Herr Penninger, der Normalbürger fühlt sich seit Monaten so, als würde er in einem Katastrophenfilm leben. Wie ist das für einen Forscher und Viren-Liebhaber wie Sie: Wie hat die Pandemie Ihr Leben verändert?
Josef Penninger: Wie für alle anderen hat sich für mich ziemlich viel geändert. Ich war mehr als drei Monate in Österreich und konnte nicht zurück nach Kanada, wo meine Arbeit ist, weil die Grenzen dicht waren. Hier in Kanada mussten wir unser Institut zusperren, Experimente abbrechen – und jetzt sperren wir wieder auf. Ich bin nicht dazu gekommen, über mein privates Leben nachzudenken, weil ich so beschäftigt war, von sieben Uhr früh bis Mitternacht, jeden Tag.