Küchenwissen mit BissWarum essen wir weniger, wenn es heiß ist?

In der vierten Folge von "Küchenwissen mit Biss" widmet sich Molekularbiologe Fritz Treiber von der Universität Graz dem Thema Essen und Trinken bei hohen Temperaturen.

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Sommer, Sonne, leichte Küche © (c) Svetlana Kolpakova - stock.adobe.com (kolpakova svetlana)
 

Kaum ist der Sommer da, leiden viele von uns unter den hohen Temperaturen. Ein Hitzerekord jagt den anderen und wir fragen uns, ob der Klimawandel letztendlich auch bei uns angekommen ist. Kein Wunder, dass einem hierbei das „Essen“ vergeht.

Aber warum essen wir eigentlich weniger, wenn es so heiß ist? Diese Frage ist wissenschaftlich noch nicht endgültig geklärt. Je mehr sich die Außentemperatur unserer Körpertemperatur annähert, desto mehr muss sich unser Körper selbst kühlen.

Molekularbiologe Fritz Treiber bei einem seiner Kurse im Geschmackslabor der Universität Graz Foto © Uni Graz

Grundsätzlich produziert unser Körper Wärme, um die Körpertemperatur auf ca. 37 Grad Celsius konstant zu halten. An heißen Tagen wird nun weniger Energie gebraucht, um die Körpertemperatur konstant zu halten. Energie wird gespart und eine Zuführung über die Nahrung ist daher nur mehr im geringerem Ausmaße nötig.

Kühlen durch Schwitzen

Schwitzen ist die beste Methode, um den Körper abzukühlen. Wasser und teilweise Mineralstoffe müssen aber wieder zugeführt werden. Hier eigenen sich verdünnte Fruchtsäfte, Tees oder einfach nur Leitungswasser.

Zur Person

Fritz Treiber (43) wurde im US Bundesstaat Virginia geboren. Er studierte Molekularbiologie an der Karl Franzens Universität Graz, ist Kursleiter im Geschmackslabor und Koordinator für den Studiengang Ernährung, Gesundheit und Konsum.

Details zu den Kursen: geschmackslabor.at

Kalte Limonaden mögen auf den ersten Schluck erfrischend sein, führen aber dem Körper immens viele Kalorien zu, die er im Moment vielleicht gar nicht benötigt. Von Alkohol an heißen Tagen ist abzuraten. Des Teufels liebstes Kaltgetränk wäre hier der Radler. Aus ernährungsphysiologischer Sicht wahrlich ein Graus. Denn das Bier enthält von sich aus schon Kohlenhydrate und wird durch die Zugabe von Limonade noch versüßt. Das der Alkoholgehalt dabei halbiert wird, macht diesen Teufelstrunk dann auch nicht besser.

Wer ohne Bier nicht auskommt, darf ruhig zu einer alkoholfreien Variante greifen oder sich einen Soda-Radler gönnen. Das spart zumindest Kohlenhydrate ein.

Kaffee oder auch Energy Drinks erhöhen den Puls, was an heißen Tagen oft ein unangenehmes Körpergefühl mit sich bringt.

Was essen, wenn es heiß ist?

Welche Speisen gilt es zu bevorzugen, wenn die Temperaturen um die 35 Grad liegen, welche zu meiden?

Fett und besonders proteinreiche Speisen gilt es zu meiden, da sie dem Körper einiges beim Verdauen abverlangen. Obst und Gemüse sind hier die Speisen der Wahl. Eine herzhafte, kalte Gemüsesuppe (Gazpacho) oder ein griechischer Salat, können trotz Hitze den Gaumen erfreuen.

Muss man drei Mal essen?

Die klassische Dreiteilung in Frühstück, Mittagessen und Abendessen ist eigentlich schon lange nicht mehr Standard und auch aus wissenschaftlicher Sicht kein unbedingtes Muss. Eine Mahlzeit ausfallen zu lassen, ist kein Problem. In Spanien, Italien oder Griechenland wird die Hauptmahlzeit meist am Abend eingenommen, wo die Temperaturen schon wieder gesunken sind.

Bis zum Schlafengehen sollten nach einer üppigen Mahlzeit am Abend mindestens drei Stunden vergehen. Sonst ist der Schlaf durch die Verdauungsprozesse gestört. Die erhöhten Temperaturen sind ein zusätzlicher Stressfaktor was den erholsamen Schlaf in den Sommermonaten betrifft.

Deshalb, nicht auf die Flüssigkeitszufuhr vergessen und maßvoll essen und trotzdem genießen und die Hundstage können ohne Wehklagen kommen.

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