Das russische Verteidigungsministerium hat im Auftrag von Wladimir Putin die "Abschreckungswaffen" – also die Atomwaffen – in verstärkte Alarmbereitschaft versetzt. Was bedeutet dieser Schritt?
FRANZ-STEFAN GADY: Zunächst einmal bedeutet das nicht, dass in unmittelbarer Zukunft ein Nuklearkrieg bevorsteht. Hätte Putin wirklich einen atomaren Angriff auf den Westen, die Nato oder die Ukraine geplant, würde er wohl kaum vorher schon damit drohen. Aus militärischen Gründen würde er dann einen Überraschungsangriff planen. Aus der Ankündigung Putins lässt sich daher schließen, dass es ihm eher darum geht, den Westen und die Nato einzuschüchtern – mit der Absicht, zu verhindern, dass weitere Waffenlieferungen an die Ukraine auf ihn zukommen. Gleichzeitig will er demonstrieren, dass es andere Optionen für die russischen Streitkräfte gibt.
Militärexperte Franz-Stefan Gady
"Mit der Atomdrohung will Putin den Westen einschüchtern"
Der Kreml-Chef lässt die russischen Nuklearwaffen in verstärkte Alarmbereitschaft setzen. Was das für uns und den Westen bedeutet und wie die Reaktion der USA einzuschätzen ist, analysiert Militärstratege Franz-Stefan Gady.
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