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Bleiburg, Wien Schönborn sieht keinen Grund, Ustascha-Treffen zu verbieten

Kardinal Christoph Schönborn fordert für das umstrittene Kroaten-Gedenktreffen am Loibacher Feld künftig aber strengere Rahmenbedingungen.

Am 12. Mai fand das Ustascha-Treffen in Bleiburg heuer statt © APA/Eggenberger
 

Kardinal Christoph Schönborn sieht keinen Grund, das umstrittene Kroaten-Gedenktreffen am Loibacher Feld bei Bleiburg in Kärnten zu verbieten. Das sagte er laut Kathpress am Mittwoch am Rande der Bischofskonferenz in Mariazell. Allerdings fordert Schönborn künftig strengere Rahmenbedingungen. Sollte es noch bessere bzw. strengere Rahmenbedingungen geben, dann sehe er keinen Grund, die Erlaubnis für die Messe nicht zu erteilen, sagte Schönborn, der der Debatte um das Treffen auch Positives abgewinnen kann: Es sei ein Anstoß für Kroatien, die eigene Geschichte aufzuarbeiten: "Auch in Österreich haben wir sehr lange gebraucht, um unsere Geschichte aufzuarbeiten. Die Kroaten sind d'ran. Das ist ein schwieriger, schmerzhafter aber dringend notwendiger Prozess."

Keine politische Manifestation

Schönborn sagte, auch die kroatische Bischofskonferenz wolle in Bleiburg ein religiöses Gedenken und keine politische Manifestation. Die kroatischen Bischöfe seien in diesem Sinn auch dankbar für die klaren Rahmenbestimmungen von Bischof Alois Schwarz gewesen. Dass dennoch kroatische, rechtsextreme Symbole zu sehen gewesen seinen, liege zum Teil auch an der österreichischen Rechtsordnung, die nicht alle davon verbiete. Hier sei es auch der Wunsch der Kirche, dass vonseiten der Behörden nachgeschärft werde.

Seit Jahren in der Kritik

Anlass der jährlichen Gedenkveranstaltung am Loibacher Feld ist die Ermordung Tausender Angehöriger der Ustascha-Miliz des faschistischen "Unabhängigen Staates Kroatien" (NDH) nach der Kapitulation Nazideutschlands 1945. Das Kroaten-Treffen ist seit Jahren in der Kritik, Gegner orten unter den Teilnehmern vermehrt Rechtsextreme, die die Veranstaltung nutzen, um das faschistische Ustascha-Regime zu verherrlichen. Die Kirche hat auf die Kritik reagiert und politische Reden während der Messe verboten, weiters waren heuer das Tragen von Uniformen und Abzeichen, Transparente und auch der Ausschank von Alkohol sowie das Betreiben von Verkaufsständen im Umfeld der Veranstaltung untersagt. Letztlich gab es doch wieder sieben Festnahmen und neun Anzeigen nach dem Verbotsgesetz.

Die endgültige Entscheidung, ob das Treffen auch künftig wieder erlaubt wird, liegt bei der Diözese Gurk-Klagenfurt.

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