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Fühtungsstil und UnternehmenskulturFünf Fragen an eine HR-Expertin

Wie HR zum Unternehmenserfolg beiträgt und was die häufigsten Fehler in der Personalentwicklung sind, verrät Arbeitspsychologin Sylvia Grote. Seit 2006 ist sie geschäftsführende Gesellschafterin der Grazer Personalberatung CATRO. Sie lehrt auch an der Karl-Franzens-Universität Graz im Bereich Personal- und Organisationsentwicklung.

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Womit können HR-Manager eine Unternehmenskultur fördern?

Sylvia Grote: Führungskräfte haben als direktes Bindeglied zwischen Unternehmen und Mitarbeitern einen Unternehmenskulturauftrag. Sie sind die Vermittler von Werten und sollen diese als Vorbild vorleben. Unterstützt werden sie dabei von HR-Managern. Konkrete Fördermethoden sind: Führungskräfteentwicklung, Führungskräfte-Coaching, Team-, Leitbild-, Visions- und Missionsentwicklung, Workshops. Der Weg zum passenden Kulturkonzept führt über individuelles Entwickeln und Gestalten.

(c) Wilfried Mörtl
Sylvia ist Arbeitspsychologin mit großer Erfahrung in HR-Beratungsprojekten © (c) Wilfried Mörtl

Wie trägt HR zum Unternehmenserfolg bei?

Als strategisch akzeptierter Partner der Unternehmensführung sorgt HR für die Bereitstellung von Kompetenzen und Know-how in der benötigten Anzahl zur richtigen Zeit und am richtigen Ort. Strategische Personalarbeit unter Berücksichtigung der Markt- und Geschäftsentwicklung ist der Schlüssel für einen spürbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg. HR muss Business verstehen und in der Unternehmensstrategie fest verankert sein.

Was sind aus Ihrer Sicht die häufigsten Fehler in der Personalentwicklung?

Die häufigsten Fehler sind für mich das „A“ und „Z“ der Personalentwicklung (PE). Das „A“ steht für den Beginn eines PE-Projektes und das „Z“ für das Ende. PE sollte nicht nach dem Motto erfolgen: „Es ist wieder mal Zeit für eine PE-Initiative – machen wir ein Leadership Seminar!“ Es braucht eine gründliche Bedarfsdiagnostik und darauf aufgesetzt ein Konzept mit evaluierbaren Zielen (das „Z“). Eine zusätzliche Erfolgskontrolle ist für die Qualität von Nachfolgeprojekten wichtig, sorgt für generelle Akzeptanz und fördert die Lernkultur.

Worauf achten Sie bei einer Lebenslaufanalyse?

Auf innere Logik. Damit ist eine schlüssige, lückenlose und aussagekräftige sowie strukturierte Darstellung in knackiger Form gemeint. Und auf Motivation, d. h. individuell und auf ein Stellenangebot ausgerichtet formuliert, den „Motivation kann man lesen“.

Wie kann man einen motivierenden Führungsstil implementieren?

Mitarbeiter fordern und fördern, ihre Potenziale erkennen und sie entsprechend einsetzen, klare Ziele und Handlungsspielräume vorgeben. Zeigen, WOFÜR man GEMEINSAM steht, im Gespräch bleiben und Kontakt halten, Wertschätzung und Fairness zeigen, Fehler- und Feedbackkultur leben. Selbst glaubwürdig und authentisch sein, Selbstreflexion leben.