Hitze, Brände, DürrenWeltklimarat warnt: Mittelmeerraum wird "Hotspot des Klimawandels"

Die Temperaturen im Mittelmeerraum würden in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich schneller ansteigen als im weltweiten Durchschnitt, warnt der IPCC. Dutzende Millionen Menschen würden von Wassermangel, Küstenüberschwemmungen und potenziell tödlicher Hitze betroffen sein.

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© APA/Eurokinissi (AFP)
 

Griechenland und die Türkei leiden derzeit unter beispiellosen Waldbränden, die Thermometer sind auf nahezu rekordverdächtige Werte geklettert. Laut dem Entwurf eines Berichts des Weltklimarates IPCC, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, könnte der Mittelmeerraum infolge des Klimawandels in Zukunft noch weitaus schlimmere Hitzewellen, Dürren und Brände erleben.

Die Region mit ihren rund 500 Millionen Einwohnern gelte als "Hotspot des Klimawandels", heißt es in einem Kapitel über die Region der IPCC-Arbeitsgruppe II, die die Folgen der Erderwärmung beleuchtet.

Waldbrände greifen um sich: Der Kampf gegen die Flammen

Verzweifelter Kampf gegen die Flammen

Auch in der Türkei wüten, wie hier in Akcayaka in der Provinz Mugla, der seit Tagen heftige Brände, die Helfer sind erschöpft

(c) AFP (YASIN AKGUL)

Feuer in der Türkei

Akcayaka in der Provinz Mugla, Türkei

(c) AFP (YASIN AKGUL)

Nordmazedonien

Hier Machevo, nördlich von Skopje, Nordmazedonien

(c) AFP (ARBNORA MEMETI)

Nordmazedonien

Hier Machevo, nördlich von Skopje, Nordmazedonien

(c) AFP (ARBNORA MEMETI)

Nordmazedonien

Hier Machevo, nördlich von Skopje, Nordmazedonien

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Nordmazedonien

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Nordmazedonien

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Nordmazedonien

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Kalifornien, Greenville

(c) AFP (JOSH EDELSON)

Kalifornien

(c) AFP (JOSH EDELSON)

Kalifornien

(c) AP (Noah Berger)

Norden von Athen

(c) AP (Michael Varaklas)

Russland, Jakutien

(c) AP
(c) AP (Petros Karadjias)
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Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) wertet für Entscheidungsträger in aller Welt wissenschaftliche Studien zum Klimawandel aus und formuliert Schlussfolgerungen als Handlungsorientierung für seine rund 195 Mitgliedstaaten. Die Endfassung des Berichts soll im Februar kommenden Jahres veröffentlicht werden. Der erste Teil des Sachstandberichts wird am Montag in Genf vorgestellt.

Anstieg des Meeresspiegels

"Zu den Gründen für die Besorgnis zählen Risiken durch den Anstieg des Meeresspiegels, den Verlust der Artenvielfalt an Land und im Meer, Risiken durch Dürren, Waldbrände, Veränderungen im Wasserkreislauf, die bedrohte Nahrungsmittelproduktion, die Gesundheitsrisiken in städtischen und ländlichen Gebieten durch Hitzewellen und veränderte Krankheitsüberträger" und krankheitsübertragende Mücken, heißt es in dem Entwurf.

Die Temperaturen im Mittelmeerraum würden in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich schneller ansteigen als im weltweiten Durchschnitt, warnt der IPCC. Dies werde wichtige Bereiche wie die Landwirtschaft, Fischerei und den Tourismus unter Druck setzen. Dutzende Millionen Menschen würden zudem von zunehmendem Wassermangel, Küstenüberschwemmungen und potenziell tödlicher Hitze betroffen sein.

Landwirtschaft unter Druck

In einigen Regionen des Mittelmeerraums könnten die landwirtschaftlichen Erträge aus dem Regenfeldbau demnach um 64 Prozent zurückgehen. Die Fläche abgebrannter Wälder werde bei einer Erderwärmung von zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter um 87 Prozent zunehmen, bei einem Anstieg um drei Grad sogar um 187 Prozent. Derzeit hat sich die Erde bereits um 1,1 Grad erwärmt.

Zwei Grad

Nur eine Begrenzung der Erderwärmung auf unter zwei Grad, könne "wahrscheinlich Küstensiedlungen, Kulturerbestätten, Land- und Meeresökosysteme in den meisten Gebieten des Mittelmeerraums in einem lebensfähigen Zustand erhalten", hieß es in dem Entwurf.

Infolge dieser Entwicklung wächst auch die Wahrscheinlichkeit von Hitzewellen, Dürren und Waldbränden. Dabei seien Hitzewellen die größte Bedrohung für den Mittelmeerraum, da sie "bei weitem die tödlichsten Extremereignisse in Europa" darstellten, sagte Friederike Otto von der Universität Oxford.

Laut dem IPCC-Entwurf könnten bis zum Jahr 2050 bis zu 93 Millionen Menschen zusätzlich an den nördlich gelegenen Küsten des Mittelmeers von Hitzewellen betroffen sein. Im Nahen Osten und in Nordafrika könnte sich das Risiko älterer Menschen, an den Folgen extremer Hitze zu sterben, bis zum Jahr 2100 um das Drei- bis Dreißigfache erhöhen. Die Zahl hitzebedingter Todesfälle im nördlichen Mittelmeerraum könnte bis 2050 auf 20.000 pro Jahr steigen.

Hitze zu extrem für den Menschen

Das Risiko von Bränden und Überschwemmungen könnten Regierungen mit praktischen Schritten reduzieren, erklärte Ilan Kelman vom University College London. "Bei Hitze ist es anders. Der Klimawandel bringt uns in Bereiche, in denen wir nicht überleben können." Die einzige Möglichkeit zu überleben sei "Klimatisierung rund um die Uhr", fügte Kelman hinzu. "Und das können sich die Menschen nicht leisten. Es wird zu Stromausfällen kommen."

Kommentare (62)
Wuffzack3000
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Steuern rauf,

dann gehen die Temperaturen herunter!

;-)

covi
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Golfstrom steht bereits vor absolutem Kipppunkt

Sibirische Winter in Europa drohen
Der Golfstrom gilt als Fernheizung für Europa, da er Wärme bis zu den Britischen Inseln bringt. Fällt diese aus, würde es in Nord- und Nordwesteuropa um durchschnittlich fünf bis zehn Grad kälter werden. Statt grüner Wiesen, Wälder und Landwirtschaft würden karge, eisbedeckte Landschaften die Bilder prägen - auf die derzeit immer stärker ausgeprägten Hitzewellen in Europa würden damit Winter so hart und kalt wie in Sibirien folgen.

Irgendeiner
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Ja Du hast Recht,wenn das System zusammenbricht hama

noch schneller schwere Probleme, außer Basti setzt auch da auf Technik und steigt ins Meer mit dem Küchenqierl und treibt den Golfstrom wieder an, das Genie.Die Golfstromfrage hat auch kausal mit dem Klimawandel zu tun,es wird immer schwerer an je mehr Ecken es brennt,weil Idioten mauerten und mauern.Aber wenn das graviierend kommt,möchte ich sterbend noch sehen wie unsere Idioten die Flüchtlinge nicht nehmen wollten in Afrika an die Türe klopfen und um Aufnahme bitten, ich würd lachend sterben.

Irgendeiner
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Ach,da will was nicht klopfen,

es strichelt lieber,da hama noch viel Arbeit vor uns,man lacht.

Toyota11000
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solange in Südafrika 5MW

Kohlekraftwerke neu in Betrieb gehen, werde ich keinen einzigen km auf das Auto verzichten. Nein sicher nicht liebe linke Scheibtruhenfahrradfahrer mit dem Klimaschmäh.

schadstoffarm
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Lass deinen verbrenner checken

Da zieht a bisserl co in die fahrgastzelle. Mit einem bev wär des Ned passiert

RonaldMessics
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Sag ich immer wieder...

....WIR ALLE SIND SCHULD.

Irgendeiner
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Jein,wir alle tragen dazu bei,

aber die Hemmschwelle was zu ändern liegt bei einer Minderheit die sog.Umweltresourcen als freies Gut betrachtet und ihren Vorteil sucht,weils einfach nicht in Blödschädel geht daß das System kippen kann und wird,ist diese kranke ökonomiezentrierte Sicht aus Eigeninteresse.Die haben jetzt übrigens einen bespendeten Mietling der gern von der Steinzeit quasselt.

RonaldMessics
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@irgendeiner

Der Unterschied zwischen Masse und Macher (egal ob Politiker, Manager oder Investor) ist vorhanden. Die Masse ist auf dem Trittbrett der Macher. Die Macher sitzen im zu großen Wagon, die Masse auf dem zu kleinen Trittbrett. Die Lösung der Probleme ist zwar in erster Linie auf der Seite der Macher zu suchen, aber viele in der Masse sagen ja von sich selbst, sie durchschauen alles, und wissen auch alles, daher sollte es auch selbstverständlich sein die Masse an Trittbrettfahrer auch in die Verantwortung einzubinden. Solange die Masse sich unschuldig fühlt, solange werden die Macher sich nicht in ihrem Tun ändern. Wozu auch.

Irgendeiner
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Einer der ausschließlich seine eigenen Interessen auf Biegen

und Brechen durchsetzt ist kein Macher,er ist ein egoistischer rücksichtsloser Tölpel,das kann jeder Prolet mit Chuzpe,und Du unterschätzt die Vernunft der sog. kleinen Leute,weil die,wo keine Eigeninteressen am Spiel stehen oder ihnen von message-controll-idiots suggeriert werden,besser zuhören als Idioten die wie ein Pawlowscher Hund Nein schreien wenn das Überleben ihre Bilanzen gefährdet.Erwachsene erkennst Du daran, daß sie in wichtigen Dingen von den eigenen Interessen absehen können,plakatativ,mein wichtiger Termin wird Makulatur wenn da ein Kind im Wasser ist
und ertrinkt und ich freß dann auch jeden der das auch nur bemäkelt.Weißt Du,wir werden alle nackt und dumm geboren,aber viele bleiben so und überschätzen sich restlos und dann krähen sie Dinge wie "Ohne Zwentendorf gehen die Lichter aus",probier einfach den Schalter.

RonaldMessics
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@irgendeiner

Macher sind keine Tölpel. Sie setzen um, was die Menschen wollen, auch wenn Bedürfnisse auch geweckt werden können.
Die Masse könnte, wenn sie es will (übrigens gab es bereits solche Menschen), gemeinsam viel verändern. Tun sie aber nicht. Nicht jetzt, und nicht, solange es zu viele gibt, die Angst vor dem Verzicht haben.
Wo ist die Masse, die gegen bequem gewordene Verhaltensweisen protestieren? Wo sind sie, die Protestierer gegen Zweit- und Drittwohnungen, die gegen Kreuzfahrt und 9,- Euro Flüge protestieren.

Nein, der Macher und die Masse sitzen nun endlich im gemeinsamen Boot des Zerstörens.

anonymus21
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Heuer ist es dor sicher extrem heiss, aber

was noch dazukommt ist, dass Erdogan in seiner unbeschreiblichen Ignoranz und Unfähigkeit die türkische Löschflugzeugstaffel totgespart hat und während seiner Amtszeit keine neuen angeschafft hat. So soll aktuell kein einziges der alten Modelle einsatzfähig gewesen sein. Hätte man die Flotte von früher, wären die Brände niemals in der Forma ausgefallen. Kritiker sprechen von einem Kapitalversagen der Forstwirtschaft in den letzten beiden Jahrzehnten.

Und in Italien dürfte wohl, was man so liest, die Mafia den heißen Sommer genützt haben um wieder mal gezielt Brandrodung zu betreiben....

Irgendeiner
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Ich kann die Korannachtigall nicht ausstehen,ich geb Dir in der Sache

recht wenn es stimmt,die Luftfeuerwehr zu eliminieren ist idiotisch,aber es während einer Pandemie aus ein Land hinüberzurufen wo man die Zentralstelle für Pandemien vor der prognostizierten Pandemie aus parteipolitischen Spielchen heraus restlos abschaffte sodaß keine kompetente Stelle da war,weil ihr einen taulosen Studienabbrecher murksen ließet ist. naja, doch etwas verwegen.

Captain Einsicht
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...

Wieder diese Angstmache. Früher hats auch über das ganze Jahre gebrannt da unten und jedem wars egal

Irgendeiner
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Das ist schon perspektivisch falsch,weiß du,daß Problem

hat so ab 1760 mit der industriiellen Revolution Form angenommen,erst schleichend und dann beschleunigend,draufgekommen simma viel später,damals war die Ökologie bis ins 19 Jhdt. mit Haeckel noch in den Kinderschuhen.Und als es uns dann dämmerte und die Wissenschaftler zu warnen begannen ist dasselbe passiert wie in einer Pandemie wo Idioten ihre Bilanz über meine Gesundheit stellten,man hat die Bilanzen über den Fortbstand der ganzen Ökosphäre gestellt,denn Idioten bleiben immer Idioten,ita est.

checker43
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Weder

hat es jedes Jahr gebrannt in diesen Ausmaßen, noch hatte es jedes Jahr 45 °C im Schatten, noch war es jedem egal. Was früher die Ausnahmen waren, wird langsam zur Regel werden.

Captain Einsicht
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...

Sie wissen doch gar nicht von was Sie reden!

Hapi67
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Bei der Trefferquote

der Experten wird es bestimmt ganz furchtbar.

Und wenn wie üblich nicht, folgt das nächste Märchen.

Märchen bringen schöne Erinnerungen zurück und Geld für die Erzähler.

Vielen Dank

schadstoffarm
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Und du glaubst die trefferquote

Von dillos ist höher?

sanantonio
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Bisher gab es die höchste Steigerung

der durchschnittlichen Temperatur im Alpenraum. Da wurde eine Klimaerwärmung um 2 ° C festgestellt. Dies insbesondere in den Jahren um und nach der Jahrtausendwende als man mit zunehmend flächendeckend neuen Messgeräten, veränderten Standorten und Messmethoden die zum Vergleich herangezogene Durchschnittstemperatur genauer erfasste.
Diese Veränderungen der Messreihen wurden nicht unbedingt berücksichtigt, wie es selbst im „Kleingedruckten" der ZAMG nachzulesen ist.

Captain Einsicht
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...

Wir müssen endlich aufhören die temperarur immer in 1/10 schritten zu messen. 5er sprünge reichen vollkommen aus. Das ganze genaue messen bringt nur verunsicherung. Wer viel misst, misst Mist!

schadstoffarm
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Kannst ja ein ergonomisches

Fieberthermometer entwickeln 35 - 40 - 45. Würde auch krankenstände minimieren.

gobox
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Vielleicht würde es auch helfen,

wenn die Griechen an Stelle von neuen Panzern und Kampfflugzeugen ein paar Feuerwehrautos kaufen würden.

Hausschuh
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Fehl am Platz

Zynismus ist in dieser Situation fehl am Platz. Der Ankauf von ein paar Feuerwehrautos ist angesichts der Katastrophe wohl keine wirkliche Lösung. Das Problem grht viel tiefer.

der alte M.
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Und wo

liegt Ihrer Meinung nach das Problem?

scherz
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Da schau her...

... tausende Klimaexperten sind sich schon lange einig.
Aber da es mir persönlich meinen SUV und meinen nächsten Urlaubsflug kostet, schenke ich eher die Abstrussenprofessoren mein Vertrauen.

 
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