Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

TeufelskreisNichts als Absagen? Wege aus der Bewerbungsspirale

Wie man den Kreislauf aus Massenbewerbungen und Jobansagen durchbrechen kann und warum es hilft einen Schritt zurück zu machen. Coach Christine Mark verrät wie die Suche nach dem neuen Job mithilfe von Design Thinking gelingen kann.

Absagen schlagen sich aufs Selbstbewusstsein © (c) Gorodenkoff - stock.adobe.com (Gorodenkoff Productions OU)
 

"Monatelange Jobsuche kann Menschen brechen, vor allem in Zeiten wie diesen", sagt Coach Christine Mark von Future Lab. Schnell würden sich die Arbeitsuchenden in einer Art Teufelskreis befinden, wenn eine Absage nach der anderen folgt.

Negative Abwärtsspirale

"Menschen, die sich bei ihrer Suche nur auf Stellenanzeigen konzentrieren, sind gefährdet, sich in einer negativen Abwärtsspirale aus Massenbewerbungen und Absagen zu verlieren. Was viele Absagen mit dem Selbstbewusstsein eines Menschen anrichten, kann man sich sehr leicht vorstellen, auch wenn man es selbst nie erlebt hat."

Job Alerts ausschalten

Deswegen rät die Experten ihren Klienten auch, als ersten Schritt alle Job Alerts auf den verschiedensten Plattformen abzuschalten. "Es verschafft eine enorme Erleichterung, aus diesem Kreislauf auszusteigen."

Das Problem liegt in diesem Fall in der passiven Rolle, die Bewerber einnehmen. "Anstatt auf Angebote zu reagieren und auf Antworten zu warten, sollte man ins Tun kommen. Alles andere erzeugt Machtlosigkeit."

Systematische Problemlösung

Christine Mark arbeitet hier mit dem Konzept des "Design Thinkings", das eigentlich aus der Produkt- und Innovationsentwicklung kommt, nun aber auch immer stärker in der Persönlichkeitsentwicklung und Karriereplanung angewendet wird.

Design Thinking

Design Thinking ist eine systematische Herangehensweise an komplexe Problemstellungen aus allen Lebensbereichen, wobei Nutzerwünsche und -bedürfnisse im Vordergrund stehen.

"Bedürfnisse erkennen, Reflektieren, Ideen generieren, schnell ins Tun kommen, Ausprobieren, Anpassen und Testen sind typische Phasen im Design Thinking Prozess und dieses aktive Vorgehen durchbricht den passiven frustrierenden Ablauf aus Massenbewerbungen ausschicken und Absagen bekommen", erklärt Christine Mark. Ein Problem besteht darin, dass viele Arbeitssuchende nach unzähligen Bewerbungen gar nicht mehr wüssten, was sie beruflich genau machen wollen, aber viele kennen auch ihre Stärken nicht. Einerseits, weil sie sich selbst falsch einschätzen, gerade Frauen sind hier besonders gefährdet ihr Licht unter den Scheffel zu stellen.

Andererseits werden in Jobprofilen auf zahlreiche Stärken und Kompetenzen nicht berücksichtigt.

"Deshalb ist es wichtig, vor dem Bewerbungsprozess einen Schritt zurück zu gehen und sich zu fragen, was man eigentlich will."

Vier Phasen im Design Thinking in der Karriereplanung

  1. Empathize – Reflexion über bisherige Erfahrungen. Was war bisher gut? Was hat für mich nicht funktioniert? Welche Werte habe ich im Berufsleben? Was will ich wirklich?

  2. Define – Vorstellung über die Zukunft.
    Wie sieht meine Vision für meine berufliche Zukunft aus? Welche Tätigkeiten möchte ich ausüben? Unter welchen Umständen möchte ich arbeiten? Was ist mir für mein Arbeitsleben wichtig?

  3. Ideate – Entdecken von Möglichkeiten.  Welche Optionen werden sichtbar? Was habe ich bisher noch nicht gesehen? Wie machen es andere? Was gibt es noch?

  4. Prototype & Test Kreieren von Berufsszenarien Darstellung von verschiedenen beruflichen Prototypen. Ausformulierung der konkreten Wege. Ausprobieren, anpassen, testen…
Christine Marks Rat an jene, die in ihrem Job unzufrieden sind: "Es muss nicht immer der harte Schnitt sein." Oftmals helfe es bereits, sich etwas zurückzunehmen und zum Beispiel Teilzeit zu arbeiten und nebenher ein zweites Standbein aufzubauen.

Ein anderer spannender Ansatz ist es auch, in jenem Unternehmen, für das man derzeit tätig ist, Veränderung anzustoßen und aktiv mitzugestalten. "Nicht nur, dass man bei den meisten Chefs damit offene Türen einrennt, man kann auf diesen Weg auch das eigene Jobprofil neu erfinden."

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!
Kommentieren