Mit 5-Punkte-PlanMinisterium wollte Schulen bis zuletzt offen halten

Masken für alle im Unterricht, einheitliche Quarantäneregeln, tägliches Testen bei positivem Fall in der Klasse: So sollten die Schulen auch im Lockdown offenbleiben können. Doch Oberösterreich und Salzburg haben sich für die Schließung entschieden.

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CORONA Schule
Mit Masken im Unterricht für alle Schüler sollen Schulen trotz Lockdown offenbleiben können © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Es ist bereits fix, dass die Bundesländer Oberösterreich und Salzburg wegen explodierender Infektionszahlen in den totalen Lockdown gehen. Nun wurde auch klar, dass dort auch die Schulen geschlossen werden, wie von mehreren Quellen zu hören ist.

Das Bildungsministerium wollte die Schulen bis zuletzt unter strengen Hygiene- und Testauflagen offenhalten. "Wir sind in Gesprächen mit den beiden Bundesländern und haben ihnen ein Maßnahmenpaket angeboten, wie sie die Schulen offenhalten können", erklärte man Donnerstagvormittag im Bildungsministerium.

Denn die Schule sei der einzige Ort, wo systematisch alle Anwesenden getestet werden und man so Einblick ins Infektionsgeschehen habe.

Maßnahmen-Plan

Folgende Maßnahmen schlägt das Ministerium im Falle eines Lockdowns  vor, um die Schulen offenhalten zu können. Das kann auch für andere Bundesländer relevant werden, denen ein Lockdown droht. Ob die Maßnahmen generell eingeführt werden, ist noch nicht klar.

  • Maskenpflicht in allen Schulstufen im Unterricht. Bei den Kindern in den Volksschulen reicht ein Mund-Nasen-Schutz, die Älteren brauchen FFP2-Masken. Vor allem bei den Kleinen sollen verstärkt Maskenpausen eingehalten werden.
  • Einheitliche Quarantäneregeln: Da die Gesundheitsbehörden massiv überlastet sind, will man nun einheitliche Regeln für die Schulen: Der Vorschlag ist, bei einem positiven Fall in der Klasse alle anderen für mehrere Tage jeden Tag zu testen.
  • Eltern, die Sorge vor einer Infektion ihrer Kinder haben, können ihre Kinder unbürokratisch zu Hause lassen.
  • Schülerinnen und Schülern, die zu Hause bleiben, soll der Stoff über die aus den Schulschließungen bekannten Lernplattformen zur Verfügung gestellt werden.
  • Noch stärker als bisher gelte: Kranke Kinder sollen nicht in die Schule kommen.

 

Kommentare (13)
Gun125
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Sehr geehrter

Herr Bildungsminister. Was muss noch alles geschehen, bis Sie entsprechend den Fakten reagieren? Kleine Kinder auf der Intensiven, bei den 5-14-jährigen schon seit Wochen Rekordzahlen und bei den 15-24-jährigen sieht es nicht viel besser aus. Glauben Sie wirklich, dass diese Kinder keine Eltern oder Großeltern anstecken? Ist es noch nicht zu Ihnen vorgedrungen, dass sich nach 4-6 Monaten der Impfschutz verabschiedet? Ihr Parteikollege aus Salzburg, der Landeshauptmann, hat auch erkennen müssen, dass mindestens 35% Impfdurchbrüche entstehen. Wieviel Leid muss noch geschehen, damit Sie der Realität angemessene Entscheidungen treffen? Die bisherigen Massnahmen haben jedenfalls nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Sie entsprechen der von der ÖVP wahrgenommenen Linie. Schützen Sie die von Ihnen abhängigen Kinder.

chk89
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Schulen offen halten, so lange es geht!

Ja, was hier vielfach in den Kommentaren zu lesen ist, stimmt wohl: Schulen sind zu Treibern der Infektionsraten geworden.

Dennoch, als Elternteil kann ich die Bemühungen des Bundesministers nur begrüßen. Nicht, weil ich meine Kinder nicht daheim betreuen möchte - das würde zwar wieder umständlich werden, ist aber (für mich/uns, gottseidank) dank Möglichkeit zum Homeoffice und ähnlichem möglich. Wenn man aber gesehen hat, was die letzten Lockdowns mit den Kindern angerichtet haben, fragt man sich, warum nun die Kinder ausbaden sollen, dass die erwachsene Gesellschaft nicht Willens ist, sie zu schützen?

Kinder lernen in der Schule nicht nur Stoff, sondern auch wichtige Sozialkompetenzen. Sie brauchen ihre sozialen Kontakte weit dringender als wir Erwachsene, und ganz nebenbei lässt es sich über Zoom halt nicht besonders gut spielen (als Erwachsener kann ich mit meinen Freunden bspw. ein Bier online trinken). Nach den Lockdowns konnte man beobachten, wie die Kinder das Spielen und Interagieren in der Gruppe erst wieder lernen mussten. Wie sie verunsichert waren und sind, da sie schon die ganze Pandemie als "Virenschleudern" abgestempelt werden. Wie Dinge, die in unserer Kindheit selbstverständlich waren, auf einmal Luxus wurden.

Wir Erwachsenen haben es in der Hand, selbst einen Schritt zurückzustecken (seien es Kontaktreduktionen, allgemein verantwortungsvoller Umgang mit dem Thema oder gar die Impfung) um unseren Kindern ein möglichst normales Leben zu ermöglichen!

Gun125
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Ist es

besser, wenn Ihre KInder erkranken. Wobei die endgültigen Folgen noch nicht bekannt sind?

Volnar
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Meine Tochter,

hat aus der VS das Virus mitgebracht. Damit hat sie meine Frau angesteckt (Impfdurchbruch. Ansteckung liegt bei ca. 30% wenn ein Mitbewohner positiv ist.). Damit haben wir jetzt durchgehend in der Familie ca. 3 Wochen Quarantäne. Meiner Tochter gehts ganz gut, wobei noch immer die Gefahr besteht das sie PIMS bekommt. Meiner Frau gehts nicht so berauschend. Wenn ich das Virus auch noch abfange, wovon ich fast schon ausgehe, dann gehts richtig rund. Aber die Schulen bleiben offen, damit die armen Kids keinen Schaden davon tragen. Man nimmt damit aber in Kauf, dass ganze Familien lahmgelegt werden, plus Kollateralschäden und das Virus sich munter weitere Wirte sucht.

rehlein
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Entweder man IST blind oder will blind sein!

Die höchsten Inzidenzen sind bei den 5-14 Jährigen, und 15-24 Jährigen, und man meint noch immer, in der jetzigen Situation, dass die Kinder bzw. Schulen keine Treiber der Infektionen sind?

Es ist nun völlig egal ob die Kinder selbst schwer erkranken - sie sind der Großteil der aktiven Fälle, und damit am stärksten an der weiteren Verbreitung beteiligt.

Ein lockdown wird nur bundesweit und mit geschlossenen Schulen eine Eindämmung der Infektionszahlen bringen.

Herr Faßmann - Ihr Wille, die Schulen offen zu halten, in allen Ehren - aber bitte nicht die Augen vor der Realität verschließen.

Testen verhindert keine Infektionen - außerdem wo wollen Sie noch mehr Laborkapazität hernehmen, um die Schüler öfter PCR zu testen, wenn das Testsystem jetzt schon zusammengebrochen ist?
Was helfen die PCR-Tests, wenn sie erst nach Tagen Ergebnisse nachweisen - denn von 24 Std. sind wir schon österreichweit entfernt.

Es gibt nur mehr wenige Labore in Wien, die noch innerhalb von 24 Std. Ergebnisse liefern, da aber nun wegen den überlasteten Laboren in den Bundesländern vermehrt Tests nach Wien geschickt werden, ist auch hier mit verspäteten Ergebnissen zu rechnen.

Theoretisch gewollt und praktisch umsetzbar - dazwischen sind Welten.

Wir brauchen JETZT und SCHNELL Entlastung, denn die jetzigen Infektionszahlen schlagen erst in 1-2 Wochen in den ICU-Stationen ein.

Noch länger beraten und zögern kostet Menschenleben.

regiro
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@rehlein

Ja, das Infektionsgeschehen bei Kindern ist groß.
Doch wären von mir aus 85% der Erwachsenen geimpft, würden sich deren Infektionen trotzdem nicht auf die Intensivbelegungen auswirken, weil... genau : 90% von schweren Verläufen vermieden werden.
Wir werden mit dem Virus leben lernen müssen. Jemand, der sich nicht impfen lassen will halt mit dem höheren Risiko wirklich schwer zu erkranken.
Den Kindern den schwarzen Peter zuzuschieben nur weil man selbst zu doof/faul/ignorant ist, sich mit studiendaten auseinanderzusetzen oder sich zu informieren ist richtig unfair.

rehlein
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@regiro

Ich glaube, Sie haben meinen Kommentar vollkommen mißverstanden.

Weder möchte ich den Kindern den schwarzen Peter zuschieben, noch sie als "Virenschleudern" bezeichnen.

Und ja, die Kinder baden wieder mal aus, was die Erwachsenen zu verantworten haben.

Nur dzt. haben wir nichts von hätte, wäre, würde.....

Wir HABEN dzt eine extrem schlechte Situation, und diejenigen, die dzt. gar nicht geimpft werden können, sind die Kleinen - und bei denen rauscht die Infektionswelle grade so richtig durch.

Die Inzidenz dieser Altersgruppe betrifft dann auch durch Ansteckungen, die anderen Altersgruppen, von denen sich leider noch immer zu wenig impfen lassen, und die sind es aber, die dzt. hauptsächlich die ICU-Betten belegen.

Die einen KANN oder SOLLTE man noch nicht impfen, die anderen WOLLEN nicht.

Nun gibt es aber auch noch andere medizinische Notfälle als Covid - und die trifft es dann genauso, weil wenn kein ICU Bett mehr frei ist, dann ist es auch keines für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall oder sonst was.

Wenn man die Schulen offen läßt, ist das wie ein perpetuum mobile - und wenn Sie einen anderen Artikel zu diesem Thema gelesen haben: ein Bildungsexperte: wir haben keinen verlorenen Jahrgang.

Die soziale Komponente ist schwierig, ja, aber je mehr infizierte Kinder, desto mehr long covid wird es auch bei ihnen geben, und das MIS-C ist auch bekannt und kann lebensbedrohlich sein.

Mir wären gesunde Kinder lieber, die ein paar Wochen NICHT zur Schule gehen.

rehlein
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@regiri

WÄREN 85% der Erwachsenen geimpft - sind sie aber nicht.

Wir werden mit dem Virus leben lernen müssen - ja, gute Ansicht, aber wie wollen sie damit LEBEN, wenn sie keinerlei Behandlung mehr im Krankenhaus bekommen?
Wenn man es jetzt durchlaufen lassen würde - hätten wir in maximal 1 Monat kein einziges freies Bett mehr in KEINEM Krankenhaus - eventuell in ein paar Sanatorien, aber die werden die Schoten auch dicht machen, wenn nichts mehr geht.

Damit leben würde dzt. bzw. in Kürze heißen, dass das Gesundheitssystem bereits zusammengebrochen ist, und dann LEBT auch niemand mehr, weil dann stirbt man an einem Blinddarmdurchbruch als Beispiel, weil man nicht operieren konnte, bzw. keine Betten für egal welche Behandlung mehr hat.

Ich glaube es ist schwer zu verstehen, was es heißt, wenn das Gesundheitssystem für KEINE Behandlung mehr zur Verfügung steht - da wird ein gebrochenes Handerl zum Problem, weil im Gipszimmer wahrscheinlich auch schon Patientenbetten eingeschoben sind.

Wissen Sie, wie wir im Frühjahr gearbeitet haben?
Wir hatten Beatmungseinheiten aufgestellt in OP-Räumen, Aufwachzimmern, Vorräumen die zur Narkoseeinleitung dienen.

Und das Personal mußte anstatt normalerweise maximal 2 ICU-Pat. pro Pfleger, 4 und mehr betreuen - das gab es noch nie, und da wollen wir auch nicht hin!

1 Covid Int. Pat bindet 4 Stk. an Personal!
Normalerweise nur 2 pro Int. Pat.

Jetzt werden Pat. nach OP`s schon in Rehazentren verlegt um Personal in KH freizuspielen.

Gun125
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Irrtum

Der Gesundheitsminister will entgegen allen Fakten weitermachen, wie gehabt. Wennalles so toll ist, warum steigen danndie Infektionszahlen bei den 5-14-jährigen und bei den 15-24-jährigen seit Wochen. Dass durch diese Altersgruppe keine Eltern und andere Kontaktpersonen infiziert werden stimmt auch nicht. Fakt ist, im Vorjahr sind die Zahlen erst gesunken, als man bei den Schulen und UNIS etwas getan hat. Aber diese Ansage ist typisch für die Haltung der ÖVP in der Regierung. Die Rechnung zahlt der Bürger.

Gun125
1
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Richtigstellung

Gemeint ist der Bildungsminister.

bond007
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Schulen testen

Wenn das tägliche besten an den Schulen so toll ist warum wird dann nicht auch in den Betrieben täglich getestet? Dann hätte man einen super Überblick über das Infektionsgeschehen

chk89
8
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Betriebe testen

Weil das Unsummen kosten würde und die Erwachsenen das nicht so einfach mit sich machen lassen, wie die Kinder, die keine Lobby haben?

cleverstmk
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Unfassbar

Lebt Hr Fassmann hinter dem Mond??
Schulen und Klassen gesperrt, täglich neue Fälle.
Zusperren und distance learning
Und: Rücktritt des Hr BM wegen Unfähigkeit