudem wird an die Klippen von Dover ein emotionales Video in Großformat projeziert.

18.35 Uhr: Johnson redet kurz um 23 Uhr

Um 23 Uhr (MEZ) will sich Premierminister Boris Johnson mit einer Rede zur Lage der Nation an sein Volk wenden. Die Rede wird auch via Facbook übertragen.

18.30 Uhr: Die Fahnen sind eingeholt

Keine Überstunden für den Brexit: Bereits zum Büroschluss ist bei der britischen EU-Vertretung in Brüssel am Nachmittag die Europafahne eingeholt worden. Um 17.30 Uhr öffnete ein Beamter ein kleines Fenster und zog Union Jack und Europaflagge, die an einem Mast wehten, ins Gebäudeinnere. Kurze Zeit später wurde dann die britische Flagge wieder aufgezogen und weht nun alleine auf dem Mast. Die Zeremonie wurde nur von einer kleinen Gruppe von Journalisten und Schaulustigen mitverfolgt.

Foto © (c) AP (Olivier Hoslet)

18.20 Uhr: Farewell im Londoner Europa-Haus

Zum Abschied ein Ständchen: Ein kleines Häufchen in EU-Flaggen gehüllter Demonstranten singt für die Mitarbeiter des Londoner Europa-Hauses am letzten Tag der britischen EU-Mitgliedschaft das bekannte schottische Lied "Auld Lang Syne" (Nehmt Abschied, Brüder). Valerie Ball singt inbrünstig mit. "Ich will meine Solidarität zeigen mit den Leuten, die für die richtige Sache eingetreten sind", sagt die zierliche Seniorin. Die Londonerin möchte ihr genaues Alter nicht verraten. Sie sei damals während des Zweiten Weltkriegs wegen der deutschen Bomben aufs Land geschickt worden, erzählt sie. "Heute bin ich stolz, dass die Deutschen unsere Freunde sind", sagt sie. Europa bedeutet Ball sehr viel: Ihr Schwiegersohn ist Spanier, ein paar ihrer Enkelkinder studieren in der EU. "Ich würde mir wünschen, dass meine Enkel später genauso einfach in den Zug nach Paris steigen und durch Europa reisen können wie ich."

BRITAIN-EU-BREXIT-POLITICS
BRITAIN-EU-BREXIT-POLITICS Foto © (c) APA/AFP/ISABEL INFANTES

Ball versteht aber, warum Großbritannien die EU verlässt: "Das war eine Mehrheitsentscheidung, und das müssen wir akzeptieren." Wofür sie kein Verständnis hat, ist der Hass zwischen den Brexit-Befürwortern und -Gegnern. "Ich fühle mich in die 1930er zurückversetzt", sagt sie. Auf dem Protestzug vom Regierungssitz in der Downing Street über den Parlamentsvorplatz bis zum Europa-Haus wurden die überwiegend grauhaarigen Demonstranten permanent von Brexiteers angefeindet. Neben ihrem Versammlungsort wurde eine EU-Flagge verbrannt.

Foto © (c) AP (Alberto Pezzali)

Die Demonstranten mussten höhnische "Bye bye EU, bye bye"-Gesänge über sich ergehen lassen und teils obszöne Beleidigungen, die Ball sichtlich zu Herzen gingen. "Ich finde das einfach nur traurig", sagt die Seniorin. Ball hofft inständig, dass Großbritannien irgendwann doch wieder zur EU stößt. "Das werde ich leider nicht mehr erleben", sagt sie. "Aber vielleicht meine Kinder und Enkel."

18.05 Uhr: Panik unter Lkw-Fahrern vor belgischem Hafen

Unter Lastwagenfahrern mit Ziel England ist Panik ausgebrochen. Rund um den Hafen im belgischen Zeebrügge sei derzeit besonders viel Verkehr, es entstünden Staus auf den Straßen zu den Fähranlegern nach Großbritannien. "Die Fahrer wollen offensichtlich noch heute statt erst morgen einschiffen, weil der Brexit offiziell heute ist", sagte Polizeisprecherin Sarah Frederickx. "Das ist reine Panik, denn für den Lastwagenverkehr ändert sich nichts." Die Polizei rief dazu auf, die Umgebung von Zeebrügge zu meiden.

18.00 Uhr: Proteste in Nordirland

In Nordirland haben an mehreren Orten Brexit-Gegner demonstriert. So forderten vor dem Sitz des nordirischen Regionalparlaments in Belfast Anhänger der Partei Sinn Fein ein Referendum zur irischen Wiedervereinigung. Die Partei verweist darauf, dass die Nordiren beim Brexit-Referendum mehrheitlich für den Verbleib gestimmt haben. Nun müssten sie die Möglichkeit bekommen, darüber abzustimmen, ob sie künftig lieber Teil der Republik Irland sein wollten. Auf diese Weise könne Nordirland in die EU zurückkehren. Auch an der inneririschen Grenze gab es einige kleinere Kundgebungen von Sinn Fein.

17.40 Uhr: Farage feiert schon

Nigel Farage, ehemaliger Chef der Ukip-Partei und aktueller Chef der Brexit-Partei, schwenkte gestern schon im EU-Parlament mit einer britischen Fahne zum Abschied - wobei es eigentlich verboten ist, Nationalfahnen zu schwenken. Heute nun postet er via Twitter, dass er sich bereits Warmtrinke für die Brexit-Nacht.

16.30 Uhr: Merkel wünscht enge Beziehung zu Briten

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union den Wunsch nach einer engen Beziehung zu den Briten betont. "Das ist ein tiefer Einschnitt für uns alle", sagte sie in ihrem Podcast am Freitag. Deutschland wolle aber enger Partner und Freund von Großbritannien bleiben. "Uns einen gemeinsame Werte", sagte sie.

Auch nach dem Austritt Großbritanniens soll es in Europa aber weiter vorangehen. "Die 27 Mitgliedsstaaten der EU werden alles daran setzen, Europa weiter erfolgreich zu entwickeln."

16.10 Uhr: Kurz hofft auf engen Draht nach London

Angesichts des heutigen Austritts von Großbritannien aus der Europäischen Union haben Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (beide ÖVP) am Freitag für gute und enge Beziehungen zwischen der Europäischen Union und dem Königreich plädiert. Van der Bellen brachte zudem sein Bedauern über die Entwicklung zum Ausdruck.

"Wir müssen nun alles tun, dass es zu dauerhaft stabilen, freundschaftlichen und guten Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union kommt. Sowohl wirtschaftlich aber auch menschlich", schrieb der Bundespräsident auf Twitter. Gute Lösungen in den Bereichen Pension, Sozialversicherung und Krankenversicherung müssten noch gefunden werden.

Auch Kanzler Kurz teilte auf Twitter mit: "Je enger wir in Zukunft zusammenarbeiten, desto besser für uns alle". Es sei wichtig, den bilateralen Kontakt aufrechtzuerhalten und die Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und der EU zu sichern.

Nationalratspräsident Sobotka sprach sich in einer Aussendung ebenfalls für gute Beziehungen zu Großbritannien auf "politischer, wirtschaftlicher, aber auch auf gesellschaftlicher Ebene" aus. Er wünscht sich für die Zukunft ein "enges Verhältnis".

16.05 Uhr: Rattle befürchtet gravierende Auswirkungen

Der weltberühmte britische Dirigent Sir Simon Rattle befürchtet gravierende Auswirkungen des EU-Austritts Großbritanniens auf den Orchester-Betrieb. "Die praktischen Schwierigkeiten werden immens sein, denn es gab nie eine Planung für den Brexit", sagte der Klassikstar - lange Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, der AFP.

Der derzeitige Chefdirigent der Londoner Symphoniker sieht derzeit keinen anderen Weg, als die Europatourneen seines Orchesters zu kürzen, das bis dato zwei von drei Konzerten im Ausland im europäischen Ausland spielt. Die Zollkontrollen für die Instrumente und das Ausfüllen von Formularen dauerten "im Durchschnitt 15 Stunden, was bedeutet, dass unser Reiseleben völlig anders sein wird", sagte Rattle.

"Vergangenen Freitag spielten wir in Frankfurt, und am Samstag waren wir in Paris", berichtete der Dirigent. Hätten alle Instrumente inspiziert werden müssen, dann wären sie "auf keinen Fall" so schnell von einem Land ins andere gekommen, erläuterte Rattle sein Dilemma.

15.41 Uhr: Jetzt gilt der Blick nach vorne

Nach dem Brexit richtet sich der Blick nach vorne - sowohl Großbritannien als auch die Europäische Union sprechen von einer neuen Ära. Ganz praktisch liegt aber viel Arbeit vor den frisch geschiedenen Partnern. Sie müssen bis Jahresende klären, wie sie künftig im Handel, in der Sicherheitspolitik und in vielen anderen Politikfeldern zusammenarbeiten. Ein Überblick über die nächsten Schritte:

  • Ab 1. Februar, also unmittelbar nach dem britischen EU-Austritt, gilt der Austrittsvertrag und damit eine Übergangsperiode bis 31. Dezember 2020, in der sich zumindest im Alltag fast nichts ändert.
  • Am 3. Februar, also am kommenden Montag, will der britische Premierminister Boris Johnson seine Verhandlungslinie abstecken. Zugleich präsentiert EU-Chefunterhändler Michel Barnier, was er in den Gesprächen mit London erreichen will. Sein genaues Mandat bestimmen jedoch die 27 bleibenden EU-Staaten.
  • Am 25. Februar sollen die EU-Europaminister diesen Verhandlungsauftrag beschließen. Erst dann kann Barnier offiziell starten.

Ende Februar oder Anfang März beginnen die Verhandlungen der beiden Seiten. Den vom britischen "Guardian" gemeldeten Termin 3. März haben EU-Diplomaten noch nicht bestätigt.

  • Am 18. und 19. Juni wollen die EU-Staaten bei ihrem Gipfel in Brüssel Zwischenbilanz ziehen. Kurz danach laufen zwei Fristen aus:
  • Bis 1. Juli soll bereits ein Fischereiabkommen mit Großbritannien stehen, denn das brennt der EU besonders unter den Nägeln: Wie viel dürfen ihre Fischer noch in britischen Gewässern fangen?

Ebenfalls vor dem 1. Juli müssen sich die beiden Seiten einigen, ob die Übergangsfrist um ein oder zwei Jahre oder gar nicht verlängert wird. Die EU-Seite ist dafür, weil die Verhandlungsfrist bis Jahresende sehr kurz ist. Johnson ist dagegen, weil Großbritannien noch länger sehr eng an die EU gebunden bliebe - und zwar ohne Mitspracherechte in Brüssel.

Ohne Verlängerung muss aus EU-Sicht spätestens Anfang November ein Partnerschaftsabkommen stehen, damit die Ratifizierung noch vor dem Jahresende erledigt ist.

15:16 Uhr: 700 EU-Mitarbeiter bleiben verschont

Die rund 700 britischen Mitarbeiter der EU-Kommission bleiben vom Brexit verschont. Laut der EU-Behörde werden sie von der Bestimmung, welche die EU-Staatsbürgerschaft zur Voraussetzung für eine Beschäftigung macht, ausgenommen und können weiterhin für die EU-Kommission tätig sein.

Dies entspreche einer Entscheidung der Kommission von Jean-Claude Juncker, die bis auf in besonderen Fällen Gültigkeit habe, hieß es am Freitag in Brüssel. Zu diesen gehören Interessenskonflikte und "internationale Verpflichtungen".

Dem Vernehmen nach soll der Rat der Europäischen Union seinen Mitarbeitern die Anweisung gegeben haben, keine Informationen mehr mit britischen Kollegen zu teilen. Dazu äußerte sich die EU-Kommission am Freitag nicht. "Wir können die interne Kommunikation oder Positionen anderer Institutionen nicht kommentieren", hieß es.

Die EU-Kommission selbst hege "absolut keinen Verdacht gegen keinen einzigen Mitarbeiter", was unangebrachtes Verhalten am Arbeitsplatz angehe, so eine Sprecherin. "Die britischen Kollegen in der EU-Kommission werden wie alle anderen EU-Bürger mit Respekt behandelt."

15.15 Uhr: Dublin will harten Kurs

Die Regierung in Dublin will bei den bevorstehenden Verhandlungen zwischen Brüssel und London über das künftige Verhältnis nach dem Brexit einen harten Kurs fahren. Das sagte der irische Premierminister Leo Varadkar am Freitag dem Rundfunksender RTE nur Stunden vor dem offiziellen EU-Austritt der Briten.

Noch bis Ende des Jahres gilt eine Übergangsphase, in der sich so gut wie nichts ändert. Währenddessen wollen sich die beiden Seiten über die künftigen Beziehungen einigen. Die Zeit dafür gilt aber als äußert knapp. Zudem lehnt Premierminister Boris Johnson eine Anbindung an EU-Regeln auch künftig ab. Brüssel hingegen hat bereits klar gemacht, dass es ohne einheitliche Standards zu Umweltschutz, Arbeitnehmerrechten und staatlichen Wirtschaftshilfen keinen Handel ohne zoll- und mengenmäßige Beschränkungen geben kann.

Hart will er vor allem auch beim Thema Fischerei bleiben, wie der irische Regierungschef, der sich in der kommenden Woche einer Neuwahl stellt, sagte. Großbritannien möchte seine Fischgründe künftig nicht mehr ohne Weiteres mit Fischern aus EU-Staaten teilen. Gleichzeitig wird aber mehr als 70 Prozent des Fangs britischer Boote in die EU exportiert. Der freie Marktzugang für britischen Fisch müsse daher mit dem Recht auf Zugang für EU-Fischer in britische Gewässer verbunden werden, so Varadkar.

14.00 Uhr: Die Regierung in Dublin will bei den bevorstehenden Verhandlungen zwischen Brüssel und London über das künftige Verhältnis nach dem Brexit einen harten Kurs fahren. Das sagte der irische Premierminister Leo Varadkar dem Rundfunksender wenige Stunden vor dem offiziellen EU-Austritt der Briten.

Noch bis Ende des Jahres gilt eine Übergangsphase, in der sich so gut wie nichts ändert. Währenddessen wollen sich die beiden Seiten über die künftigen Beziehungen einigen. Die Zeit dafür gilt aber als äußert knapp. Zudem lehnt Premier Boris Johnson eine Anbindung an EU-Regeln auch künftig ab. Brüssel hingegen hat bereits klar gemacht, dass es ohne einheitliche Standards zu Umweltschutz, Arbeitnehmerrechten und staatlichen Wirtschaftshilfen keinen Handel ohne zoll- und mengenmäßige Beschränkungen geben kann.

Hart will Varadkar vor allem auch beim Thema Fischerei bleiben, wie der irische Regierungschef, der sich in der kommenden Woche einer Neuwahl stellt, sagte. Großbritannien möchte seine Fischgründe künftig nicht mehr ohne Weiteres mit Fischern aus EU-Staaten teilen. Gleichzeitig wird aber mehr als 70 Prozent des Fangs britischer Boote in die EU exportiert. Der freie Marktzugang für britischen Fisch müsse daher mit dem Recht auf Zugang für EU-Fischer in britische Gewässer verbunden werden, sagte Varadkar.

So wird auf den Brexit reagiert:

13.00 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am Freitag harte Verhandlungen der EU mit Großbritannien über die künftigen Beziehungen nach dem Brexit angekündigt. "Als gute Freunde können wir hart und fair verhandeln", sagte sie bei einer gemeinsamen Ansprache mit dem Präsidenten des EU-Parlaments, David Sassoli, und dem Chef des Europäischen Rates, Charles Michel, in Brüssel.

"Die EU wird ganz entschlossen ihre Interessen verteidigen", so von der Leyen. Das Vereinigte Königreich werde ein Drittstaat sein. "Für alle Drittstaaten gilt: Nur wer die Regeln des Binnenmarktes anerkennt, kann auch den vollen Nutzen des gemeinsamen Marktes ziehen", unterstrich sie. "Wir wollen die bestmögliche Partnerschaft, aber es ist klar: Sie wird nie so gut sein wie eine Mitgliedschaft."

12.40 Uhr: Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon will die Unabhängigkeit Schottlands nach dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs noch stärker vorantreiben. Ihre Partei sei bereit, ihre Unabhängigkeitskampagne noch einmal zu verstärken, das Budget dafür solle im laufenden Jahr verdoppelt werden, sagte Sturgeon in Edinburgh.

Die Trauer über den Brexit werde in Schottland "mit Wut gefärbt" sein. Ein unabhängiges Schottland hätte eine "andere, bessere" Zukunft vor sich, sagte die Vorsitzende der Schottischen Nationalpartei (SNP). "Unsere Aufgabe ist es, eine Mehrheit der Menschen in Schottland davon zu überzeugen."

12.15 Uhr: Für Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo ist der Austritt Großbritanniens aus der EU nach eigenen Angaben ein extrem trauriger Moment. Für ihn - ebenso wie für die Bevölkerung der britischen Exklave - sei dies "kein Tag zum Feiern", sagte Picardo am Freitag in einem Interview mit dem staatlichen spanischen Fernsehen.

Gibraltar am Südzipfel Spaniens steht seit 1713 unter britischer Souveränität. Beim Brexit-Referendum 2016 hatten 96 Prozent der Bürger des felsigen Landzipfels für den Verbleib Großbritanniens in der EU gestimmt. In der Nacht auf Samstag wird das Vereinigte Königreich die Europäische Union nun - sehr zum Ärger der Menschen in dem Überseeterritorium - trotzdem verlassen.

Große Zeremonien seien nicht geplant, sagte Picardo. "Leider werden wir die EU-Flagge einholen und damit den schwierigen Moment markieren, den wir gezwungen sind zu erleben."

12.00 Uhr: Die 73 britischen EU-Abgeordneten, die mit dem Brexit das EU-Parlament verlassen, haben Anrecht auf ein Übergangsgehalt. Pro Jahr Amtszeit wird laut Informationen des EU-Parlaments ein regulärer Monatslohn ausgezahlt, für mindestens sechs Monate und nicht länger als zwei Jahre. Dies entspricht der üblichen Regelung für alle scheidenden EU-Mandatare, die mehr als ein Jahr im Amt waren.

Das Gehalt eines EU-Abgeordneten beträgt derzeit 8.611,31 Euro brutto und 6.710,67 Euro netto. Nimmt ein ehemaliger EU-Abgeordneter während der ihm zustehenden Bezugszeit ein öffentliches Amt an oder tritt in ein anderes Parlament ein, verliert er seine Ansprüche. Sollte der Ex-Abgeordnete parallel zu dem Übergangsgehalt Anrecht auf eine Alters- oder Invaliditätspension haben, muss er sich zwischen den beiden Zuwendungen entscheiden.

11.30 Uhr: Die EU-Spitzen haben Großbritannien zum Abschied eine enge Partnerschaft angeboten. Klar sei aber, dass Großbritannien Vorteile der Mitgliedschaft in der Europäischen Union verlieren werde, schrieben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Ratspräsident Charles Michel und Parlamentspräsident David Sassoli in einer am Freitag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.

Gleichzeitig sprachen sie von neuer Stärke und Einigkeit der EU. Auch für Europa werde mit dem Brexit in der Nacht auf Samstag eine neue Zeit anbrechen, schrieben die drei Präsidenten. "In den letzten Jahren sind wir enger zusammengewachsen - als Nationen, als Institutionen und als Menschen. "Allen sei wieder bewusst geworden, dass die EU mehr sei als ein Markt oder eine Wirtschaftsmacht. Man vertrete gemeinsame Werte und sei zusammen einfach stärker. 

11.00 Uhr: Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat den Europäern in seiner Stadt am letzten Tag Großbritanniens in der EU seine Unterstützung zugesichert. "An die eine Million EU-Bürger, die so viel beitragen zu unserer Stadt: Ihr seid Londoner, ihr seid hier willkommen. Und das wird sich niemals ändern", twitterte Khan Freitagfrüh.

Großbritannien verlasse zwar die EU. London bleibe aber weiter "ein Leuchtturm für fortschrittliche Ideen, liberale Werte, Anstand und Vielfalt".

10.00 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat es kurz vor dem Brexit als sein Ziel bezeichnet, die durch die erbitterte Debatte um den EU-Austritt entstandenen tiefen Risse in der britischen Gesellschaft zu überwinden. Es sei seine Regierungsaufgabe, das Land zu "vereinen" und "nach vorne zu bringen".

"Dies ist der Moment, in dem die Morgendämmerung hereinbricht und sich der Vorhang für einen neuen Akt hebt", heißt es in einer Vorabmeldung zur Rede, die Boris Johnson heute Abend halten will.

Johnson erklärt, was sich für die Briten durch den Brexit ändert:

09.40 Uhr: Brexit-Gegner haben Freitagmorgen in der britischen Hafenstadt Dover ein riesiges Banner mit der Aufschrift "We still love EU" ("Wir lieben die EU noch immer") installiert. Dover liegt direkt am Ärmelkanal. Vom Hafen der Stadt fahren regelmäßig Fähren in die EU-Länder Frankreich und Belgien.

Der lange Abschied der Briten von der EU hatte zwischendurch etwas von Stan Laurel & Oliver Hardy:

 

Kommentare (42)

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b6f59ac9dcde3ccfd1b2869f43b2477
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Farage und Co

wollen sich also nicht mehr von der EU "bevormunden" und "einengen" lassen, aber das Geld der EU- siehe nachfolgenden Auszug aus einem Bericht des TAGESSPIEGEL nimmt er gerne!
Was dies über seinen Charakter aussagt, diese Beurteilung überlasse ich den Lesern.
Dies gilt auch für unser einheimischen "EU- Hasser" unter den EU- Abgeordneten, die nur auf die EU schimpfen, aber das Geld gerne nehmen!
Spiegel gibt es in deren Häusern offensichtlich keine!

"Farage, der 20 Jahre im Europaparlament saß und nur Hohn und Spott für die EU übrig hatte, hat Anspruch auf Übergangsgeld in Höhe von 178.657,20 Euro. Ihm werden 20 Monate lang die Diäten in Höhe von 8.932,86 Euro weitergezahlt. Außerdem steht dem 55-jährigen Farage ab Vollendung seines 63. Lebensjahrs eine Rente in Höhe von lebenslang monatlich derzeit 6.253 Euro zu"

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Balrog206
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Tja

Und wer macht solche Ansprüche möglich ? Eigentlich gehts nicht darum ob für oder gegen , solche Ansprüche sind ein Hohn für uns alle !

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mapem
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1 … Jetzt haben sie´s endlich geschafft …

die Herrschaften, die hinter dieser ganzen Inszenierung stehen und die sie mit sehr viel Kohle, Psychologie und Lügen nach Drehbuch abgearbeitet haben. Trump ist jetzt genau dort, wo er - und seine gesamte Background-Lobby - hin wollten – mit einem Fuß vor den Toren der EU.

Und diese hasst er wie der Teufel das Weihwasser - zum einen wegen der wirtschaftlichen Konkurrenz – aber auch, weil´s die letzte Bastion der Sozialdemokratie ist – und diese hasst er noch mehr. Sie ist eben nicht kompatibel mit dieser plutokratischen “Good Deal” Politik per Twitter, die aus dieser unsäglichen arroganten und chauvinistischen Überheblichkeit heraus täglich als kleine Witzchen über den gesamten Globus gejagt werden – und das mit dem Selbstverständnis, dass die Welt eben aufgeteilt ist – und zwar hochgradig asozial – in die einen wenigen: solch Trumps eben – und den anderen, die Masse der Menschheit, auf denen eben rumgetrumpelt wird … und genau so soll es auch bleiben. Da kümmern die Herrschaften weder Tod und Leid der anderen, noch himmelschreiende Ungerechtigkeiten – noch wissenschaftliche und empirische Fakten, dass genau so unsere Kugel krepieren wird.

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mapem
7
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2 … Wer sich zumindest ein bisschen mit dieser Brexit-Geschichte befasst hat,

der weiß ja, welcher abgedrehte Fake da abgelaufen ist. Dieselben milliardenschweren Hintermänner, die auch Trump ins Weiße Haus beförderten, haben auch in GB – offensichtlich sehr erfolgreich – investiert.

Jetzt wird man die Ernte einfahren – und ich weiß auch schon, wer da bluten wird – und es wird niemand dieser erlauchten Herrschaften sein.
Das System ist ja im Grunde einfach: Der erklärte Feind der ökonomischen Oligarchie ist ja die Sozial-Demokratie – diese ist allerdings nur dann in der Lage dem Absolutismus des Profites und der Dividende zu widerstehen, wenn sie gesund ist und funktioniert. Allerdings schwächelt sie nun bei uns in Europa schon seit geraumer Zeit mehr schlecht als recht durch die Länder – denn es gibt da diese symmetrische Dependenz zur Bildung - und damit zu einem gewissen Grundstock an Wissen, wie eben Gott und die Welt so in etwa funktionieren. Davon haben wir uns leider schon ein ordentliches Stück weit wegbewegt – Pisa zeigt´s uns gnadenlos.

Und wenn mehr als die Hälfte der Leute dann weggebrochen ist, kippt das System – und übrig bleibt nur mehr der Begriff “Demokratie” – tatsächlich verbirgt sich aber dahinter die Diktatur des Kapitals mit ihren wenigen handverlesenen Protagonisten. Die Liste dieser neuen “Sonnenkönige” kann man sich ja mal in der Forbes-Liste zu Gemüte führen, damit man wenigstens weiß, für wen man in erster Linie täglich in die Hackn geht.

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mapem
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3 … Und überall hockens drin –

die Handlanger dieser mehr oder weniger anonymen Global-Big-Player – und wer meint, dass es bei uns keinen Trump – oder keinen Boris Johnson – oder keinen Nigel Farage gäbe, der irrt gewaltig. Wortgewandte Demagogen mit populistischem Talent und starkem moralischen Defizit gibt es immer und überall immer wieder … nur heißens halt bei uns anders und sind halt so aufgmascherlt, dass sie hier ihren Auftrag brav erfüllen … alles nur eine Frage der optimalen regionalen Produktplatzierung.

Und wer in Austria noch immer nicht gecheckt hat, wer da den Trump-Style fuchtelt, der versenkt halt a la longue nicht nur sich – sondern auch alle anderen, die dann – wenn man so will – Opfer einer maroden Demokratie werden bzw. am schiefen Turm zu Pisa mitzerschellen.
Denn – alles was recht ist – 40% für Kurz sind objektiv um 30% zu viel … er macht Politik für 10% … wenn überhaupt … und ihr seht das nicht …
Nicht umsonst hat dieser Trump eine riesen Freud mit unserem Heiligen …

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CuiBono
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@mapem

Für alle drei Teilkommentare - uneingeschränkt "Grün".

Trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung, die Briten - die Rosinenklauber - hätten schon vor mindestens 25 Jahren aus der EU geschmissen gehört.

Wir - die EU - hätten sich damit wohl viel Unfrieden und das Aufwachen von Traumtänzerdespoten in den östlichen Beitrittsländern erspart.
Deren einschlägigen Namen und Länder sind mehr als bekannt und berüchtigt. Das britische Rosinenpicken war und ist ihnen Vorbild.

Vor allem wären viele Kräfte nicht für den ganzen Brexit-Mist gebunden worden und ich bin schon neugierig, welchen Puderzucker die/unsere EU-ler den Briten in den Hintern oder sonst wo hin blasen werden, nur um ein vermeintliches Restgeschäft zu retten.
Die Watschengeste vom Junker wird es ganz sicher nicht werden. Leider.

Die einzige Chance für die EU bestand seit zig-Jahren, den Briten sang- und klanglos aufzuzeigen, dass WIR sie nicht brauchen.
WIR brauchen keinen, der ständig quer schiesst und gemeinschaftliche Verpflichtungen negiert.

Sämtliche BREXIT-Proponenten der Briten waren uns sind durchgeknallte Neo-Kolonisatoren, die in längst vergangenen Zeiten leben und leider durch aus welchen Gründen auch immer seltsamen Zeitgenossen Zuspruch erhalten.

Jetzt sollen sie die Krot fressen, die sie so unbedingt wollten.

No mercy.
Frack the Brits.
Nothing else.

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Jondrick
6
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Unglaublich unintelligenter Kommentar

Sind “Die Briten” denn alle einer Meinung?!
Und wie steht’s mit “Den Österreichern”? Sind die alle dumm oder alle rechts oder alle sozial demokratisch?

“Frack” the ~55% of people who did not vote for Brexit?!
Soll man dann auch alle Österreicher für den Strache bestrafen? Diese dummen Österreicher wählen alle den Strache? Frack Austria?

So ein totaler Blödsinn.
Geh weg.

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tannenbaum
2
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Nur

gut, dass ich den neuen Nissan Qashgai noch nicht bestellt habe. Der wird nämlich in England produziert. Jetzt muss ich mir wohl ein anderes Auto kaufen. Werde mich bei den Franzosen umschauen!

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Sam125
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Heute 16 Uhr ORF Steiermark/ Nachrichten!!

Das haben sich einige britische Europaabgeordnete lustig und glücklich mit Dudelsackmusik verabschiedet und sie sagten so nebenbei,dass sie froh sind, endlich die Eu verlassen zu können! Und wie die restlichen Europäer, veranstalten ein Abschiedezenario sondergleichen,alsob wir den Brexit der Briten beschossen hätten und nicht umgekehrt ,die Briten uns verlassen hätten wollten! Es ist zwar traurig für die Briten,die in der Eu bleiben wollten,aber nun muss Europa auf sich selbst schauen und die Briten müssen sich auch alleine auf die" Füsse" stellen, wenn sie nicht eh schon im Hindwrgrund der Brexitverhandlungen, mit der USA......., ein " Stelldichein" beschlossen haben!

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Helmut67
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Endlich

Ist das Theater vorbei. Bye Bye.

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Johann1
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Brexit 👍👍

Gott sei Dank, die hätten schon früher weg gehört , nicht nur Verzögerung heraus schinden, und der Steuerzahler muss dafür zahlen🙈🙈🙈

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malsehen
20
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Die Briten

können sich glücklich schätzen. Endlich keine Bevormundungen und Schikanen mehr aus Brüssel.

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klickme
11
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Stimme zu

Die Briten werden der EU langfristig sicher viel mehr fehlen als die EU den Briten.
Es liegt am Verhandlungsgeschick der Briten, ob und wie sich das Land verändern und entwickeln wird. Es gibt eine große Chance, das Land in vielerlei Hinsicht zum Besseren zu verändern und neu zu gestalten. Ich bin sicher, die Briten machen das Beste aus der Situation. Alles Gute den Briten.
Ich bin eine Britin!

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Kristianjarnig
1
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@klickme

Keine Ahnung wie Sie glauben können das ein Land allein heutzutage BESSER gestellt ist als in einer Gemeinschaft wie der EU die sicher das heutige ideal aller "Staatenbünde" ist. Sogar das was die Amerikaner mit deren Bundesstaaten aufführen ist chaos wenn man sich mal im Detail anschaut was so mancher Staat dort als "legal" empfindet, andere dann doch eher nicht.

Sicher - der Brüsseler Bürokratenhaufen ist in seiner derzeitigen Form mehr als suboptimal, viel Raum für Verbesserungen und weniger Korruption. Sollte sich die EU speziell hier nicht endlich etwas ins Zeug legen wird das Projekt EU wohl langfristig scheitern.

NUR - alleine glauben besser dazustehen ist ein Irrglaube. Natürlich gab es Zeiten wo ein "Empire" allein auf sich gestellt überleben hätte können. Und das war vor ÜBER 100 Jahren. Nicht mal im ersten Weltkrieg schafften es die Briten - zusammen mit den Franzosen - die Mittelmächte in Zaum zu halten oder gar zu besiegen. Das gelang erst mit dem Kriegseintritt der USA(was sich im 2.WK genauso wiederholte), erst da waren die Briten eine Siegermacht.
Leider sind die Briten ein Haufen der absolut gar nichts aus der Geschichte lernt bzw. die absolut falschen Schlüsse zieht(zumindest mehr als 50% von denen) .
Eventuell besteht bereits ein Abkommen mit dem großen Bruder USA, aber auch das wird sicher nicht zum Besten der Briten sein wenn man Trump kennt.

Manche müssen es auf die harte Tour lernen und ein paarmal auf die Nase fallen.

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wintis_kleine
4
21
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Es bleibt zu hoffen,

dass die EU Verhandler betreffend der zukünftigen Zusammenarbeit mit GB (solange es das noch gibt) fair aber hart verhandeln. Es darf keinesfalls das Gefühl in den Ländern der EU entstehen, dass man "besser dran ist, wenn man draußen ist". Das wäre fatal und für die EU vermutlich der Todesstoß.
Die egozentrische und nationalisischen Bestrebungen von England müssen sich meiner Meinung nach in einem klaren und nicht durch tausende Ausnahmen gespickten Vertrag der zukünftigen ZUsammenarbeit widerspiegeln.
Und ganz meine persönliche Meinung: Ein Bisserl weh sollte es den Briten schon tun!

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BernddasBrot
2
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Der Chef der Brexit Partei Nigel Fange

kann hingegen als scheidender EU Abg. mit großzügigen Übergangs- und Pensionszahlungen rechnen . Das alles aus der Kasse der EU..chapeau....

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BernddasBrot
1
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sorry

FARAGE.....

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fans61
7
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ENDLICH

sind wir sie los

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Balrog206
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Die

Kpö hatte noch eine Freude mit den Engländern 😉

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aral66
2
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Balli

🤔deine Kommentare sind wirklich immer top 😴

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Civium
3
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England hat im 16Jahrhundert die

UNA SANCTA CATHOLICA verlassen und ich denke das war der der schwierigere Akt!!
Was sich ändern wird ist das man sich wieder als Ausländer fühlen wird, EU-Bürger GB und die Briten in Europa!!
Wie lange es Großbritannien geben wird hängt von den Schotten ab, sollte es zu einer Loslösung kommen wird das England am härtesten treffen.
Dagegen war die Trennung von katholische Kirche und die EU nur Kleinigkeiten!!!

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HB2USD
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Die Schotten

werden keine neue Grenzen zur Welt aufbauen.

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Mein Graz
2
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@HB2USD

Eben, das tun die Engländer schon.

Die Schotten mit ihren Unabhängigkeitsbestrebungen sind da klüger: sie wollen weniger Grenzen, weshalb sie PRO EU sind...

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HB2USD
6
1
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Die Schotten

haben aber nur eine Landgrenze und die Befürworter für die Unabhängigkeit werden keine Mehrheit bekommen.

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Kristianjarnig
3
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@HB2USD

...das bleibt abzuwarten.

Nicht alle sind so ewiggestrig wie es die Briten sind - und ja - ich war mehr als genug, beruflich bedingt, auf der feuchten Insel mit den schlechten Zahnärzten.

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HB2USD
1
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Ich

habe auch dort gearbeitet und bin durch meine Erfahrungen eben anderer Meinung.

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