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Neue Therapien gegen Viruserkrankungen Wiener Forscher finden endlich Mittel gegen Schnupfen

Wiener Forscher haben eine neue Therapie gegen Viruserkrankungen entwickelt. Erstes Ziel sind die für Schnupfen verantwortlichen Rhinoviren, ob sie auch gegen Coronaviren hilft, wird erprobt.

© Maksymiv Iurii/stock.adobe.com
 

Wiener Forscher wollen Viren aushungern, indem sie ihren Zugang zu Stoffwechselprodukten der Wirtszelle hemmen. "G.ST Antivirals GmbH", ein Start-up der Medizinischen Universität Wien, hat dafür eine wirksame Substanz identifiziert, die gegen Rhinoviren wirkt, den Auslösern von Schnupfen. Das könnte aber auch ein Ansatz für eine Therapie gegen das Coronavirus sein, teilte die Medizin-Uni am Montag mit.

Nachdem Viren keinen Stoffwechsel besitzen sind sie von einer Versorgung durch die Wirtszelle abhängig, um Bausteine für ihre Vermehrung zu erhalten. Sie haben daher Strategien gefunden, die Wirtszellen zur vermehrten Nährstoffaufnahme zu zwingen.

Schnupfenviren werden ausgehungert

Die Wiener Forscher haben herausgefunden, dass das Rhinovirus besonders empfindlich darauf reagiert, wenn man seine Zuckerverwertung hemmt. "Aus diesen Konzepten heraus hat unser Team eine stark wirksame Substanz gegen Rhinoviren identifiziert, die 2-Deoxyglukose. Diese hemmt die Zuckerverwertung der Wirtszelle und hungert so das Virus innerhalb der Zelle aus", erklärten Guido Gualdoni von der Universitätsklinik für Innere Medizin III und Johannes Stöckl vom Institut für Immunologie, beide von der Meduni Wien.

Angesichts der Möglichkeit, das Molekül kostengünstig zu produzieren, und seiner guten Wirksamkeit sehen die Wissenschafter "optimale Voraussetzungen für eine breite Anwendung im Bereich der Schnupfentherapie". Nachdem bereits viele Daten zur guten Verträglichkeit der Substanz vorliegen, will das Start-up noch in diesem Jahr mit klinischen Tests in Wien beginnen.

"Nachdem alle Viren auf den Wirtszellmetabolismus angewiesen sind, arbeiten wir derzeit auch verstärkt an der Erprobung dieser Therapiestrategien gegen andere Viren, wie z.B. Coronaviren", betonen die Forscher.

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