PorträtRoland Weißmann, der unbekannte Generaldirektor

Wer ist Roland Weißmann? Der 53-jährige Linzer schafft, woran sein Mentor Richard Grasl 2016 noch scheiterte: Generaldirektor des ORF zu werden.

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PRESSEGESPRAeCH ORF-MANAGER ROLAND WEISSMANN 'UeBER DIE ZUKUNFT DES ORF'
Der neue ORF-Generaldirektor Roland Weißmann. © APA/ROBERT JAEGER
 

Lange bevor er ihn der Stiftungsrat zum Generaldirektor bestellt wurde, war Roland Weißmann schon eine der wichtigsten Medienmanager des Landes. Als Vizefinanzdirektor, TV-Chefproducer und ORF.at-Geschäftsführer verwaltet er ein Budget von knapp 400 Millionen Euro. Zudem ist er für das große Zukunftsprojekt des ORF verantwortlich, den ORF-Player, der das nonlineare Aushängeschild des ORF werden soll. Trotz dieses Schwergewichts blieb Weißmann für Außenstehende ein Unbekannter, daran änderte auch der ORF-Bestellvorgang, gemeinhin ORF-Wahlkampf genannt, nichts.

Weißmann wurde lange als Bewerber gehandelt, am 22. Juli hat er seine Kandidatur dann auch schließlich bekannt gegeben. Der 53-jährige gebürtige Linzer galt als ÖVP-Wunschkandidat. Seit 2017 ist er Vizefinanzdirektor. Diese Funktion soll für ihn geschaffen worden sein, nachdem sich unter anderem die SPÖ-nahen Vertreter im Stiftungsrat gegen ihn als ORF-Finanzdirektor ausgesprochen hatten.

Seine ORF-Karriere begann der Magister der Kommunikationswissenschaften 1995 im aktuellen Dienst im ORF-Landesstudio Niederösterreich. Nach Zwischenstopps als Chef vom Dienst bei Ö3 und als stellvertretender Chronikressortleiter in der ORF-Radioinformation, zog es ihn erneut nach Niederösterreich, wo er von 2003 bis 2009 stellvertretender Chefredakteur unter Richard Grasl war. Ab 2010 war Weißmann dann Grasls Büroleiter in der ORF-Finanzdirektion. Der knapp von Wrabetz bei der ORF-Generaldirektorwahl 2016 Geschlagene machte seinen langjährigen Wegbegleiter Weißmann schließlich auch zum "Chefproducer Fernsehen".

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