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Maturareise nach KroatienSchwere Vorwürfe, missbrauchte Mädchen und ein festgenommener 19-Jähriger

Die Vorfälle rund um eine Maturareise des bekannten Veranstalters X-Jam zieht immer weitere Kreise: Rund 40 Mädchen sollen sich bereits beim Niederösterreicher gemeldet haben, der die Vorfälle über Soziale Medien publik machte. Der Veranstalter leitete"interne Untersuchungen" ein, auch die Polizei ermittelt.

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X-Jam 2021 in Porec © X-Jam
 

Dutzende Maturanten erheben in den sozialen Medien schwere Vorwürfe gegen das Sicherheitspersonal des Maturareiseveranstalters X-Jam. Der Niederösterreicher Bastian K. (18), selbst erst vor kurzem auf Maturareise in Porec, Kroatien, gewesen, hatte die Angelegenheit ins Rollen gebracht. Bei seinem Aufenthalt war ihm von den Vorfällen - die laut seinen Angaben von sexuellem Missbrauch, rassistischen Ansagen über den Einsatz von K.-o.-Tropfen bis hin zu Vergewaltigungen reichen sollen - erzählt worden. Seither sucht er über die sozialen Medien nach Betroffenen. Rund 40 Mädchen sollen sich seinen Angaben nach bereits bei ihm gemeldet haben.

Sanktionen gegen vier Mitarbeiter

"Die aktuell kursierenden Vorwürfe sind uns hauptsächlich durch Bastian K. und Kommentaren auf sozialen Medien bekannt. Vorfälle, die uns vor Ort bekannt gemacht wurden, sind durch ein eigenes Team bearbeitet worden. Bei diesen Vorfällen ging es definitiv nicht um eine angezeigte Vergewaltigung", hieß es seitens des Veranstalters. Vier Security-Mitarbeiter seien des Areals - die Halbinsel Lanterna bei Porec in Istrien wurde eigens für die Großveranstaltung angemietet - verwiesen worden. Sie waren wegen "unangebrachter verbaler Äußerungen oder unverhältnismäßigem Verhalten" aufgefallen. "Die uns bekannten Vorfälle ereigneten sich in der zweiten Woche der Event-Maturareise und wurden umgehend sanktioniert", heißt es weiter.

Bei der "größten Maturareise Europas", zu der laut Veranstalter jährlich mehr als 10.000 Maturantinnen und Maturanten kommen, werden externe Securityfirmen eingesetzt, aus Kroatien aber auch aus Österreich. Seitens der beauftragten Securityfirmen sei Zusammenarbeit bei der Aufklärung der Vorwürfe zugesichert worden.

Veranstalter "sehr betroffen"

„Wir sind betroffen von den Ereignissen, die uns in den letzten Tagen bekannt wurden“, betont X-Jam-Eigentümer Alexander Knechtsberger. „Ich möchte ganz klar festhalten, dass wir unkorrektes, falsches und strafbares Verhalten in keiner Weise tolerieren“, so Knechtsberger weiter. „Wir haben unmittelbar nach den ersten Informationen begonnen, allen Vorwürfen akribisch nachzugehen und haben nun einen besseren Überblick über die Vorkommnisse.“

Knechtsberger weiter: „Die Vorfälle tun mir persönlich sehr leid. Im Namen unseres Unternehmens ersuche ich alle Betroffenen um Verzeihung! Selbstverständlich wurden und werden Mitarbeitende, die sich etwas zu Schulden kommen ließen, strengsten sanktioniert. Die konkreten Personen werden von uns umgehend angezeigt. Gleichzeitig ersuche ich alle Betroffenen, direkt mit uns Kontakt aufzunehmen." Eine Mitarbeiterin wurde eigens dafür abgestellt, sie ist unter christina.reinbacher@x-jam.at erreichbar.

Außerdem sollten Betroffene laut Knechtsberger natürlich auch Anzeige erstatten. Damit so etwas nicht mehr passiert, werden bereits das gesamte Sicherheitskonzept der Großveranstaltung überarbeitet.

19-Jähriger unter Tatverdacht

"Zwischen 20. Juni bis 10. Juli 2021 gingen bei uns zwei Anzeigen wegen Belästigungen ein. Am 7. Juli soll ein 19-Jähriger eine junge Erwachsene auf dem Festival vergewaltigt haben", bestätigt die kroatische Polizei, die Ermittlungen eingeleitet hat. Allerdings soll es sich bei dem 19-Jährigen, der kurze Zeit sogar in Polizeianhaltung gewesen war, nicht um einen Security-Mitarbeiter handeln. Sowohl Opfer als auch Täter seien österreichische Staatsbürger und waren wegen der Matura-Reise in Kroatien, so die örtliche Polizei.

Verfahren an Österreich abgetreten

Wie das Außenministerium erklärte, klickten für den Verdächtigen am 7. Juli die Handschellen. Am darauf folgenden Tag wurde der 19-Jährige einem U-Richter vorgeführt, der die Enthaftung des Burschen anordnete und zugleich die strafrechtlichen Ermittlungen an die österreichischen Behörden abtrat. Der 19-Jährige konnte Kroatien verlassen, er trat unverzüglich die Heimreise an, wo nun die zuständige Staatsanwaltschaft - maßgeblich dafür ist der Wohnsitz des 19-Jährigen - ein Inlandsverfahren einleiten wird.

 

 

Kommentare (31)
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styrianprawda
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Oh, was jetzt?

Den div. Kommentaren der letzten Jahre zu Folge machen Autochthone sowas doch nicht, nur Zugereiste?

FRED4712
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es geht auch anders....

nach meiner matura waren wir zu 8 mann in porec.....in dieser woche war kein einziger von uns jemals besoffen, schon garnicht bekifft.....aber das ist halt lange her, da waren maturanten wohl noch etwas anders unterwegs

catalanman
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8 tage ohne...

... besoffen? das ist dann aber für eine maturareise auch ganz schön traurig :)

im ernst, das wäre jetzt eine ganz andere diskussion. veranstaltungen wie x-jam ziehen nunmal, das kann man den jungen leuten wohl kaum vorwerfen. und ob nun besoffen, bekifft oder auch nicht - die übergriffe der security sind ja nun auch nicht "schuld" der maturantinnen! wenn sie das buchen und zahlen, haben sie natürlich auch das recht, gerade dort auf einem abgeschlossenen gelände keine probleme zu kriegen! meine tochter war auch beim x-jam, hat unmittelbar vom verhalten einiger security-mitarbeiter berichtet, wenn sie mit ihrer gruppe auch glück hatte, nie direkt zeuge oder gar opfer solch schwerer übergriffe geworden zu sein

anonymus21
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Security Firmen

Sind leider mitunter ein Sammelsurium für die unterste Schublade. Nicht alle, aber viele. Früher hieß es mal abwertend - "wer gar nix kann, geht zur Post oder zur Bahn"... Heute sinds die Security Firmen, und dort wo es unser BP in seiner BR Abschiedsrede gesagt hat.

anonymus21
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korrigiere

Es war seine Abschiedsrede im Wiener Landtag

diss
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Ich werde meine Kinder

diesem Unternehmen nicht anvertrauen! Keine Buchungen mehr bei solchen Veranstaltern ist mein Vorshlag.

hansi01
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Maturaten sind meist volljährig

Sie können mit ihren jungen Erwachsenen reden, aber anvertrauen können sie nicht mehr.
Loslassen muss man können.

Patriot
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Nur Unreife fahren ins Ausland,

um dort sich kollektivem Saufen hinzugeben!

Mein Graz
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@Patriot

Hm. Und die Reifen bleiben in Österreich, um sich kollektivem Saufen hinzugeben?

Ich kenn mehr als genug Alte, die im In- und Ausland kollektiv saufen. Sind natürlich alle unreif, die das nicht in Österreich tun...

Patriot
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@Mein Graz: Damit wollte ich ausdrücken,

dass viele trotz bestandener Reifeprüfung wenig Reife zeigen.

Mein Graz
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@Patriot

Naja, was du ausdrücken WILLST und das was du tatsächlich schreibst sind 2 Paar Schuhe.

Und auch diese "Argumentation" von dir ist missverständlich, denn du schreibst hier von "bestandener Reifeprüfung", trotz derer diese Leute wenig Reife zeigen.
Dann müssten doch Ältere mit Matura weniger saufen, sind sie doch erfahrener und müssten "reifer" sein - was häufig nicht der Fall ist. Schau dir mal an, wer etwa in Kroatien in den Riesen-Discos unterwegs ist und sich dort hemmungslos dem Alkohol hingibt, das sind kaum 18-jährige, da sind auch 35+ dabei.

M.E. sollte es das Vorrecht der Jugend sein, über die Stränge schlagen zu können, ohne dafür ständig gemaßregelt zu werden. Ich habs in meinen jungen Jahren auch gemacht, und die "heutige Jugend" sollte das genau so dürfen und dabei nicht ständig auf Unverständnis derjenigen stoßen, die ihre eigene Sturm- und Drangperiode vergessen oder verdrängt haben.

styrianprawda
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@Mein Graz

Ja, ja, ja, da hängen Sie jetzt aber Ihre "intellektuelle Aufgeklärtheit", mit der Sie demonstrieren wollen, dass Sie "über dem bourgeoisen Durchschnitt stehen", ganz heftig hervor!
ROFL

checker43
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@Mein Graz

Patriots Aussage schließt auch Ältere mit Matura nicht von den Unreifen aus. Und als Alternativen zum kollektiven Saufen im Ausland gibts mehr als kollektives Saufen im Inland.

Mein Graz
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@checker43

Naja, vielleicht bin ich übersensibel.

Wenn ich allerdings so einen Satz lese "Nur Unreife fahren ins Ausland, um dort sich kollektivem Saufen hinzugeben!" und das bei einem Artikel, in dem es um Maturareisen geht, die man üblicherweise mit etwa 18 Jahren unternimmt, stellt sich mir die Frage, ob hier tatsächlich Personen im "reiferen" Alter, also etwa ab 22+ 😁, gemeint sind.

checker43
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Mein Graz

Bezogen war die Aussage natürlich in erster Linie auf die jungen Leute. Die Aussage schließt aber die nur von Ihnen ins Spiel gebrachten Älteren nicht aus.

wischi_waschi
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Katastrophe

Ich kann ein Lied singen von der Maturafeier meines Sohnes. ( nicht Reise)
Die Jugend war total besoffen, darunter leider auch sehr viele Mädchen.
Ich , war so entsetzt das ich am Montag den Schuldirektor anrief und mich beschwerte.
Antwort, ist nicht mein Problem , hat die Jugend organisiert. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.
Ja, am Kopf fängt alles an zu stinken, dieser Herr hat auch die Rede geschwungen, bei der Maturafeier , hat natürlich gesehen was da abgeht.
Verantwortung übernimmt hier leider keiner mehr..........
So geht das halt immer weiter, es wird sich nichts mehr ändern , wen wir nicht dazu bereit sind was zu ändern.
Man bedenke das ist nun fast 10 Jahre her.
Kann mir vorstellen das es heute noch schlimmer ist.

Tomy9876
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Matura

Matura heißt ja Reifeprüfung. Wenn sinnloses Besaufen Reife ist, läuft etwas falsch.

daberni
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Eltern

Ich weiß das mag ihnen jetzt nicht gefallen aber der Direktor hat völlig recht, und es ist völlig egal ob das nach der Matura ist oder bei jedem x-beliebigem anderem Fest. Jugendliche besaufen sich nunmal manchmal. Wenn man das als Elternteil nicht will sollte man sich wohl selber an der Nase nehmen und über die Erziehung nachdenken. Im Endeffekt hat man selbst das Kind so erzogen. Die Schuld immer bei den anderen zu suchen ist natürlich einfacher.

Patriot
1
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Da die Maturafeier

üblicherweise nach dem Überreichen der Maturazeugnisse stattfindet, hat sie mit der Schule nichts mehr zu tun!
Die Verantwortung dafür liegt also nicht mehr beim Direktor!

kukuro05
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der Schuldirektor hatte Recht!

Den Menschen heutzutage wird jede Möglichkeit geboten sich zu bilden, zu reifen, Verantwortung zu übernehmen - auch Eigenverantwortung.
Wenn Menschen ihr Heil darin sehen sich zu ruinieren dann sollen sie es tun.
Junge Menschen wollen alle Rechte, können sie eh haben, aber sich zu benehmen wie ein zivilisiertes Wesen sollte da auch möglich sein. Wenn nicht, SSKM!

calcit
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Also mit dem „Saufen“ stehen die Mädchen den Burschen…

…mittlerweile auch nichts nach…

FRED4712
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und mit allen anderen

dummheiten auch nicht.....beim tätowieren vermutlich sogar voraus.....meine damen; wenn sie ein mann wegen tatoos liebt...finger weg, der kerl ist unterbelichtet

MEHRGE
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Finger Weg!

Finger Weg von diesen Veranstaltungen.
Vor Jahren arbeitete ich als Skipper bei Turn-On für die Firma DocLX Travel Events GmbH.
Die Veranstalter sind Verbrecher, da wundert es mich nicht, dass so viel passiert.
Das mit dem Rassismus kann ich bestätigen, die Kroatischen Mitarbeiter wurden wie der letzte Dreck behandelt. Uns ging es nicht besser, eine 16 Jährige Mitarbeiterin wurde, weil sie krank wurde und nicht mehr arbeiten konnte, einfach auf der nächsten Insel Ausgesetzt. Mit müh und not organisierte sie eine Mitfahrgelegenheit nach Splitt wo sie von Ihrer Mutter abgeholt wurde.
Selber erkrankee ich nach 2 1/2 Wochen und musste auch gehen. Zum Glück befanden wir am Festland. Die Nacht verbrachte ich am Strand unter freien Sternenhimmel ohne Decke.
Heim kam ich in dem ich in einen der Reisebusse als blinder Passagier mit fuhr.

anonymus21
1
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Aaaber

Die bei DocLx wirken ja alle so seriös und ihre Mitarbeiter "....sollen ihre Tätigkeit bei DocLX im besten Fall nicht als Job, sondern als Berufung sehen." Direkt von der DocLx Homepage. 4sure... :D

aToluna
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Missbrauchte Mädchen

Wo sind die Kommentare? Keine Afghanen, halt NUR Österreicher, wir dürfen das. Wahrscheinlich selber schuld. Und auch nur Vermutungen, wie schön, wird sich sicher alles aufklären lassen.

glashaus
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Toluna?

es gibt nichts schönzureden. Strengste Strafen sind angebracht. Als Österreicher eben in Österreich und als Afgane eben in Afganistan. So ist es eben, auch wenn Toluna lieber alles in Österreich hätte.

 
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