In gut einem Drittel der Länder der Erde stehen 2024 Urnengänge an. In einigen herrscht kaum Zweifel über den Ausgang. So müsste in Russland schon viel passieren, dass Wladimir Putin nicht seine fünfte Amtszeit als Präsident antritt, wenn im März gewählt wird. Dafür hat der Autokrat selbst gesorgt – oppositionelle Politik und unabhängige Berichterstattung sind de facto abgeschafft. Der Propagandamotor schnurrt. Allerdings weiß der Kremlchef, dass sein politisches Überleben nicht nur davon abhängt, wie fest er im eigenen Land im Sattel sitzt, sondern auch davon, wer im Westen die Zügel in der Hand hält. Eine Präsidentschaftswahl in den USA (am 5. November) kommt da gerade recht – vor allem, wenn ein aussichtsreicher Kandidat weder viel übrig hat für demokratische Werte noch für internationale Bündnisse, die sich den geopolitischen Interessen Russlands (vor allem in der Ukraine) entgegenstellen.