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Femen-Protest im Vorfeld Macron trifft Trump und Merkel vor "Weltkriegs-Gipfel"

Gemeinsam gedenken Emmanuel Macron und Angela Merkel heute Nachmittag des Endes des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Femen-Aktivistinnen nützen die Aufmerksamkeit für ihre Anliegen.

Trump zu Bescuh bei Macron © (c) AP (Christophe Petit Tesson)
 

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel fahren dazu zu einer Gedenkstätte in die Nähe der nordfranzösischen Stadt Compiegne, wo am 11. November 1918 auf einer Waldlichtung der Waffenstillstand in einem umgebauten Speisewagen unterschrieben worden war.

Vor den Feierlichkeiten in Paris zum Ende des Ersten Weltkrieges ist US-Präsident Donald Trump mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron zusammengekommen. Macron empfing Trump am Samstagvormittag im Elyseepalast. Vor Fotografen zeigten beide Präsidenten mit dem Daumen nach oben, bevor sie sich zu einem bilateralen Gespräch zurückzogen. Später war ein Mittagessen Trumps und Macrons gemeinsam mit den Ehefrauen geplant. Für Trump ist es die erste Auslandsreise nach den Kongresswahlen. Am Sonntag beginnt dann der "Weltkriegs-Gipfel" in Paris.

60 Staats- und Regierungschefs bei Gedenkfeier

Rund 60 Staats- und Regierungschefs werden am Wochenende in der französischen Hauptstadt erwartet, unter ihnen der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan. Österreich ist durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen vertreten. Höhepunkt wird am Sonntag eine große Gedenkfeier im Schatten des Pariser Triumphbogens sein. Am Nachmittag besucht die deutsche Kanzlerin ein Friedensforum, bei dem sie die Eröffnungsrede hält.

Ungeachtet des Gedenkens an den Weltkrieg sei das Spitzentreffen in Paris spannungsgeladen, meinten Diplomaten. Zu Verstimmungen zwischen den USA auf der einen und Frankreich und Deutschland auf der anderen Seite kam es spätestens mit Trumps einseitigem Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran. Zudem entfachte Trump einen Handelskonflikt mit der EU und stieg aus dem Weltklimaabkommen aus.

Der deutsche FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff forderte zum Jahrestag des Kriegsendes neue Impulse für die deutsch-französische Partnerschaft. 100 Jahre nach diesem Krieg "reicht es nicht aus, dieser europäischen und insbesondere deutsch-französischen Katastrophe nur zu gedenken", sagte Lambsdorff der Deutschen Presse-Agentur.

"Klar ist: Deutschland muss jetzt endlich die ausgestreckte Hand des französischen Präsidenten für eine Reform Europas ergreifen und die Vorschläge Emmanuel Macrons aufgreifen", sagte der FDP-Fraktionsvize im Bundestag weiter. "Wir brauchen eine europäische Außenpolitik mit einer Verteidigungsunion, wirksames Management von Migration und Außengrenzen, gemeinsame Initiativen für den Klimaschutz und konsequenten Einsatz für Freihandel." Berlin und Paris müssten "auf all diesen Feldern die Führung übernehmen".

Um die deutsch-französische Freundschaft auf Dauer zu erhalten, müssten sich Deutsche und Franzosen noch viel besser kennenlernen, forderte der frühere Europa-Abgeordnete. "Deshalb setzen sich die Freien Demokraten für die Stärkung des Austauschs von Schülern, Studenten, Auszubildenden und jungen Berufstätigen zwischen unseren Ländern ein."

15 Millionen Tote

Der Erste Weltkrieg gilt manchen Historikern als "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts. Fast 9 Millionen Soldaten und mehr als 6 Millionen Zivilisten starben. Die Kaiserreiche Österreich-Ungarn, Deutschland und Russland brachen ebenso zusammen wie das Osmanische Reich. Aus den Trümmern ging eine Vielzahl neuer Staaten vor allem in Mitteleuropa und auf dem Balkan hervor. Auch Machtzentren verschoben sich danach allmählich, etwa von Großbritannien zu den USA.

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