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Völkermarkt, St. Kanzian

Ärger mit Asylwerber: Polizei will für mehr Sicherheit sorgen

Nach Vorfällen in Asylwerberheimen herrscht Verunsicherung in Bevölkerung. "Bei schweren Vergehen kann Asylwerber von Grundversorgung ausgeschlossen werden", sagt Udo Puschnig vom Flüchtlingsreferat des Landes.

In diesem Asylheim war der Somalier untergebracht © Erich Varh
 

Ein 21-jähriger betrunkener Asylwerber aus Somalia entzündete in seiner Unterkunft in Stein im Jauntal (Gemeinde St. Kanzian) einen Vorhang. In einem weiteren Asylwerberheim in derselben Gemeinde war ein Syrier mit der Verpflegung nicht einverstanden und warf mit Geschirr herum. "Viele Gemeindebürger verstehen nicht, warum sie für den Lebensunterhalt solcher Leute aufkommen müssen", berichtet Bürgermeister Thomas Krainz (SPÖ). „Wenn es solche Vorfälle gibt, dann ist es eine Sache der Exekutive und der Gerichtsbarkeit“, sagt Udo Puschnig, Leiter des Flüchtlingsreferates des Landes Kärnten.

Rund 4500 Asylwerber sind derzeit in Kärnten untergebracht. „Gemessen an der Anzahl der Leute, handelt es sich hierbei nach wie vor um Einzelfälle. Was aber nicht heißen soll, dass wir diese nicht ernst nehmen. Sollten wir merken, dass sich da etwas zusammenbraut, werden wir auch im Vorfeld aktiv, erteilen Verwarnungen oder denken über Verlegungen nach“, sagt Puschnig.

Ob die Asylwerber mehrere Chancen erhalten, hänge von der Schwere des Delikts ab. „Bei leichten Verstößen werden die Asylwerber auch mehrfach verwarnt, was dazu führt, dass bei vielen eine Besserung eintritt. Bei schweren Vergehen kann der Asylwerber sofort von der Grundversorgung ausgeschlossen werden. Er ist dann auf sich selbst gestellt“, sagt Puschnig.

Es kommt vor, dass Asylwerber wegen ihres Verhaltens keine Grundversorgung mehr erhalten. 

Udo Puschnig, Leiter des Flüchtlingsreferates

 

 „Ich habe mir die Situation und die Sicherheitsstandards vor Ort angeschaut. Derzeit warte ich noch auf Unterlagen der Betreiberin“, sagt Verena Kristof, Sicherheitsbeauftragte der Polizeiinspektion St. Kanzian.

Alle an einem Tisch

Bezirkspolizeikommandant Klaus Innerwinkler und Günther Kazianka, Sicherheitskoordinator des Bezirkes, könnten sich einen runden Tisch mit den Heimbetreibern, der Gemeinde, der Feuerwehr und Vertretern des Landes vorstellen. „Wir sind nicht für die Heime zuständig, wollen hier aber als Motor fungieren. Wobei wir auch an die Eigenverantwortung der Betreiber appellieren, die für Ordnung und Sicherheit sorgen müssen“, sagt Kazianka.

Es gibt hin und wieder Streitereien. Ansprechpartner sind unsere Sicherheitsbeauftragten 

Klaus Innerwinkler, Bezirkspolizeikommandant

Eine Möglichkeit wäre, Asylwerber, die ins Heim kommen, über die Vorgehensweise bei einem Brand zu informieren. „Es könnten im Bezug auf die Grundregeln auch Piktogramme in mehreren Sprachen, wie wir sie bereits in den Bädern kennen, angebracht werden“, schlägt Innerwinkler vor. Vorstellbar wäre auch eine gemeinsame Übung mit den Einsätzkräften in den Asylheimen. „Diese wäre dort sinnvoll, wo die Fluktuation nicht so groß ist. Zum anderen sieht auch der Heimbetreiber, worauf er selbst achten muss“, erklärt Innerwinkler.

415 Asylwerber sind derzeit in organisierten und privaten Unterkünften im Bezirk Völkermarkt untergebracht. Der Somalier, der den Vorhang angezündet hat, stammt aus jenem Quartier aus St. Kanzian, in dem junge Männer untergebracht sind. Er befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft. Die Betreiberin wollte zu dem Vorfall keine Stellungnahme abgeben.

Asylwerber im Bezirk

Bleiburg. 77
Diex. 49
Eberndorf und Gösselsdorf. 23
Eisenkappel-Vellach. 73
Gallizien. 1
Globasnitz. 4
Sittersdorf. 36
St. Kanzian. 121
Völkermarkt. 31
Insgesamt. 415 (394 in organisierten Quartieren, 21 in privaten Unterkünften).
Derzeit sind keine neuen Quartiere geplant.

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