Es ist ein Brauch mit langer Tradition: das Aufstellen von Maibäumen. Doch in den vergangenen Tagen häuften sich Meldungen von heimlich umgeschnittenen Stämmen. Der aufsehenerregendste Fall ereignete sich im oberösterreichischen Steyr: Nach dem feierlichen Aufstellen am Abend des 30. Aprils vor dem Rathaus schlich die Landjugend aus dem benachbarten Wolfern auf den Stadtplatz, um den mit bunten Bändern geschmückten Baum zu stehlen. Während das Fällen noch gelang – und von den Jugendlichen selbst per Handyvideo dokumentiert wurde –, verhinderte dann die Polizei den heimlichen Abtransport: Die Beamten waren durch das Krachen des umfallenden Baumes auf die Tat aufmerksam geworden, die Inspektion befindet sich direkt am Platz. Letztlich mussten die Stadtbetriebe den schwer beschädigten Baum zersägen und transportierten ihn ab. Der Stadtchef, Bürgermeister Markus Vogl, schäumte: „Mit lustigem Brauchtum hat so eine Aktion nichts zu tun.“ Die Landjugend entschuldigte sich später und sorgte für Ersatz.