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Corona FaktencheckMehr Nutzen oder Risiko? Diese Impfstudie weist viele Mängel auf

Nachrichten und Studien rund um das Coronavirus verbreiten sich derzeit oftmals wie ein Lauffeuer. Ein genauer Blick zeigt aber manchmal, dass man die dargelegten Erkenntnisse einer Überprüfung unterziehen sollte.

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fake news; wahr; falsch
In der Nachrichtenflut stellt sich oft die Frage: Was kann ich glauben? © Markus Mainka - stock.adobe.com (Markus Mainka)
 

Eine wissenschaftliche Publikation sorgt aktuell für Aufregung und Jubel in impfkritischen Kreisen. Eine "Studie von fünf Universitäten" soll festgestellt haben, dass die Nutzen-Risiko-Bewertung bei Corona-Impfungen bisher überschätzt wurde. "Für drei durch die Impfung verhinderte Todesfälle müssen wir zwei durch die Impfung verursachte Todesfälle in Kauf nehmen", wird aus dem Artikel zitiert. Unter Wissenschafterinnen und Wissenschaftern ist dieser höchst umstritten.

Einschätzung: Die Publikation existiert wirklich. Methodisch weist sie allerdings erhebliche Mängel auf. Wissenschafter kritisieren die AutorInnen.

Die Studie wurde auf der Seite des Multidisciplinary Publishing Institute (MDPI) publiziert. Hinter der behaupteten Publikation von fünf Universitäten stecken in Wirklichkeit nur drei einzelne Wissenschafter.

Harald Walach ist ein deutscher Psychologe und arbeitete als Direktor des Instituts für transkulturelle Gesundheitswissenschaften an der Frankfurter Europa-Universität Viadrina. Er gibt in der Publikation drei Lehrstühle an, darunter die Medizinische Universität in Posen, die Universität Witten/Heidecke und das Change Health Science Institut in Berlin, ein von Walach selbst gegründetes Institut. Bereits in seiner Tätigkeit in Frankfurt wurde Walach laut Berliner Zeitung aufgrund pseudowissenschaftlicher Ansätze kritisiert.

Neben Walach ist auch noch ein Physiker von der Radioonkologie des Leopoldina Krankenhauses in Schweinfurt als Mitautor genannt sowie ein unabhängiger Datenwissenschafter, der keinem wissenschaftlichen Institut zugeordnet wird. Von fünf behaupteten Universitäten bleiben somit zwei über, darunter eine Gastprofessur. Virologen, Epidemiologen oder Vakzinologen finden sich unter den Autoren keine.

Die Studie ist unter Wissenschaftern umstritten. Das MDPI veröffentlichte bereits eine "Expression of Concern", eine Art Hinweis für Leserinnen und Leser, dass es Bedenken bezüglich der Publikation gibt. Die "ernsthaften Bedenken" beträfen vor allem eine Missinterpretation der Daten bzw. der Schlussfolgerung der Autoren. So seien die von den Autoren Impfstoffen zugeordneten Todesfälle inkorrekt und verzerrt. Der österreichische Virologe Florian Krammer, ein Mitherausgeber beim MDPI, erklärte als Reaktion auf die Veröffentlichung der Studie sogar den Rücktritt von seiner Rolle beim MDPI. 

Inhaltlich betrifft die Kritik vor allem die verwendete Zahl vermeintlicher Impftoter. Die Studienautoren greifen hierbei auf die Datenbank der European Medicines Agency (EMA) zurück, bei der Nebenwirkungen nach Impfungen dokumentiert werden können. Allerdings stehen die dort festgehaltenen Todesfälle nur in zeitlicher Nähe zu einer Corona-Impfung und keinesfalls automatisch in einem kausalen Zusammenhang.

Die Autoren versuchen auch einen Wert auszurechnen, wie viele Impfungen nötig sind, um einen Corona-Todesfall zu verhindern. Dazu beziehen sie sich auf eine israelische Impfstudie, die der Corona-Impfung eine hohe Effektivität bescheinigte. Daten zur Verhinderung von Todesfällen finden sich dort allerdings nur für Personen mit einer Impfung.

Außerdem umfasste die Studie nur rund 40 Tage, die volle Schutzwirkung der zweiten Impfung kann mit diesem Datensatz daher gar nicht eruiert werden. Somit ist die Schlussfolgerung der umstrittenen Publikation, dass die Impfpolitik aufgrund dieser Publikation neu überdacht werden müsse, sehr fragwürdig.

Kommentare (8)
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hhaidacher
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Impfstoff als Pandemie: Anstieg der Covid Todesfälle ab Impfbeginn in mehreren Ländern

Quelle TKP, der weltweite Studien, EMA und Co neutral recherchiert:
Es gibt nicht nur Ö, D und Israel!

"Die Inseln Antigua und Barbuda in der Karibik, die am 17. Februar mit der Impfung begannen, meldeten beide einen starken Anstieg der Todesfälle durch das Virus . "

"In Brasilien, wo die Impfungen seit dem 16. Januar verabreicht werden, sind die Todesfälle, die dem neuen Virus zugeschrieben werden, sprunghaft angestiegen. "

"Ein ähnlicher Anstieg ist in Paraguay zu beobachten. Das Impfprogramm begann am 21. Februar und die Zahl der Todesfälle stieg exponentiell an. Je mehr Impfstoffe verabreicht werden, desto mehr Todesfälle werden gemeldet."

"Malediven, Mongolei, Estland, Gibraltar, Indien, Balladesk und vor allem Israel sowie auch die Vereinigten Staaten melden ähnliche Daten. Wo auch immer die Impfung verabreicht wird, dort grassieren Tod und Krankheit.

Besonders deutlich erkennbar ist das auf den Seychellen:"

und vieles mehr. Schade, dass die KleineZeitung nur über ausgewählte Länder berichtet.

sprechecke
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Und wo ist der Zusammenhang???

Wenn Sie damit „nachweisen“ möchten, dass die Impfungen gefährlich sind, ist Ihnen das NICHT gelungen. 1) Der START einer Impfkampagne sagt nichts über deren Umfang aus. Wie viele Personen wurden geimpft? Zweimal?

2) Zeitgleich hat sich auch der Virus ausgebreitet. Starben die die zweimal geimpft waren (dann wäre ev. die Impfung schuld) oder die, die nicht geimpft waren (dann war es ev. der Virus)…

Ihre Zahlen sind genauso ohne Zusammenhang wie einem x-beliebigen Theaterstück, das zu Sommerbeginn startet, die Schuld zu geben für beim Baden ertrunkene Menschen.

Stemocell
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Interessanterweise

werden Aussagen von vom Mainstream ‚akzeptierten‘ Wissenschaftlern selten bis gar nicht derartig zerpflückt und hinterfragt. Kann mich nicht erinnern, jemals einen gesamten Faktencheck gelesen zu haben, wenn ein Dr. Drosten mal wieder irgendwelche Schreckensszenarien verbreitet, die sich dann nicht bewahrheiten.
Fakt ist: Wir werden niemals genau wissen, ob die Coronamaßnahmen nun einen großen Unterschied gemacht haben, oder nicht. Ganz einfach, weil es keinen Vergleich gibt. In der Wissenschaft würde man sagen, dass die Kontrollgruppe fehlt.

princeofbelair
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Woher haben Sie

die Information, dass andere Publikationen nicht überprüft werden?

thealexinator
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Peer Review

Pssst. Erschrecken Sie die Leute nicht damit wie echte Wissenschaft funktioniert

Shiba1
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Interessant:

Tote in zeitlicher Nähe zur Impfung stehen in keinem Zusammenhang mit der Impfung, wenn aber wer stirbt und innerhalb von 28 Tagen mit Corona infiziert (gar nicht erkrankt) war, zählt er als Coronatoter. Hätte man bisher Grippetote so gezählt, dann hätten wir Jahr für Jahr ein Pandemie gehabt.
So wird das alles einfach unglaubwürdig.

crawler
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Obwohl

Flugzeuge als die sichersten Beförderungsmittel gelten - wenn sie entsprechend gewartet sind - gibt es trotzdem immer wieder Tote. Genauso ist das bei allen anderen Dingen im Leben. Auch bei der Impfung. Aber: wieviel % der Bevölkerung sind das? Wieviele alte Leute sind vor der Impfung verstorben und wieviele jetzt? Staubkörnchen wird man immer irgendwo finden. Wieso sterben Menschen weil sie rauchen, oder trinken, obwohl sie die Risken genau kennen? Diese ganze Diskussionen betreffend Impfung sind für die Katz. Es ist sinnlos, jemanden von etwas überzeugen zu wollen, der seine festgefahrene Meinung hat. Da geht es nur darum, wer lauter schreien kann.

mocoro
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Wünschenswert

Es wäre wünschenswert, dass alle Studien zu diesem Thema mit solchem Argwohn betrachtet werden.
Das jeder Tote, welcher 28 Tage vor seinem Tod Corona hatte, als Coronatoter gezählt wird, ist auch als wirklich fragwürdig zu betrachten.
Aber so etwas wird überhaupt nicht hinterfragt.