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AnalyseArnold Schwarzeneggers filmreife Verteidigung der Demokratie

Arnold Schwarzeneggers Videobotschaft zum Aufstand am Kapitol zeigt, wie sehr Entertainment-Industrie und Politik in den USA einander ähneln.

Bild aus dem Video, das Schwarzenegger am Sonntag veröffentlichte. © AP
 

Das Video dauert nicht einmal acht Minuten: Arnold Schwarzenegger sitzt an einem Tisch und analysiert den Aufstand am Kapitol und die Gräben in der US-Gesellschaft, die Donald Trumps Präsidentschaft vertieft hätten. Schwarzenegger zieht den Vergleich mit der Nazizeit: „Es fängt mit Lügen, Lügen, Lügen an. Und mit Intoleranz.“ Er vergleicht die zerberstenden Glasscheiben am Regierungsgebäude in Washington mit jenen der „Reichskristallnacht“. Am Ende solcher Prozesse stehe der Verlust der Demokratie. „Nicht alle damals waren Nazis und Antisemiten, sondern Mitläufer.“ Schwarzenegger betont, dass er, der 1947 Geborene, selbst an den Folgen des Nationalsozialismus und Krieg gelitten habe. Sein Vater sei einer jener Männer gewesen, die versucht hätten, sich das Trauma des Weltkriegs wegzusaufen: Seelisch und körperlich versehrte Menschen, die der Familie gegenüber handgreiflich wurden.

Schwarzenegger: „Ich habe es meinem Vater gar nicht übel genommen, weil ich gesehen und gehört habe, dass überall in der Nachbarschaft das gleiche passiert.“ Schwarzeneggers eindrucksvolle Bewältigung persönlicher Vergangenheit ist nur Nebenaspekt des Videos, das mit einer Beschwörung der ureigensten amerikanischen Stärken schließt: dem unerschütterlichen Glauben an die Demokratie und daran, Probleme überwinden zu können.

Kommentare (7)
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zweigerl
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Mit dem Bihänder

Alle Attribute einer höchst zweifelhaften Massenrhetorik vereinigt Schwarzenegger in sich: Simplifizierung, aggressive Botschaften, kommandierte Zuversicht. Wer war darin noch schnell der Meister des 20. Jahrhunderts? Auch der Zeitpunkt dieser hieb- und stichfesten Philippika für die Demokratie ähnelt dem Showcharakter des Catchens. Wir hauen noch einmal auf den am liegenden Gegner, das Publikum johlt. Alles muß bei dem super sein, auch das globale Engagement für die Botschaft "We'll save the world!" Ach, Arnold.

CIAO
3
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ach ja

ich hab ihn mal kennengelernt, so um 1960-1965 . Ein Showman war er schon damals.
Das dieser mal ein US Gouverneur wird? Unglaublich, aber wahr.

Die Show must go on

Georg.Lenger
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Hut ab

Auch wenn die Aufmache sehr nach Hollywood aussieht und der Einsatz des Schwertes als Symbol schon sehr komisch anmutet, zolle ich den Worten des Republikaners Schwarzenegger doch großen Respekt und denke, dass sie ein Beitrag zur Beendigung des gesellschaftlichen Spaltungsprozesses sein können.

Hgs19
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Ich verstehe nicht...

... warum man dem Arnie Medienberichte schenkt, wo er doch in beleidigender Weise den Ehrenring an die Stadt Graz zurückgeschickt hat.

Alfa166
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Was war daran beleidigend von Arnie?

Sie Stadt Graz war ihm gegenüber beleidigend. Es wurde ihm unterstellt , dass er als geborener Österreicher, zu Unrecht die Todesstrafe in seiner Zeit als Gouverneur von Californien einsetzt. Nun war der Gute Mann aber Gouverneur in Californien und nicht Labdeshauptmann der Steiermark, also kann man ihm doch nicht ein unmoralisches Verhalten gegenüber seinem Heimatland vorwerfen, wo er die österreichische Staatsbürgerschaft schon längst abgegeben hatte und als californischer Gouverneur eben das Recht seines Bundesstaates umsetzen zu hatte.

GustavoGans
2
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Da war nichts

Beleidigendes dabei.
Arnold Schwarzenegger hat vielmehr das getan, was jeder vernünftig denkende Mensch getan hätte.
Oder hätten Sie in seiner Situation an dem Ehrenring festhalten?

Steirer79
2
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Bevor

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