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StandortsucheWien plant neues Museum für Hollywoodikone Hedy Lamarr

Das Jüdische Museum in Wien hat den Nachlass der 2000 verstorbenen US-Schauspielerin mit österreichischen Wurzeln angekauft und sucht nach einem geeigneten Standort für ein Hedy Lamarr Museum.

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war ein österreichisch-amerikanischer Hollywood-Star und eine Erfinderin. © Getty Images
 

Einst vergessen, hat sich Hollywoodstar und Erfinderin Hedy Lamarr in den vergangenen Jahren dank Theaterstücken, Dokumentationen und Ausstellungen wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit katapultiert. Dass dem auch so bleibt, dafür kann künftig das Jüdische Museum Wien sorgen: Das Haus hat den Nachlass der 2000 verstorbenen US-Schauspielerin mit österreichischen Wurzeln angekauft - dank der Unterstützung des amerikanischen Freundeskreises des Museums.

Verkäufer ist Lamarrs Sohn Anthony Loder. Im Hedy Lamarr Archiv finden sich Fotos, persönliche Briefe und Dokumenten sowie Kleidungsstücke - und nicht zuletzt ihre legendären Zeichnungen zur Torpedoabwehr, die als Vorläufer der späteren Bluetooth-Technik gelten.

"Geniale Göttin": Eine neue Doku über ihr Leben

Als Hedy Lamarr legte sie eine Karriere in Hollywood hin, geboren wurde sie am 9. November 1914 als Hedwig Eva Maria Kiesler in Wien.

(c) �Diltz/RDA/Everett Collection (�Diltz/RDA/Everett Collection)

1933 war die Frau mit dem schönen, geheimnisvollen Gesicht im Aufregerfilm "Extase" nackt zu sehen - das schlug Wellen und sollte ihr Image als Schauspielerin prägen.

(c) AP

Als sie sich dem Produzenten Louis B. Mayer verpflichtete, um von London in die USA zu kommen, litt sie jahrelang unter stereotypen Rollen wie etwa jene in "Samson und Deliah".

(c) Courtesy Everett Collection (Courtesy Everett Collection)

Dabei hatte sie eigentlich eine ganz andere Leidenschaft: das Erfinden. Mmitten im Zweiten Weltkrieg reichte sie gemeinsam mit dem Pianisten George Antheil ein Patent zu einer neuartigen Funksteuerung für Torpedos ein, um den Amerikanern im U-Boot-Kampf zu helfen.

AP

Und: Dieses Frequenzsprungverfahren wird als Vorläufer der Bluetooth- und WLAN-Technologie angesehen.

APA

Doch die Pläne verstaubten im Archiv, erst Jahrzehnte später wurde das Modell der Wechselfrequenz als Basis für den Mobilfunk eingesetzt. Hedy Lamarr sah keinen Cent.

(c) Courtesy Everett Collection (Courtesy Everett Collection)

Eine neue Doku der Filmemacherin Alexandra Dean zeichnet mithilfe von Zeitzeugen und Archivmaterial ein vielschichtiges Bild des österreichischen Hollywoodstars. 

Polyfilm

"Geniale Göttin" erzählt auch viel über die Unterdrückung von Frauen in Hollywood - Jahrzehnte vor #MeToo.

(c) APA/AFP/HO (HO)

Hedy Lamarr starb einsam und verarmt, 2014 wurde sie posthum in die National Inventors Hall of Fame aufgenommen.

(c) Courtesy Everett Collection (Courtesy Everett Collection)

Ab 31. August läuft der Film im Kino.

KK
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All das soll dabei nicht in den Depots verstauben, sondern an einem neuen, permanenten Ausstellungsort in Wien zu sehen sein. Das Jüdische Museum sucht dementsprechend nach einem geeigneten Standort für dieses neue Hedy Lamarr Museum.

Darin soll dann die Geschichte der 1914 in Wien geborenen Hedwig Kiesler nachgezeichnet werden, die nach ihrer Emigration einer der größten Hollywoodstars in den 1930ern und 40ern wurde und zugleich als Erfinderin des Frequenzsprungverfahrens gilt, auf dem heute Bluetooth und WLAN basieren. Die 2000 in den USA verstorbene Lamarr wurde in einem Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.

Kommentare (1)
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styrianprawda
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2
Lesenswert?

Das muss gut geplant werden.

Denn wenn man bloß die Sonderausstellung, die letztes Jahr zu sehen war, in ein gesondertes Museum transferiert, dann wird das nichts.