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Kulturjahr Graz 2020Jetzt schwimmen bald die Kühe in der Mur

Nach pandemiebedingten Ausfällen und Verschiebungen biegt das Grazer Kulturjahr 2020 jetzt mit dichtem Programm in die finale Kurve. Zum Abschluss soll es am 7. September eine Gala auf den Kasematten geben.

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Wer schwimmt denn da daher? Total Refusal imaginiert Kühe in der Mur © Total Refusal
 

Jetzt erst, im Sommer des zweiten Jahres, sieht man, was ohne Corona möglich gewesen wäre.“ Auch wenn es so klingen mag: Allzu melancholisch ist der Grazer Kulturstadtrat Günter Riegler in sachen Grazer Kulturjahr 2020 trotz etlicher Ausfälle und Verschiebungen nicht: Immerhin gab es im ersten Halbjahr 2021 bereits 46 Projekte mit 321 Einzelveranstaltungen- Und der Sommer, kündigt Kulturjahr-Manager Christian Mayr an, „bietet besonders dichtes Programm mit bis zu zehn Terminen pro Tag“.

Pünktlich zu Ferienbeginn wurden am Freitag in der Kunst-, Diskurs- und Party-Datsche „Club Hybrid“ in der Herrgottwiesgasse Höhepunkte dieses Programms vorgestellt. Darunter: „Murpod“, die möglicherweise heiterste Klima-Dystopie des Jahres: Das Kunst- und Medienkollektiv „Total Refusal“ imaginiert eine klimakrisenbedingte Flutung des Oberen Murtals, baut an der Augartenbucht eine Leinwand in die Mur und lässt, basierend auf den hyperrealistischen Bildern des Actionsspiels „Red Dead Redemption II“, ab 31. Juli gut gelaunte digitale Kühe die Mur hinunterschwimmen. Natürlich unter Glockengebimmel.

Einen Tag darauf eröffnen auf dem Parkplatz der Pfarre St. Paul in der Eisteichsiedlung Barbara Holub und Paul Rajakovics ihren „Third World Congress of the Missing Things“. Vorab wird unter Grazerinnen und Grazern abgefragt, was sie als wünschenswerte Normalität erleben – und vorerst noch vermisste Werte und Visionen können unter der Emailadresse holub@transparadiso.com abgegeben werden.

Um künstliche Intelligenz und große Gefühle unter Robotern geht es dann ab 5. August im Forum Stadtpark. In der Performance „Nessun dorma“ verlieben sich ein Industrie- und Putzroboter ineinander, zu den Klängen berühmter Todesarien der Oper. Aus ihren Emotionen soll Kunst werden.

Bereits in Gang ist das Projekt „Nature!“ von Anita Fuchs: Gemeinsam mit dem Biologen Philipp Sengl versucht sie, den Rasen vor der Grazer Oper zur Wildpflanzenwiese umzugestalten. Nicht ganz einfach in Konkurrenz mit Partyvolk und Samenbombern: Die einen haben Plastikbecher und Zigarettenstummel im Grünen hinterlassen, die anderen Marihuana-, Erbsen- und Getreidepflanzen. Fuchs ist dennoch zuversichtlich: „Nächstes oder übernächstes Jahr gibt’s die volle Blütenpracht.“

Nicht ganz so lange warten heißt es auf das Abschlussevent von „Graz 2020“: Am 7. September wird auf den Kasematten zur Abschlussgala geladen. Auch hier soll es getreu dem Kulturjahresmotto natürlich darum gehen, „wie wir leben wollen“: Key-Note-Speakerin der Feier ist die großartige Wiener Experimentalphysikerin und Bionikerin Ille C. Gebeshuber („Eine kurze Geschichte der Zukunft“).

Programmdetails: www.kulturjahr2020.at

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