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Murmeltier-Tag in den USAPhils Wettervorhersage: Sechs weitere Wochen Winter

Kommt bald der Frühling oder bleibt der Winter noch für sechs Wochen? Murmeltier Phil liegt mit seiner Prognose selten richtig, das beliebte Wetter-Ritual zog aber auch heuer in den USA an die 30.000 Besucher an.

Al Dereume
Punxsutawney Phil - der Hauptdarsteller am heutigen "Groundhog Day" 2018 © AP
 

Auch in diesem Jahr richtete sich am Murmeltiertag alle Aufmerksamkeit auf Punxsutawney, ein kleines Städtchen im US-Bundesstaat Pennsylvania. Dort lebt Amerikas berühmtester Wetterprophet. Denn obwohl Murmeltier Phil mit seinen Prognosen oft kräftig daneben liegt, gilt er als beliebtester Meteorologe des Landes. Am heutigen Freitag machte "Punxsutawney Phil" eine neue Vorhersage.

Zum 131. Mal prophezeite das Murmeltier, wann in den USA der Winter endet. Dazu wird Phil im Wäldchen Gobbler's Knob aus seinem Bau ans Tageslicht gezogen. Kann der verschlafene Nager seinen Schatten sehen und verkriecht sich direkt wieder im Bau, müssen die Amerikaner der Legende zufolge sechs weitere Wochen bibbern. Bleibt das Tier dagegen draußen, steht der Frühling angeblich vor der Tür. Murmeltiere gelten als Wetterpropheten, weil sie dank ihrer biologischen Uhr pünktlich zum Frühjahrsbeginn aus dem Winterschlaf erwachen.

Seine Vorhersage für 2018: Noch sechs weitere Wochen Winter!

 

 

 

Murmeltiertag: Wird Phil seinen Schatten sehen?

Am Murmeltiertag ist man wieder einmal auf die Prognosen von "Punxsutawney Phil" gespannt.

(c) APA/EPA/DAVID MAXWELL (DAVID MAXWELL)

Dieser besondere Tag rückt auch wieder die Kleinstadt im Bundesstaat Pennsylvania ins mediale Rampenlicht.

(c) APA/EPA/DAVID MAXWELL (DAVID MAXWELL)

Seit dem Jahr 1887 hält sich dieser Brauch.

(c) AP (Gene J. Puskar)

Der Legende nach ist es immer das gleiche Murmeltier, das an einem 2. Februar von einem Vertreter aus dem inneren Zirkel des Murmeltiervereins hochgehalten wird: Es trinke jeden Sommer beim Murmeltierpicknick einen Schluck Lebenselixier, das verschaffe ihm sieben weitere Jahre. Phil ist ein ziemlicher Brocken, 2015 brachte das Tier neun Kilo auf die Waage.

 

(c) AP (Gene J. Puskar)

Tierschützer jedenfalls kritisieren den Brauch. Das Tier einer so großen Menschenmenge und grellem Scheinwerferlicht auszusetzen, sei purer Stress.

(c) AP (Keith Srakocic)

Trotzdem werden auch heuer wieder Tausende Schaulustige in aller Herrgottsfrühe in die Kleinstadt im Bundesstaat Pennsylvania pilgern. 

(c) EPA (DAVID MAXWELL)
(c) EPA (DAVID MAXWELL)

 

 

(c) AP (Gene J. Puskar)
(c) EPA (DAVID MAXWELL)
(c) AP (Gene J. Puskar)
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Der mit großem Pomp inszenierte "Groundhog Day" (Murmeltiertag) zieht jährlich rund 30.000 Besucher in das nur 5.500 Einwohner zählende Punxsutawney. Das beschert der Region nach Angaben der Industrie- und Handelskammer zusätzliche Einnahmen in Höhe von einer Million Dollar (880.000 Euro). Sogar die örtliche High School bleibt am traditionellen Murmeltiertag geschlossen. Denn die Schulbusse werden zum Transport der zahlreich angereisten Gäste gebraucht.

Vorlage für "Und täglich grüßt das Murmeltier"

Zwar lieferte Phil 1993 die Vorlage für den Kinoerfolg "Und täglich grüßt das Murmeltier" (Originaltitel: "Groundhog Phil") mit Bill Murray, doch seinen Ruhm verdankt der Nager eher dem Kult und nicht der Erfolgsquote - denn die lässt in der Tat zu wünschen übrig. Untersuchungen des US-Klimadatenzentrums zufolge sagte das Murmeltier in mehr als 100 Jahren das Winterende nur 17 Mal richtig voraus.

Auch in den vergangenen Jahren war auf den Nager kein Verlass. 2011 "verkündete" Phil den baldigen Frühling. Es folgte ein Schneesturm, der als "Groundhog Day Blizzard" in die Wetter-Geschichte einging. 2012 prophezeite Phil fälschlicherweise einen langen Winter. Das Jahr darauf hatte das Tier erneut einen falschen Riecher und machte den Amerikanern Hoffnung auf den Frühling. Stattdessen fegten im März und April Winterstürme durchs Land.

Beliebte Tierorakel

Andere Tierorakel sind da durchaus erfolgreicher. Der kleine Krake Paul aus dem Oberhausener "Sea Life"-Aquarium tippte bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 alle deutschen Spiele sowie den Finalsieg Spaniens richtig. "Er war phänomenal", sagt "Sea Life"-Sprecher Mark Oakley. Der Oktopus wählte die Favoriten, indem er Muschelfleisch aus beflaggten Gläsern verspeiste. "Er war sensationeller als die WM an sich", sagt Oakley. "Weltweit wurde über ihn gesprochen und getwittert." Sogar ein Denkmal widmete das Aquarium dem Oktopus: Es zeigt Paul, der Deutschlands WM-Sieg 2014 nicht mehr erlebte, auf einem Fußball.

Eine beachtliche Erfolgsquote hatte auch ein Orang-Utan namens Eli aus einem Zoo in Salt Lake City (USA). Siebenmal in Folge prophezeite der Affe mit dem rotbraunen Fell korrekt den Sieger des "Super Bowl". Das Finale der Football-Profiliga NFL ist das größte US-Sportereignis. Entsprechend hoch ist die Aufmerksamkeit für Eli.

Doch die tierische Konkurrenz wächst auch unter den orakelnden Murmeltieren: "Staten Island Chuck" aus New York und "General Beauregard Lee" aus Georgia wollen Phil als Nummer eins in den USA ablösen.

Doch "Punxsutawney Phil" bleibt auch 2018 der Favorit. Wie die Prognose des - angeblich unsterblichen - Murmeltieres auch ausfallen mag, eines scheint gewiss: Der kleine Nager wird seinen Titel als Amerikas beliebtester - und ungenauester - Meteorologe verteidigen.

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