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CoronavirusManche Schüler verlieren ein ganzes Jahr

Der Corona-Herbst fordert Österreichs Schulen. Eine Studie zeigt, was nun fehlt und dass einige Schüler stark abgehängt werden.

Girl wearing mask in school opening classroom door
© Getty Images/Westend61
 

Maskenpflicht, temporäre Schulschließungen, Hygienekonzepte, Distance Learning, Verdachtsfälle – Österreichs Schulen sind in diesem Corona-Herbst sehr gefordert. Die Pädagogische Hochschule Zug in der Schweiz hat im Rahmen des Schul-Barometers Interviews mit Schulleitern im deutschsprachigen Raum über die derzeitigen Herausforderungen geführt. Es sind "hohe Ansprüche, aber sehr unterschiedliche Ausgangssituationen", die Schulen derzeit zu bewältigen haben, resümieren Studienautor Stephan Huber und sein Team. Vor allem die Umsetzung der Hygienevorschriften, der Umgang mit Infektionen an den Bildungseinrichtungen sowie die angespannte Personalsituation und oft fehlende Ressourcen würden Sorgen bereiten.

Auch in Sachen Distance Learning sei die Ausgangssituation an den heimischen Schulen sehr unterschiedlich – bei der Hard- und Software, den Konzepten und auch der Kompetenz. Man habe zwar den Sommer genutzt, um zu lernen, jetzt aber „werden klare Mindest- und Regelstandards benötigt, die Verlässlichkeit bei Schülern, Eltern und Lehrkräften schaffen", erklärt Huber. Hier seien auch die Länder mit ihren Bildungsdirektoren und der Bund gefordert, aber auch der Schulerhalter, denn Österreichs Schulen seien technisch sehr unterschiedlich ausgestattet. "Es braucht hier Investitionen und zielgerichtete Maßnahmen", stellen Huber und sein Team nach den Interviews fest. Denn: "Wir können die Anforderungen nicht allein vor Ort lösen", so der Tenor der Befragten. "Schulleiter brauchen hier Unterstützung mit, im und vom System", sagt der Studienleiter.

Schul-Barometer

Im Rahmen von zwei Vertiefungsstudien des Schul-Barometers „COVID-19 und aktuelle Herausforderungen in Schule und Bildung“ wurden von der Pädagogischen Hochschule Zug aktuell Interviews mit Schulleitern in Deutschland, Österreich und der Schweiz
geführt. Mehr Infos unter www.schul-barometer.net

"Es gibt Herausforderungen, die durch Covid-19 noch verstärkt wurden und sich wie durch ein Brennglas zeigen", erklärt Huber – etwa die Raum- und Personalknappheit und die Digitalisierung im Präsenz- und Fernunterricht. Verschärft zeigt sich diese Situation in sogenannten "Brennpunktschulen" – sprich etwa an Schulen mit einem hohen Anteil an Schülern aus sozial benachteiligten Familiensituationen. Dort gibt es eine große Anzahl an Schülern mit besonderem Förderbedarf. Die Befragten bemerkten, dass der Sprachkompetenzverlust bedenklich war, und der Lernrückschritt bei einigen Schülern ein ganzes Jahr betragen dürfte. Schulen sind hier besonders belastet und gefordert. „Es darf nicht nach dem Gießkannenprinzip vorgegangen werden, sondern gezielte Unterstützungen sind nötig,“ lautet das Fazit von Huber.

Doch es gibt nicht nur negative Seiten unter den Begleiterscheinungen der Pandemie: Viele befragte Schulleiter würden die Krise auch als Chance verstehen. "Jetzt können wir Schule neu denken", so der Tenor der befragten Schulleitungen. Huber erkenne Bereitschaft an Innovationen in einem guten Maß. Gerade mit dem digitalen Wandel kann das "Lernen mit Technologie" die individuelle Förderung der Schüler sowie "über Technologie" das Wissen über Digitalisierung bei den Schüler gefördert werden.

Kommentare (24)
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Tyche
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Eigentlich glaube ich sowieso,

dass das einzige, wobei Schüler jetzt uU. ein ganzes Jahr verlieren,
im Gegenstand IWAH-UDS ist: Ich will alles haben – und das sofort!

Und bei den Eltern:
Steh endlich auf – da hast 5 Euro fürn Kebab und eine Cola – und jetzt geh schnell in die Schule – und bleib da bitte möglichst lange!

Und zudem stelle ich hier die verwegene These auf, dass – wenn alle Kids während des Lockdowns jene Zeit, in der sie fern gesehen, gewhatsappt oder am PC geballert haben – gelesen, oder mal die Grundrechnungsarten ohne Taschenrechner gepaukt hätten, man der nächsten Pisa-Studie gelassen entgegenblicken könnte …

Okay – ich weiß schon – wie soll´s die Mama bzw. Papa schaffen, ihrem Sohnemann oder ihrer Tochter das Hdy mal wegzunehmen, wenn sie selbst andauernd online sind oder in die Glotze starren - und das einzig bedruckte Papier im Haus Werbung, oder ein Dekor auf der Klopapierrolle ist …?!

Aleister
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Liebe Schüler,

ihr könnt auch ohne abgeschlossene Ausbildung Bundeskurzler werden.

rebuh
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Allerdings, wenn ihr wollt bei solchen Massenbesäufnissen mit Champagner

Um x tausende Euro, wie in Ischgl dabei sein, geht ohne Ausbildung nichts!

Tyche
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Jeder kann sich den wohl besten Lehrer nachhause holen – das Buch.

Ich kann mich noch gut an das erinnern, was uns damals in der Hauptschule unser Deutschlehrer sagte: Kein D-Lehrer in der Schule kann so gut sein, wie ein gutes Buch, das zuhause am Nachtkasterl auf mich wartet. … Aber das spielt´s eben schon lange nicht mehr.
Abgesehen davon, dass heute schon Elterngenerationen am Werkeln sind, die selbst (anonym) rezeptive Analphabeten sind – also schon kulturtechnisch den Kindern gar nichts mehr vorlesen könnten – würdest heute in unzähligen Stuben vermutlich vergeblich ein Buch suchen.

Dafür spielt der Papa mit dem Kevin zusammen „Ego-Shooter“ – und die Marie-Chantall hört von der Mama stundenlang „… wart a bisserl!“, weil die grad mit ihrer Freundin schon zweieinhalb Stunden telefoniert, oder diese vollkommen in einer Whatsapp-Session mit ihrer Cafehaus-Runde abgetaucht ist.

Und weitläufig hat sich mittlerweile dies in der Gesellschaft verankert, dass die Kinder vom Schuhezubinden und Bitte-Danke-Sagen im Kindergarten – bis zur sebstverständlichen Matura alles den Bildungsinstitutionen hinschiebt. Beim Kindermachen hat´s ja noch gut funktioniert – aber dass aus den Kleinen dann auch was wird, da sind gefälligst die Tanten und die Lehrer zuständig. Und wenn´s dann doch nicht so flutscht, dann ist Kritik nach außen flott zur Hand – aber Selbstkritik unbekannt.

9ecdf020284218c158b6a22199d95d45
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Also wieder nicht auf den Inhalt des Artikels eingegangen, aber groß rumpupen.

Na ja, bei Dir reicht's wohl leider auch nur zum Überschriftenlesen. Hättest den Rat Deines Deutschlehrers mal besser beherzigen sollen!

Balrog206
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Tichi

Ist das bei dir zu Hause so , da du so genau Bescheid weißt !

Tyche
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Komisch – ich schreib irgendwo was von …

Analphabet – und schon bist da – hm?!

Und nein – wie du ja eigentlich wissen müsstest, seh ich selten fern, weil ich lieber mit Kindern Balli-spiele …

Lepus52
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Es gibt auch Schulen,

die für die digitale Welt bestens gerüstet sind und immer, sowohl personell als auch von der Infrastruktur auf dem neuesten Stand. Über diese Leuchttürme wird wenig berichtet. Man soll auch nicht von Problemen einzelner Schüler und deren Eltern auf die Allgemeinheit schließen. Die Modularisierung verhindert unnötiges Wiederholen, wenngleich der nicht "verdaute" Stoff nicht geschenkt wird und nachgebracht werden muß. Wissen ist auch eine Holschuld des Lernende und nicht nur eine Bringschuld der Schule .

ReinholdSchurz
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Bitte, um ihren Zugang zur Schule🙋🏻‍♂️

Sind Sie Elternteil, Schüler oder Lehrer?
Objektiv und bitte keine Antwort vom Hören sagen, danke🤷🏻‍♂️

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Oh, dabei gab es doch im Sommer Jubelarien, dass Österreich das Home-Schooling so erfolgreich gemeistert habe.

Da gab es ein paar Wochen vorher von unserer Schule einen mehrseitigen Fragebogen einer Universitätsstudie, wo gefragt wurde, wie man mit dem Home-Schooling zurecht kommt.

Verschickt gegen 17:00 Uhr, Abgabe des Fragebogens bitte noch am selben Abend (!) bis 24:00 Uhr.

Diese Woche kam ein Email bzgl. erforderlicher Laptops. Wieder am späten Nachmittag geschickt, Deadline der nächste Tag um 8:30 Uhr.

Es gibt sicher Eltern, die nicht ständig Emails checken (können).

ReinholdSchurz
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System 0815

Der Virus ist da bloß eine erbärmliche Ausrede, ich kann aus eigener Erfahrung sagen, das der Lehrkörper im Normalunterricht komplett überfordert sind und jetzt in der Corona Zeit eine Katastrophe ist.
( HLW 5 Jahrgang Matura der Tochter ).
Das sogenannte Home schooling ist der pure Wahnsinn der Lehrer bombardiert die Schüler mit Lernstoff nach Vorgabe, Unterstützung ist sowieso nicht gewollt.
Taktik friss oder stirb was unweigerlich in die teure Nachhilfe führt, wobei es passieren kann das, dass Lernziel trotzdem nicht erreicht wird, weil ganz einfach der Lehrer aus seiner eigenen Sturheit heraus entscheidet und nicht akzeptieren kann das man auch einen anderen Weg zum Lernerfolg gehen kann.
Der Weg ist nicht der gleiche und Umwege passen nicht ins Programm, wobei jeder Lehrer/in anders unterrichtet, Einheitlichkeit ist da fehl am Platz. Die Schüler die Heuer im Corona Jahr die Matura schaffen bekommen zu ihrer Leistung noch einen Orden oder ein extra Plus in ihren Abschluss 💪🏻🤔👍

gb355
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na ja

einen Orden,weil ihre tochter dabei ist????
Ist eigentlich schon impertinent,
was Sie da über Lehrerinnen und Lehrer im Normalunterricht von sich geben, was???

CloneOne
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Rot Schwarz

haben auch Jahrzente genau Bildungseinrichtungen und im Gesundheitswesen eingespart um ihre Prestige Projekte durchziehen zu können. Ausbaden dürfen das wir und die Folgegenerationen. Danke
Blau und Bildung passen sowieso nicht zusammen also lassen wir das gleich! Der Gesalbte wartet schon gespannt auf seine ThinkTank Beratung in der Causa um dann als Maria Theresia des 21.Jahrhunderts feiern zu lassen. So eine ThinTank Einrichtung ist zb so ein Prestigeorojekt.

Tyche
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Mein Gott, die armen Kleinen –

was wird aus denen wohl mal werden, wenn sie jetzt vielleicht noch einmal in der Schule nichts mehr lernen können?! … Abgesehen vom Trauma, das sich sowieso schon seit dem März immer mehr in den Psychen unserer lieben Kleinen festsetzt … schnüff … schnäuz!

Apropos *Trauma* - ja - wenn ich als Kind in irgendeinem Dorf leben muss, wo´s nichts zu essen gibt und hin und wieder mal irgendwelche Rebellen zum Massakrieren und Vergewaltigen vorbeikommen – oder ich in irgendeinem Flüchtlingslager dahinvegetiere – oder in irgendeinem Slum von den Alten zur Kinderarbeit verkauft werde … ja – da bekommst wohl ein ordentliches Trauma ab!

Aber vielleicht geht es da bei uns um ganz was anderes? … Vielleicht *trauma* uns heute schon gar nicht mehr unseren lieben Kleinen mal die Handys, PCs und Konsolen wegzunehmen und ein Buch in die Hand zu drücken? … Vielleicht *trauma* uns selbst gar nicht mehr einzugestehen, dassma selbst schon Analphabet ist und gar kein Buch mehr zuhause ist, dassma dem lieben Kleinen in die Hand drücken könnte? … Vielleicht *trauma* uns auch nicht einzugestehen, dass was passieren wird, wenn die lieben Kleinen noch länger zuhause sind und uns fertig machen, weil Mama und Papa schon längst das Erziehungsbesteck abgegeben haben?!

krautundrüben
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Danke @Tyche

Vielen Dank für ihren Kommentar!

Shiba1
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So ist

Leider

gb355
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na ja..

.....ist schon was Wahres dran!

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Haben Sie den Artikel überhaupt gelesen, Tyche?

Auf den Inhalt gehen Sie nämlich nicht ein. Stattdessen lassen sie Ihrer kinderfeindlichen Suada freien Lauf. Wahrscheinlich sind Sie ja Mr. Perfect, aber Kinder haben Sie sicher nicht.

Tyche
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„Kinderfeindlich?“ … hahaha …

Hast wohl das Posting nicht genau gelesen – bzw. nicht gecheckt?! … Na ja – vielleicht fühlst dich als Elternteil angesprochen – die Kritik ging da ja wohl mehr in diese Richtung.

selbstdenker70
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...

Beim Thema Schulen wird uns bezüglich Technologie, Breitband, Gebäude aus den 70ern ect wunderschön aufgezeigt welche Prioritäten in den letzten Jahrzehnten in den Schulen geherrscht haben.

altbayer
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Lehrer

Es hängt von Einsatz und vom "WOLLEN" der Lehrer ab, ob die Schüler etwas lernen oder nicht!.
Ich merke es selbst bei den eigenen Kindern.
Ein Kind im Gymnasium, in diesem Schuljahr Matura - junge, engagierte Professoren - da gab es während des letzten Schuljahres nie einen Durchhänger - die Tage waren mit Lernen ausgefüllt - es wurde alles über neue Medien erledigt.
Ein Kind an einer HTL (Elektrotechnik) - den Professoren war die Zeit des Homelearnings so richtig egal - es gab kaum Aufgaben und Lehrmaterial - für die Schüler gab es haufenweise Freizeit. Es darf auch keine Ausreden geben, als Elektroniker müssten die Lehrer eigentlich Fachleute für modernen Medien sein. Vielleicht liegt es auch daran, dass die meisten Lehrkräfte nebenbei eine Firma betreiben und ihre Energie da hinein legten.
Nur an berufsbildenden höheren Schulen bilden wir unsere Fachkräfte der Zukunft aus, der Lehrstoff sollte doch aufbauen und mit der Matura eine Ausbildung für das Berufsleben abgeschlossen sein.

FritzTheCat
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und dem Einsatz der Eltern

ebenso - zumindest bei jüngeren Jugendlichen und Kindern !

gb355
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na ja..

Sehr gut!
"Eltern sein"mit Vorbildwirkung, Respekt,
Liebe, Konsequenz etc. wäre das wichtig.
Viele Eltern haben dies aber selber schon nicht mehr mitgekriegt!
Die Schuld liegt aber nicht nur am " Berufstätigsein" beider Eltern,wie oft vorgeschoben wird, sondern am Verantwortungsgefühl,am Willen und am Interesse, den Nachwuchs zu verantwortungsvollen Menschen zu machen!

princeofbelair
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Stimme ich zu

und ergänze, dass es auch vom Einsatz und vom „WOLLEN“ der Schüler und Schülerinnen abhängt.