Geriebene Haselnüsse sind eine Grundzutat bei vielen beliebten Weihnachtskeksen, meist werden dabei fertig abgepackte Produkte aus dem Supermarkt verwendet. Die Arbeiterkammer Oberösterreich wollte wissen, wie es um die Qualität der Angebote steht und ließ 12 Produkte im Labor auf Aussehen, Geruch und Geschmack prüfen sowie auf Bakterien- und Schimmelpilzbefall und giftige Aflatoxine untersuchen.

Bei der Hälfte der Proben wurden sensorische Abweichungen festgestellt, welche nicht zwingend zu einer Abwertung führten. Bei zwei Produkten fiel den Expertinnen und Experten ein dumpfer, muffiger, ranziger Geruch sowie ein bitter-ranziger, kratzender Geschmack auf, sodass diese Proben nur als wertgemindert beurteilt werden konnten.

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Bei einer Probe waren neben sensorischen Defiziten auch schwerwiegende mikrobiologische Mängel feststellbar. Der Gehalt an Enterobakterien lag über dem Warnwert, die Gesamtkeimzahl sowie die Menge an Schimmelpilzen über dem Richtwert. Die Probe wurde als nicht für den menschlichen Verzehr geeignet befunden. Bei zwei anderen Produkten wurden Mängel in Form von Enterobakterien über dem Richtwert festgestellt. Eine dieser Proben wies zusätzlich noch Schimmelpilze über dem Richtwert sowie eine mangelnde sensorische Qualität auf. Beide erhielten das Testurteil "wertgemindert".

Nüsse werden häufig von Schimmelpilzen befallen, welche unter Umständen giftige Stoffwechselprodukte wie etwa Aflatoxine bilden können. Diese weisen ein hohes krebserregendes Potenzial auf und können das Erbgut schädigen. Im Test wurden bei drei Proben Aflatoxine nachgewiesen. Da deren Gehalt jedoch unter dem Grenzwert der Kontaminanten-Verordnung lag, gibt es keinen Anlass zur Beanstandung.

Der Preis und die Herkunft

100 Gramm konventioneller Haselnüsse kosten durchschnittlich zwischen 1 und 1,70 Euro, Bio-Nüsse zwischen 2 und 4,10 Euro. Im Test schnitten sowohl höherpreisige als auch günstige Produkte einwandfrei ab. Dennoch zeigten sich auch unter den Bestplatzierten Qualitätsunterschiede. Ein eindeutiges "Sehr gut" erhielt nur das teuerste Bio-Produkt von Rapunzel.

Die geriebenen Haselnüsse im Test stammen vorwiegend aus der Türkei. Vier Anbieter lassen die Konsumentinnen und Konsumenten beim Herkunftsland jedoch im Dunkeln tappen. Denn, während bei ungeschälten Haselnüssen das Ursprungsland angegeben werden muss, ist die Herkunftskennzeichnung bei geriebenen Nüssen nicht verpflichtend.