Zwischen Couch und AutschRückenschmerzen im Homeoffice? So können Sie sich helfen

Spüren Sie die Heimarbeit auch schon? Das Kreuz mit dem Kreuz? Wie man sich im Homeoffice helfen kann und worauf man achten sollte, verrät Arbeitsplatzexperte Wolfgang Ebner.

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Trinken Sie Ihren Büro- und Pausenkaffee mittlerweile auch mit Hexenschuss, weil der Job so (ver)spannend ist? Not macht erfinderisch – das gilt auch fürs Homeoffice. Kollege E. ist beispielsweise mit seinem Laptop auf den Keyboard-Ständer ausgewichen – weil höhenverstellbar. Kollege U. hat bereits das heimische Bücherregal geplündert, um damit den Küchentisch aufzubocken – zu wackelig. Deswegen befinden sich die erlesenen Werke nun unter dem Laptop. Kollegin D. hat hingegen nicht lange gefackelt und das Heimbüro aus eigener Tasche ergonomisch aufgerüstet.

Zur Person

Wolfgang Ebner ist Arbeitsplatzexperte und Geschäftsführender Gesellschafter bei „Triaflex – Innovative Sitz- und Gesundheitssysteme“ in Linz.
Ebners Tipp lautet: So oft wie möglich aufstehen und für etwas Entspannung sorgen, damit man im Homeoffice geistig und körperlich leistungsfähig bleibt. Weitere Informationen: www.triaflex.at

Szenen, die sich derzeit in heimischen Wohnzimmern und Küchen abspielen und die Arbeitsplatzexperte Wolfgang Ebner nur allzu gut kennt. „Die Coronakrise ist eine Ausnahmesituation, kein Wunder, dass viele unvorbereitet sind und jetzt verschiedenste Dinge umfunktioniert werden.“

Denn schon nach einigen Stunden konzentrierter Arbeit am Küchentisch, auf dem Küchensessel machen sich die Folgen bemerkbar: der steife Nacken, das Ziehen im Rücken, die tauben Finger und das Kribbeln in den Zehen.

Langes, verkrampftes Sitzen in falscher Position und mangelnde Bewegung haben negative Auswirkungen auf den Körper – Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich sowie ein Taubheitsgefühl in Armen und Fingern können unter anderem die Folge sein. 

Ausgleich schaffen

Deswegen ist es umso wichtiger, einen Ausgleich zu schaffen. „Man sollte immer wieder aufstehen und sich zumindest kurz bewegen. Kleine, sich wiederholende Bewegungseinheiten reichen schon völlig aus“, erklärt Wolfgang Ebner.

Tipp des Experten: Bei der Heimarbeit sollte man beispielsweise auf eine volle Wasserflasche verzichten, dafür aber regelmäßig aufstehen, um sich ein Glas Wasser zu holen.

Nun werden im notdürftig eingerichteten Homeoffice oftmals Küchen- und Wohnzimmermöbel als Büromöbel genutzt. Für gesundes Sitzen, so Ebner, sei zwar nicht zwangsläufig ein klassischer Bürostuhl nötig, dennoch sollte es sich um einen Sessel handeln, der vielfältig anpassbar ist. Zur Not kann man sich bei der Höhe mit Polstern helfen. Auch Sitzbälle und Hocker können zum Einsatz kommen – jedoch sollte beides nicht stundenlang am Stück genutzt werden.

Mit Maus und Tastatur aufrüsten

All jenen, die mit einem Laptop arbeiten, rät der Experte, zumindest mit einer externen Maus und Tastatur aufzurüsten, um den Körper zu entlasten. „Da es sich aber um eine Ausnahmesituation handelt, kann man für vorübergehende Lösungen erfinderisch sein“, so Ebner. Bei länger währender Heimarbeit müsse aber ein ergonomischer Arbeitsplatz geschaffen werden.

Foto ©

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