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Wie lebe ich länger und bleibe gesund?

Was muss ich über meine Gesundheit wissen, um gesund zu bleiben? Wie man gute Gesundheitsinformationen bekommt und welche Vorsorgetermine man unbedingt einhalten sollte.

© Adobestock
Martina Marx
Redakteurin Steiermark-Ressort, Gesundheit

Ein langes Leben, so lange wie möglich bei guter Gesundheit. Das ist nicht nur der Wunsch von vielen, das ist auch der Wunsch von Gesundheits- sowie Finanzminister. Denn je länger Menschen gesund leben, umso weniger fallen die Kosten für die Volkswirtschaft ins Gewicht. Und blickt man auf die langfristigen Daten des aktuellen Österreichischen Gesundheitsberichts, dann scheint die Richtung zu stimmen. Demnach leben Frauen und Männer in Österreich seit 2005 durchschnittlich jeweils zwei bzw. 2,9 Jahre länger. Sie bleiben auch länger gesund: Männer verbringen 7,4 und Frauen 7,8 Lebensjahre mehr in guter Gesundheit als noch 1991.

Blickt man auf kurzfristigere Daten, so sieht man, dass es dennoch Handlungsbedarf gibt. Zwischen 2014 und 2019 ist die Lebenserwartung von Männern von 78,9 auf 79,3 Jahre gestiegen, die Anzahl der gesunden Lebensjahre aber von 65,9 auf 63,1 gesunken. Geringfügig höher ist auch die Lebenserwartung von Frauen im selben Zeitraum: Lag diese 2014 bei 83,7 war sie 2019 mit 84 Jahren geringfügig höher. Nicht so die Jahre in guter Gesundheit - diese sanken von 66,5 Jahren auf 64,7 Jahre.

Doch was braucht es, um ein langes, gesundes Leben zu führen? Vor allem Wissen um die eigene Gesundheit, den eigenen Körper. Aber auch hier sieht der Bericht Handlungsbedarf, denn jede und jeder Zweite verfügt über eingeschränkte Gesundheitskompetenz. „Vorsorge und Prävention kann nur mithilfe von Information gelingen“, sagt Andrea Siebenhofer-Kroitzsch vom Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung. „Unter Gesundheitskompetenz versteht man, dass man Informationen zur eigenen Gesundheit nicht nur finden, sondern auch verstehen muss, um sich informiert entscheiden zu können. Das ist gerade für Patienten mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Herzerkrankungen oder Krebs wichtig, damit sie wissen, warum risikoreiches Verhalten wie Rauchen oder Alkohol einfach schädlich ist“. Häufig haben Menschen mit niedrigerem Bildungsgrad oder Haushaltseinkommen, ältere und chronisch kranke Menschen und solche mit einem Migrationshintergrund einen niedrigere Gesundheitskompetenz. Das schlägt sich in der Lebenserwartung nieder, auch leiden sie häufiger unter chronischen Erkrankungen, müssen mit mehr Einschränkungen zurechtkommen.

Brauche ich einen eigenen Hausarzt?

Ein Hausarzt, eine Hausärztin kann helfen, den Überblick über die eigene Gesundheit zu behalten. „Die meisten Menschen haben großes Vertrauen in ihren Hausarzt, daher ist es besonders wichtig, dass der Hausarzt mit Hilfe von verlässlichen Gesundheitsinformationen den Patienten ausgewogen über Nutzen und Schaden einer Maßnahme informiert“, sagt Siebenhofer-Kroitzsch. Einen eigenen Hausarzt zu haben, sieht Allgemeinmedizinerin Lisa Veith-Gruber, sie hat eine eigene Ordination in Graz, als wichtig an. Es gehe nicht darum, unter einzelne Untersuchungen ein Hackerl zu machen, erklärt Veith-Gruber. „Viel mehr geht es darum, zu erklären, wenn ein Befund einmal nicht passt, zu besprechen, was zu tun ist.“ Ebenso entscheidend sei die weitere Begleitung der Patienten. „Braucht es eine Lebensstilveränderung, braucht es eine geänderte Medikation, da bin ich überzeugt, dass es sich bewährt, wenn man mit einer vertrauten Person diese Themen bespricht“, sagt die Allgemeinmedizinerin.

Welche Fragen sollte ich beim Arzt immer stellen?

Oft sind medizinische Informationen für Laien komplex, hinzu kommt häufig der Zeitmangel aufseiten des Gesundheitspersonals. Am Ende kann sein, dass man als Patient nicht genau weiß, was nun zu tun ist. Das Konzept der „drei Fragen für die Gesundheit“ setzt genau da an. Nämlich, dass durch drei einfache Fragen, die wichtigsten Dinge zwischen Arzt und Patient er- bzw. geklärt werden. „Was habe ich?“, als Feststellung der Diagnose, „Was kann ich tun?“, um mein Gesundheitsproblem zu verbessern und schließlich „Warum ist das wichtig?“ als Erklärung der Therapie, einschließlich der Folgen bzw. Nebenwirkungen der Behandlung. Ziel sollte sein, als Patientin, als Patient zu verstehen, wieso eine Therapie, wieso ein Medikament verschrieben wird und wie diese die Genesung beeinflussen können.

Wann sollte ich an welche Vorsorgeuntersuchung denken?

„Eine der wichtigsten Maßnahmen für ein langes, gesundes Leben ist die jährliche Vorsorgeuntersuchung“, sagt Lisa-Veith Gruber. Umgangssprachlich als Gesundenuntersuchung bekannt, können alle Personen ab dem 18. Lebensjahr mit Wohnsitz in Österreich diese einmal jährlich in Anspruch nehmen. „Ich kann nicht jede Krankheit verhindert, aber mithilfe der Vorsorgeuntersuchung kann ich rasch ein Risikoprofil für die gängigsten Erkrankungen erstellen“, erklärt die Hausärztin. Vor allem in Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die in Österreich bei Frauen über 65 Jahren und bei Männern über 45 Jahren die Haupttodesursache darstellen. Blutbild, Gewicht, Impfstatus, all das sind Themen, die bei der Vorsorgeuntersuchung besprochen werden. Folgende Kontrollen sind einmal jährlich empfohlen: Augenuntersuchung, Besuch beim Hautarzt bzw. Muttermal-Kontrolle, Zahnarzt. Für Frauen ist jährlich eine Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen angeraten.

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Lisa Veith-Gruber, Allgemeinmedizinerin in Graz: „Ich kann nicht jede Krankheit verhindert, aber mithilfe der Vorsorgeuntersuchung kann ich rasch ein Risikoprofil für die gängigsten Erkrankungen erstellen.“
Lisa Veith-Gruber, Allgemeinmedizinerin in Graz: „Ich kann nicht jede Krankheit verhindert, aber mithilfe der Vorsorgeuntersuchung kann ich rasch ein Risikoprofil für die gängigsten Erkrankungen erstellen.“ © Privat

Wie kann ich mit einem gesunden Lebensstil Krankheiten vorbeugen?

Der Lebensstil spielt eine entscheidende Rolle in Bezug auf gesunde Lebensjahre. Hier geht es vor allem um die richtige Ernährung – kurz gesagt: viel Gemüse und Obst, wenig rotes Fleisch. Und es geht auch um ein gesundes Maß an Bewegung – laut WHO-Empfehlung mindestens 150 Minuten pro Woche. Ein zweiter wichtiger Aspekt dreht sich um den Umgang mit Erkrankungen. Vor allem, wenn man an einer chronischen Erkrankung wie etwa Diabetes leidet, ist es notwendig, um Wirkung und Nebenwirkungen von Medikamenten Bescheid zu wissen. Und zu wissen, welche Komplikationen auftreten können, wenn man seine Therapie nicht einhält.

Wo finde ich gute, verlässliche Gesundheitsinformationen?

Gesundheitsinformationen sind im Netz, in sozialen Medien, allgegenwärtig. Die Einschätzung, ob es sich um evidenzbasierte, gesicherte Erkenntnisse und Informationen handelt, fällt aber vielen Patientinnen und Patienten schwer. „Patienten brauchen Anlaufstellen für gute Gesundheitsinformationen, aber es ist schwer, sich im Dschungel der Angebote zurechtzufinden, daher treffen wir eine Vorauswahl mit verlässlichen Anbietern“, bestätigt auch Siebenhofer-Kroitzsch. Sie verweist auf Evi.at, eine Initiative ihres Institutes, das über die Website Antworten auf die gängigsten gesundheitlichen Fragen liefert. In Form der sogenannten Evi-Boxen liegen Informationen auch in Ordinationen auf. Auf medizin-transparent.at werden Gesundheitsbehauptungen von Fachleuten überprüft. Vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen gibt es außerdem unter gesundheit.gv.at sowie unter gesundheitsinformation.de. Zudem gibt es unter gesund-informiert.at eine steirische Plattform

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