Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Trotz hoher InzidenzBrasilien will Sputnik V aus Sicherheitsgründen nicht zulassen

Das besonders schwer von der Pandemie getroffene Brasilien hat die Zulassung verweigert. Bei der untersuchten Charge für die zweite Impfung soll es potenziell gefährliche Mängel gegeben haben. Der russische Hersteller weist dies zurück.

Brasilien will Sputnik V aus Sicherheitsgründen nicht zulassen
Brasilien will Sputnik V aus Sicherheitsgründen nicht zulassen © AFP
 

Die brasilianische Nationale Behörde für Gesundheitsüberwachung (Anvisa) hat den Import des russischen Impfstoffes Sputnik V untersagt. Bei der untersuchten Charge für die zweite Impfung soll es potenziell gefährliche Mängel gegeben haben. Bei dieser Charge konnte sich das Trägervirus – ein Verkühlungsvirus – offenbar vermehren. Der russische Hersteller weist die Vorwürfe zurück.

Die in Kanada und den USA tätige Virologin Angela Rasmussen erklärte nach Einsicht der brasilianischen Untersuchungsergebnisse, dass die Behörde den Import des Impfstoffs zu Recht nicht erlaube. Die Analyse wecke „Zweifel an der Zuverlässigkeit des Herstellungsprozesses“, sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Rasmussen ist Forscherin an Kanadas Impf- und Seucheninstitut und der Georgetown University.

Sputnik V für Österreich?

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) prüft „Sputnik V“ noch und hat es daher derzeit noch nicht zugelassen. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) möchte für Österreich das Vakzin kaufen. Eine Zulassung durch die EMA nannte er als Voraussetzung dafür.

Denn die Tatsache, dass das Adenovirus Typ 5, das bei der zweiten Gabe von Sputnik V als Trägervirus für das Sars-CoV-2-Virus eingesetzt wird, aktiv ist, also sich im Körper vermehren kann, könnte vor allem für immunsupprimierte Menschen gefährlich werden. An sich handle es sich um ein vergleichsweise harmloses Verkühlungsvirus. Bei Menschen, deren Immunsystem stark geschwächt ist, könnte auch eine solche Erkrankung laut Rasmussen aber schwerwiegende Folgen haben.

Mängel in den Studien

Anvisa führt eine ganze Liste an Argumenten auf, warum sie den Impfstoff nicht zulassen könne. Es gebe Mängel in den klinischen Studienprotokollen und in den Analysen der Nebenwirkungen. Es fehle ein Sicherheitsprofil nach Altersgruppen und Vorerkrankungen. Außerdem sei die Sterilität in den russischen Fabriken beeinträchtigt. Dazu kommen eben die Bedenken, dass sich Adenoviren des Impfstoffs in menschlichen Zellen replizieren könnten.

Brasilien ist das erste Land weltweit, das Sputnik V die Genehmigung verweigert. Bis jetzt ist der Impfstoff in 62 Ländern weltweit für den Notfalleinsatz zugelassen. Lateinamerika ist eine wichtige Region für den Einsatz von Sputnik: In Argentinien wurden bereits sechs Millionen Menschen damit geimpft. Präsident Bolsonaro gilt als Corona-Verharmloser und Impfkritiker und hatte in der Vergangenheit versucht, die Zulassung von Impfstoffen zu verhindern. Ob dies auch im Fall von Sputnik V eine Rolle spielt, ist unklar.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!
Kommentieren