Pollen, Gräser & Co.Was Allergiker in Sachen Covid-Impfung wissen müssen

Welche neuen Behandlungsarten es in Sachen Allergien gibt und was Allergiker bei der Covid-Impfung beachten sollten.

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1 Was müssen Allergiker in Bezug auf Covid-Schutzimpfungen beachten? Sollen sie die Impfung wahrnehmen?
ANTWORT: Grundsätzlich ist eine Allergie kein Ausschlussgrund für eine Impfung. Es ist aber angeraten, sich mit seinem behandelnden Arzt oder seiner Ärztin zu beraten. Durchläuft ein Patient, eine Patientin eine Immuntherapie, „sollte diese bei einem asymptomatischen Verlauf und negativen Tests nicht unterbrochen werden“, sagt Peter Tomazic, HNO-Experte der Med Uni Graz. „Bei einer positiv getesteten sowie symptomatischen Erkrankung sollte das Impfintervall angepasst werden.“ Ist eine Immuntherapie geplant, aber noch nicht im Laufen, sollte man mit dem Start bis nach der Covid-Impfung warten.

2 Wenn der Impftermin ansteht: Müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden?
ANTWORT: Bei einer Allergie muss auf eine Anaphylaxie, also auf eine akute, schwere Reaktion des Immunsystems, geachtet werden. Das bedeutet vor allem, dass die Nachbeobachtungszeit unmittelbar nach der Impfung bei Allergikerinnen und Allergikern verlängert wird: von 15 auf 30 Minuten. Hat man schon einmal einen allergischen Schock durchgemacht, sollte dies der/dem impfenden Ärztin/Arzt unbedingt mitgeteilt und das genaue Vorgehen besprochen werden. Auch um für den Fall des Falles ein Anaphylaxie-Management vorzubereiten.

3 Kann ich eine Allergie bzw. den Ausbruch einer solchen durch eine Form der Prävention verhindern?
ANTWORT: Es wäre schön, wenn es diese eine Prävention gäbe, die Allergien verhindern kann. Alleine das ist nicht möglich. Wichtig ist vielmehr, um die Allergie im Zaum zu halten, dass eine frühe Diagnose gestellt und die Behandlung abgestimmt wird. So kann das Fortschreiten verhindert oder zumindest verlangsamt werden. „Das trifft vor allem zu, wenn Allergien in der Familie liegen“, sagt Tomazic.

4 Wie sollte man sich verhalten, wenn man eine Allergie vermutet?
ANTWORT: Heuschnupfen äußert sich meistens mit Symptomen, die einem grippalen Infekt sehr ähnlich sind: verstopfte oder rinnende Nase, vermehrter Niesreiz, Kratzen im Rachenbereich, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Im schlimmsten Fall kann es auch zu Atembeschwerden kommen. Zusätzlich klagen Betroffene über tränende und juckende Augen oder Hautausschläge. „Das Auftreten solcher Symptome sollte stets mittels Allergietest beim Arzt abgeklärt werden, um die genauen Auslöser, also die Allergene, zu identifizieren und somit rasch mit der individuellen Behandlung beginnen zu können“, sagt Apothekerin Julia Meschik.

5 Wann ist eine Immuntherapie notwendig?
ANTWORT: Eine Immuntherapie oder Hypersensibilisierung ist dann angezeigt, wenn der Leidensdruck zu groß wird und diverse antiallergische Behandlungsmöglichkeiten keine ausreichende Linderung der Symptome mehr zeigen. Generell wird eine Immuntherapie besonders bei allergischem Asthma oder bei anaphylaktischen Reaktionen auf Insektengifte empfohlen. Auch bei Pollenallergien hat sich diese Art der Therapie bewährt.

6 Welche Neuigkeiten gibt es in Hinblick auf Allergiebehandlung?
ANTWORT: Eine Neuigkeit betrifft den „Bauernhofeffekt“: Auf diesen aufbauend gibt es nun eine Lutschtablette, die Beta-Lactoglobulin beinhaltet – ein Stoff, der in Kuhmilch und Stallluft vorhanden ist. Diese soll nach einer Kur allergische Reaktionen mildern.

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